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exklusivElektronikhandel: Redcoon erwägt Einstieg ins Filialgeschäft

Der Elektronik-Onlinehändler Redcoon, der zum Metrokonzern gehört, will ins Filialgeschäft einsteigen. Im Interview erklärt Gründer und Chef, dass er sich von Herstellern benachteiligt fühlt und deshalb den Aufbau eigener Filialen prüft.

Reiner Heckel, Gründer und Chef von Online-Händler Redcoon Quelle: Christof Mattes für WirtschaftsWoche
Reiner Heckel, Gründer und Chef von Online-Händler Redcoon Quelle: Christof Mattes für WirtschaftsWoche

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WirtschaftsWoche: Herr Heckel, wann waren Sie das letzte Mal in einer Filiale von Media Markt?

Heckel: Darüber muss ich erst einmal nachdenken, das ist schon eine Weile her. Aber ich habe ja in der Vergangenheit mehrere Media Märkte geführt, insofern sollte ich mich noch ganz gut auskennen.

Mit Verlaub, das ist Jahre her. Verändert sich in den Filialen Ihres Eigentümers nichts?

Doch, natürlich. Aber ich glaube, ich weiß immer noch ganz gut, wie das stationäre Geschäft funktioniert. Ich könnte im Zweifel auch noch einen Laden führen – womöglich muss ich das Wissen demnächst tatsächlich anwenden.

Sie haben Redcoon doch als reinen Online-Händler positioniert, wollen Sie jetzt ins Filialgeschäft einsteigen?

Von wollen kann keine Rede sein. Wir prüfen gerade, ob wir eine Art Shop konzipieren müssen. Aber eigentlich wollen wir das gar nicht, deshalb ärgert mich dieser Unsinn.

Die größten Online-Versandhäuser

Platz 10: Baur-Versand

Der Baur-Versand ist einer der ältesten Universalversender in Deutschland und gehört mittlerweile zur der Otto Group. Baur gilt als sogenannter Multi-Channel-Versender. Diese Händler, die über Internet, Katalog und - wie im Fall von Baur - auch über ein Kaufhaus ihre Waren anbieten, machten laut dem Bundesverband des Deutschen Versandhandels 2010 Online-Umsätze von 15,6 Milliarden Euro. Damit haben die Gemischthändler das größte Stück vom Online-Umsatzkuchen. Für sich allein genommen schafft es Baur.de auf Platz zehn des Rankings: Der Umsatz lag laut EHI Retail Institute und Statista im Jahr 2010 bei 254,5 Millionen Euro.

Bild: Screenshot

Es zwingt Sie doch niemand, stationäre Läden einzurichten und zu betreiben.

Doch, indirekt schon. Anfang 2011 haben sogenannte Selektivverträge im Handel Einzug gehalten. Rund 80 Prozent des Elektronikhandels laufen immer noch über klassische Filialen. Um diesen Markt zu schützen, wird der stationäre Handel von den Lieferanten bevorzugt und mit dem kompletten Sortiment beliefert. Wir, als reine Online-Händler, können nur eine limitierte Auswahl an Produkten ordern, die wir dann verkaufen dürfen.

Wie stark trifft das Redcoon?

Stellen Sie sich vor, Sie gehen zu ihrem bevorzugten Modehändler und finden plötzlich die Hälfte ihrer Lieblingsartikel nicht mehr. Das heißt, der Laden verliert deutlich an Attraktivität. Gerade im Netz erwartet der Kunde, dass er aus dem kompletten Sortiment auswählen kann. Allein im Bereich TV würde unser Umsatzzuwachs deutlich höher liegen ohne diese Verträge. Einige unserer Wettbewerber haben deshalb längst Alibi-Shops eröffnet, um an die Ware zu kommen. Wir haben uns bisher gegen diesen Quatsch gesperrt.

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