Ende der Asien-Odyssee : Media Markt streicht in China die Segel

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Ende der Asien-Odyssee : Media Markt streicht in China die Segel

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Media Markt zieht sich aus China zurück.

Nach nur zwei Jahren beendet Metro das China-Engagement seiner Elektronikmärkte Media Markt und Saturn. Über Sinn und Unsinn der Expansion stritt Metro mit Gründer Kellerhals schon lange - und er sollte Recht behalten.

Es war ein kurzes Vergnügen. Metro-Chef Olaf Koch verkündete bei der Präsentation der Jahresbilanz den Rückzug der Elektrohändler aus der Volksrepublik - nach knapp 24 Monaten. Der Schritt ist keine Überraschung. Schon seit Monaten steht der Ausflug ins Reich der Mitte in der Kritik. Vor allem Media-Markt-Gründer Erich Kellerhals, mit dem der Metro-Chef im Dauer-Clinch liegt sah das Engagement überaus kritisch. Kellerhals sagte, Metro habe ursprünglich 1000 Märkte innerhalb von fünf Jahren in China eröffnen wollen. „Wir haben bislang im Rest der Welt insgesamt 900 Märkte in 30 Jahren geschafft. Das wäre Harakiri, haben wir gesagt. Das können wir nicht mittragen.“ So habe man sich auf die bis Jahresende 2012 andauernde Testphase geeinigt. Diese ist nun vorbei und das Fazit fällt bitter aus.

Worum sich Metro und Kellerhals streiten

  • Zur Person Kellerhals

    Erich Kellerhals ist Gründer des Elektrofachmarkt-Kette Media Markt. Der erste Media Markt eröffnete 1979 in München. Ende der 80er wollte Kellerhals expandieren – das nötige Geld brachte Kaufhof mit.

  • Das Veto-Recht des Gründers

    Kaufhof beteiligte sich mit 54 Prozent an Media Markt. Kellerhals behielt seine Anteile von gut 21 Prozent. Im Vertrag von 1988 wurde außerdem festgelegt, dass Beschlüsse grundsätzlich mit einer Mehrheit von 80 Prozent gefasst werden müssen. Kellerhals hatte mit seinem Anteil also ein Mitsprachrecht für alle wichtigen Entscheidungen. Dieses Recht besteht bis heute. Kaufhof brachte außer Kapital noch seine Tochter Saturn Hansa ein. 1990 verschmolzen Media Markt und Saturn zur Media-Saturn-Holding.

  • Wie Metro ins Spiel kam

    1996 verschmolzen die Kaufhof Holding und die Metro AG.  Kaufhof wurde zur Vertriebsmarke innerhalb des Metro-Konzerns.  Metro wurde auf diese Weise Anteilseigner bei Media-Saturn. Heute hält Metro über diesen Weg 75,4 Prozent am Kapital der Media-Saturn-Holding.

  • Der Grund für den Rechtsstreit

    Der Streit entzündet sich im März 2011. Metro wollte einen Beirat bei Media-Saturn einrichten. Kellerhals betrachtete dies als Versuch, sein seit 1988 bestehendes Vetorecht auszuhebeln. Denn in dem Beirat würde mit einfacher Mehrheit und nicht mit 80prozentiger entschieden. Tatsächlich könnte Metro Entscheidungen bei der Tochter schneller durchsetzen, wenn Kellerhals nicht zustimmen müsste.

  • Was die Gerichte entschieden haben

    Das Landgericht Ingolstadt hat die Einrichtung des Beirats im Herbst 2011 bei MediaSaturn zwar erlaubt, dessen Funktion muss allerdings eine beratende bleiben. Damit bestätigen die Richter das Vetorecht des Gründers Kellerhals. Weil Metro Rechtsmittel dagegen einlegte, landete der Fall vor dem Oberlandesgericht. Nachdem sich das Oberlandesgericht München nach vorläufiger Rechtsauffassung nicht zuständig sah, befasst sich nun auch das Schiedsgericht mit dem Fall. Es muss entscheiden, worüber der Beirat entscheiden kann und mit welcher Mehrheit.

  • Wogegen Kellerhals noch ist

    Der Unternehmensgründer steht der Expansion mit Media-Märkten in China äußerst kritisch gegenüber. Kellerhals sagte, Metro habe ursprünglich 1000 Märkte innerhalb von fünf Jahren in China eröffnen wollen. „Wir haben bislang im Rest der Welt insgesamt 900 Märkte in 30 Jahren geschafft. Das wäre Harakiri, haben wir gesagt. Das können wir nicht mittragen.“ So habe man sich auf die bis Jahresende 2012 andauernde Testphase geeinigt.

  • Wie soll es weitergehen

    Kellerhals hat kürzlich geäußert, dass er nicht daran glaube, dass OLG oder Schiedsgericht den Streit beenden können. In diesem Fall stellt er eine weitere Zusammenarbeit mit Metro in Frage: "Wenn der Streit nicht beigelegt werden kann, müssen wir vielleicht über neue Gesellschafter nachdenken." Er gab aber zu, dass sich dies aus finanziellen Gründen schwierig gestalten würde. "Aber eine Trennung von der Metro müsste - wenn wir sie denn wollten - erst mal finanziert werden." Er selbst wolle seine Anteile behalten.


Der Wettbewerb im heißumkämpften Markt erwies sich die Newcomer aus Deutschland als zu hart. Experten gehen davon aus, dass der Rückzug den Konzern noch einmal mehr als 100 Millionen Euro kosten dürfte. Das Aus für die Elektronikmarktketten bedeutet allerdings keinen kompletten Rückzug des größten deutschen Handelskonzerns aus China. Sein Großhandelsgeschäft will der Konzern dort weiter ausbauen. Für diese Sparte sei das Land weiter "ein sehr wichtiger und zukunftsträchtiger Markt", sagte Koch.

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In Deutschland konnten Media Markt und Saturn dank spürbarer Preissenkungen und dem Ausbau des Online-Geschäfts dagegen 2012 nach einer Schwächephase wieder Tritt fassen.

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