Einzelhandel: Konsumlust beschert größtes Umsatzplus seit 1994

Einzelhandel: Konsumlust beschert größtes Umsatzplus seit 1994

, aktualisiert 07. Januar 2016, 12:35 Uhr
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Menschen tragen ihre gefüllten Einkaufstüten.

Die Kauflaune der Verbraucher ist ungebrochen - und bescherte den Einzelhändlern in Deutschland 2015 das höchste Umsatzplus seit mehr als zwanzig Jahren. Volkswirte erwarten, dass der Trend 2016 anhalten wird.

Die Verbraucher in Deutschland haben dem Einzelhandel das stärkste Geschäftsjahr seit mehr als 20 Jahren beschert - und erweisen sich damit weiterhin als wichtigste Stütze der deutschen Konjunktur. Immer beliebter wird dabei der Einkauf im Internet. Mittlerweile würden auch immer mehr Produkte des täglichen Bedarfs übers Netz gekauft, sagte der Präsident des Verbandes BVOH, Oliver Prothmann, der Deutschen Presse-Agentur. „Es ist keine Besonderheit mehr, Waren vom Klopapier über die neue Zahnbürste bis hin zu Lebensmitteln online einzukaufen.“

Der gesamte Handel kommt für das abgelaufene Jahr voraussichtlich auf 2,8 bis 3,1 Prozent Umsatzplus; das wäre die höchste Steigerungsrate seit 1994, wie das Statistische Bundesamt anhand der Daten bis einschließlich November 2015 hochrechnet. Denn schon für die ersten elf Monate des abgelaufenen Jahres ergebe sich mit 2,8 Prozent die höchste reale Umsatzsteigerung seit Mitte der 90er Jahre, teilte die Wiesbadener Behörde am Donnerstag mit.

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Seit dem Rezessionsjahr 2009 geht es für die Branche stetig aufwärts. 2015 war somit das sechste Jahr in Folge mit einem Umsatzplus. 2014 hatten Deutschlands Einzelhändler real 1,2 Prozent und nominal 1,6 Prozent mehr erlöst als ein Jahr zuvor.

Im November setzte der Einzelhandel nach vorläufigen Ergebnissen des Bundesamtes real 2,3 Prozent und nominal 2,8 Prozent mehr um als im November des Vorjahres - bei jeweils 25 Verkaufstagen. In dem Monat gewinnt das Weihnachtsgeschäft an Fahrt, das traditionell die Kassen der Händler kräftig klingeln lässt.

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Seit Monaten ist der Konsum die wichtigste Stütze der deutschen Konjunktur. Wegen der niedrigen Sparzinsen geben viele Verbraucher ihr Geld lieber aus, als es auf die hohe Kante zu legen. Gesunkene Energiepreise entlasten die Haushalte zusätzlich: Wer weniger Geld fürs Tanken und Heizen ausgeben muss, hat mehr zum Einkaufen übrig. Dazu kommt: Von Lohnerhöhungen bleibt in Zeiten niedriger Inflationsraten unter dem Strich mehr im Geldbeutel übrig. Auch das stärkt die Kaufkraft. Ökonomen erwarten, dass der Konsum auch 2016 die tragende Säule des deutschen Wirtschaftswachstums sein wird.

Dabei wird sich auch der Trend zum Einkauf im Netz fortsetzen. Nach einem guten Weihnachtsgeschäft erwartet der Bundesverband Onlinehandel (BVOH) auch für das laufende Jahr ein Umsatzwachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich.

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Das beste Weihnachtsgeschäft seiner Geschichte erlebte etwa der Onlinehändler Otto, wie eine Unternehmenssprecherin sagte. Auch der Versandriese Amazon sprach von einem erfolgreichen Weihnachtsgeschäft. Genaue Umsatzzahlen nannte die deutsche Niederlassung des US-Handelsriesen aber nicht. Bei der logistischen Abwicklung des Weihnachtsgeschäfts dürfte mancher Internethändler auch von der milden, schnee- und eisfreien Witterung im Dezember profitiert haben. Wer allerdings wie Zalando auf Mode spezialisiert ist, musste wiederum umsteuern, weil die tendenziell auch höherpreisige Winterkleidung in den Wochen vor dem Fest wetterbedingt wenig gefragt war.

Auch der Handelsverband Deutschland hatte zuletzt über einen schleppenden Absatz von Wintermode berichtet. Dies mache aber dem stationären Handel mit seinen begrenzten Lagerkapazitäten üblicherweise noch stärker zu schaffen, weil er früh mit Rabatten beginne, um schon einmal Platz für die Frühjahrsmode zu schaffen, hieß es in der Branche. Wenn dann ein Kälteeinbruch kommt, hätten viele Geschäfte warme Kleidung nicht mehr parat - hier könnten Internet-Händler flexibler reagieren.

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