Ein Dutzend Märkte wird "eingemottet": Die ersten Opfer der Praktiker-Pleite

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exklusivEin Dutzend Märkte wird "eingemottet": Die ersten Opfer der Praktiker-Pleite

von Henryk Hielscher

Die Insolvenzverwalter der Baumärkte Max Bahr und Praktiker starten mit der Investorensuche. Bis sie einen Käufer finden, sollen einige Filialen schließen. Ausgerechnet die Märkte, die kurz der Umstellung auf Max Bahr standen, werden "eingemottet".

Die finalen Rabattschlachten laufen seit Wochen: „Räumungsverkauf wegen Totalumbau“, verheißen derzeit bunte Schilder in zahlreichen Baumärkten von Praktiker. Dübel, Nägel und Beschläge werden verramscht, Hämmer und Sägen verhökert: „Alles muss raus“.

Derlei Ausverkaufsaktionen hatten ursprünglich nichts mit der Insolvenz der Kette zu tun. Vielmehr sollten die Filialen auf die Schwestermarke Max Bahr umgerüstet werden und nach einer Umbaupause in neuem Glanz erstrahlen. Doch nach Informationen der WirtschaftsWoche könnten die so genannten Umbaumärkte, die kurz vor der Umstellung auf Max Bahr standen und bei denen schon Räumungsverkäufe laufen, nun zu den ersten Opfern der Pleite zählen: Ihnen droht die Schließung. 

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Akut gefährdet sind rund ein Dutzend Filialen, heißt es im Umfeld des Unternehmens. Das Problem: Die Regale sind fast leer, zugleich wären insgesamt rund 30 Millionen Euro für den Umbau der Filialen auf das Max-Bahr-Konzept notwendig. Die Insolvenzverwalter Udo Gröner und Christopher Seagon können die benötigten Mittel nicht freigeben, solange unklar ist, ob und in welcher Form Investoren Interesse an den Standorten haben. Daher werden diese Märkte wohl „erst einmal eingemottet“, sagt ein Unternehmenskenner.

Mit der Suche nach Kaufkandidaten für Praktiker soll in der kommenden Woche eine internationale Investmentbank beauftragt werden. Wettbewerber wie Obi, Hornbach und Hagebau hatten bereits signalisiert, dass sie nur einzelne Märkte übernehmen wollen. Auch der britische Baumarktkonzern Kingfisher wird in der Branche als möglicher Interessent gehandelt. Zudem dürften zahlreiche Finanzinvestoren interessiert sein.

Ob es dazu kommt, ist allerdings offen. Drängendste Aufgabe der Insolvenzverwaltung ist es zunächst, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren – nun auch bei der Tochter Max Bahr, die der Konzernmutter am vergangenen Freitag in die Pleite folgte, nachdem der Warenkreditversicherer Coface Deckungszusagen für Lieferanten zurückgezogen hatte. Die Insolvenz von Max Bahr habe „keine Auswirkungen auf die bisherige Strategie“, sagt ein Sprecher von Verwalter Seagon dazu.

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