Edeka: Kaiser's Tengelmann verschwindet vom Markt

Edeka: Kaiser's Tengelmann verschwindet vom Markt

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Edeka übernimmt Kaiser's Tengelmann.

Die Supermarktkette Kaiser's Tengelmann ist am Ende, die Eingliederung beim Konkurrenten Edeka läuft. Für Kaiser's Tengelmann endet eine Unternehmensgeschichte, die bis ins Jahr 1876 zurückreicht.

Mit Beginn des neuen Jahres ist die Geschichte von Kaiser's Tengelmann als selbstständige Supermarktkette zu Ende gegangen. Die verbliebenen gut 400 Filialen des traditionsreichen Handelshauses samt Konzernzentrale, Fleischwerken und Logistik wurden zum 1. Januar von Deutschlands größtem Lebensmittelhändler Edeka übernommen, wie beide Unternehmen bestätigten. Edeka wird dann bis Ende März schrittweise über 60 Filialen - vor allem in Berlin - an den Konkurrenten Rewe weiterreichen.

Für Kaiser's Tengelmann endet eine Unternehmensgeschichte, die bis ins Jahr 1876 zurückreicht. Damit war das Familienunternehmen nach eigenen Angaben die älteste Lebensmittel-Handelsfirma Deutschlands.

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Die Namen Kaiser's und Tengelmann werden allerdings nicht sofort aus den Einkaufsstraßen verschwinden. Die Umstellung werde einige Zeit in Anspruch nehmen, hieß es bei Edeka und Rewe gleichermaßen. In den bayerischen Tengelmann-Filialen soll der Integrationsprozess bis Ende September abgeschlossen sein. Deutlich schneller gehen soll es allerdings bei den 61 Filialen, die Edeka in Berlin behält.

Das ist Kaiser's Tengelmann

  • Umsatz und Mitarbeiter

    Verglichen mit Edeka oder Rewe ist die Supermarktkette Kaiser's Tengelmann ein Zwerg. Sie betrieb Ende 2015 noch 446 Filialen in Deutschland und erwirtschaftete mit knapp 15 300 Mitarbeitern einen Nettoumsatz von 1,78 Milliarden Euro.

    Quelle:dpa

  • Filialnetz

    Einst bundesweit vertreten, finden sich die Filialen heute nur noch im Großraum Berlin, in München und Oberbayern sowie in Teilen Nordrhein-Westfalens. Die meisten Geschäfte - insgesamt 188 - gab es zum Jahresanfang noch in München und Oberbayern. Im Großraum Berlin betrieb die Kette weitere 133 Supermärkte, 125 Filialen lagen im Rheinland. Aktuell dürften es allerdings schon wieder einige weniger sein. Denn die Geschäftsführung geht davon aus, dass zum Ende des Jahres nur noch 405 Filialen vorhanden sein werden.

  • Lange Historie, hohe Verluste

    Das Familienunternehmen kann auf eine lange Geschichte zurückblicken, die bis ins Jahr 1876 zurückreicht. Damit ist Kaiser's Tengelmann nach eigenen Angaben das älteste Lebensmittel-Handelsunternehmen Deutschlands. Doch summierten sich die Verluste seit der Jahrtausendwende auf mehr als 500 Millionen Euro.

Auch Rewe will sich mit der Umflaggung der Läden auf die eigene Marke etwas Zeit lassen. Zunächst würden die Informationstechnologie und die Kassensysteme mit Rewe harmonisiert. Erst danach werde man die Umstellung auf die Marke Rewe in Angriff nehmen, hieß es in Köln.

Der Übernahme war eine mehr als zweijährige Auseinandersetzung vorausgegangen. Denn die Pläne von Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub zum Verkauf der Kette an Marktführer Edeka waren auf Widerstand des Bundeskartellamts gestoßen. Und eine Ausnahmegenehmigung von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) für den Zusammenschluss wurde vom Düsseldorfer Oberlandesgericht auf Antrag von Edeka-Konkurrenten gestoppt.

Edeka und Rewe Die Tengelmann-Bilanz der Handelsriesen

Ist es der Deal des Jahres oder einfach nur viel Lärm um nichts? Edeka und Rewe haben nun endlich die Verträge unterschrieben. Wie diese Übernahme von Kaiser’s Tengelmann den deutschen Lebensmittelhandel verändert.

Durchbruch bei Kaiser's Tengelmann. Quelle: Montage

Erst mühsame Verhandlungen zwischen Edeka und Rewe unter Vermittlung von Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder machten den Weg frei und sicherten 15.000 Kaiser's-Tengelmann-Beschäftigten langfristige Arbeitsplatzgarantien.

Mit Kaiser's Tengelmann verschwindet ein weiterer traditionsreicher Name aus dem deutschen Einzelhandel. 2013 gingen die Baumarkt-Ketten Praktiker und Max Bahr pleite und wurden abgewickelt. Sie schlossen 2014 ihre letzten Filialen. Viele Standorte werden von neuen Betreibern unter anderen Marken fortgeführt. Im Sommer 2012 war Schluss für die insolvente Drogeriemarktkette Schlecker. Die noch 13.200 Mitarbeiter erhielten die Kündigung. Schon bei einer ersten Schließungswelle hatten 11.000 Beschäftigte ihren Job verloren.

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