Einzelhandel: „Zeit für eine stationäre Gegenoffensive“

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Einzelhandel: „Zeit für eine stationäre Gegenoffensive“

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"Der stationäre Handel wird nicht Aussterben. Jedes einzelne Unternehmen muss sich aber Gedanken machen, wie es in diesem Wettbewerbsumfeld sein Geschäftsmodell robust und zukunftsfähig ausrichtet", sagt Timo Renz von Dr. Wieselhuber & Partner.

von Henryk Hielscher

Die Studie der Unternehmensberatung Dr. Wieselhuber & Partner hat eine hitzige Debatte über die Zukunft des stationären Handels ausgelöst. Im Interview mit wiwo.de erklärt Studienautor Timo Renz wie die Studienergebnisse zustanden kommen – und wie sie zu bewerten sind.

Herr Renz, ihre Studie zum Angriff von Online-Playern auf den stationären Handel hat in der Branche für viel Aufregung gesorgt. Haben Sie mit so viel Gegenwind gerechnet?

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Renz: Ehrlich gesagt: nein. Wir sind einerseits natürlich froh, dass sich die Branche mit dem Thema befasst. Andererseits geht bei der Diskussion über die Ergebnisse momentan aber auch einiges durcheinander.

Online-Angreifer Die bedrohtesten Händler Deutschlands

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Quelle: dpa

Was meinen Sie?

Es entstand mitunter leider der Eindruck, wir hätten mit einer Art Abschussliste das Ende des stationären Handels ausgerufen. Das ist schlicht falsch. Wörtlich heißt es in unserer Analyse sogar: „Es ist ein Mythos und letztendlich nichts anderes als populistisches Gerede, wenn das uralte Gewerbe, der stationäre Einzelhandel, für tot erklärt wird. Erst recht, solange viele Online-Händler bisher den Beweis schuldig geblieben sind, langfristig und nachhaltig Gewinne zu erzielen“. 

Aber die Liste führt 50 Unternehmen auf, die vom Online-Handel bedroht sind.

Richtig, das ist ein Aspekt. Die Studie legt dar, wer aus Sicht der Konsumenten in seiner Branche vorn liegt, aber eben auch wer bedroht ist von Angriffen des Online-Wettbewerbs. Der andere, mindestens genauso wichtige Aspekt zielt auf die Fitness der Händler in Bezug auf Image, Loyalität und Leistung ab – wo nebenbei erwähnt viele besser abgeschnitten haben als in der Vorgänger-Studie vor fünf Jahren. Demnach sind die Ergebnisse für einzelne Händler eher ein Weckruf, aber keinesfalls geht es um das Sterben des klassischen Handels.

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Auch die Methodik der Studie wurde teilweise kritisiert. Zu Recht?

Bei der Studie handelt es sich um eine objektive Befragung, die in Zusammenarbeit mit dem anerkannten Marktforschungsunternehmen Facit Research durchgeführt wurde. Die Ergebnisse basieren ausschließlich auf Konsumentenrückmeldungen, die nun einmal zur Kenntnis genommen werden müssen und nicht wegdiskutiert werden können.

Was war dann das Ziel der Studie?

Wir finden, dass es Zeit ist für eine stationäre Gegenoffensive. Das heißt, auch für Unternehmen, die unter dem Online-Boom leiden, bestehen derzeit viele Handlungsoptionen. Der stationäre Handel wird nicht Aussterben. Jedes einzelne Unternehmen muss sich aber Gedanken machen, wie es in diesem Wettbewerbsumfeld sein Geschäftsmodell robust und zukunftsfähig ausrichtet. Dafür liefern wir Impulse – nicht mehr und nicht weniger. Rankings sind per se keine Abschusslisten. Ich wünsche mir deshalb eine chancenorientierte Diskussion über Wege und Lösungen im stationären Handel. Und dafür gibt uns doch die Studie viel mehr Rückenwind als Gegenwind.

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