Erotikkonzern erhält Finanzspritze: Beate Uhse platziert erfolgreiche Anleihe

Erotikkonzern erhält Finanzspritze: Beate Uhse platziert erfolgreiche Anleihe

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Hauptzentrale von Beate Uhse

Eine Anleihe beschert Deutschlands bekanntestem Erotikkonzern Beate Uhse jetzt 30 Millionen Euro. Was der Konzern plant und was Anleger wissen sollten. 

Zur heutigen Hauptversammlung des Beate-Uhse-Konzerns hatte Vorstandschef Serge van der Hooft gute Nachrichten für seine Aktionäre. Ein Angebot zur Zeichnung einer Unternehmensanleihe des Flensburger Erotikonzerns sei „wegen mehrfacher Überzeichnung vorzeitig beendet“ worden, teilte die Gesellschaft mit. Insgesamt spült die Emission rund 30 Millionen Euro in die Kassen.

Der Erlös soll nach Unternehmensangaben zum Schuldenabbau und für neue Investitionen eingesetzt werden. Das tut auch dringend Not. Jahrelang schrieb das Unternehmen tiefrote Zahle und übte sich weniger in Investitions-  denn in Sparprogrammen. Seit 2005 sind mehr als 600 Jobs verschwunden. Vor allem der Strukturwandel der gesamten Branche – die Abwanderung der Porno-Kundschaft ins Netz – machte dem Konzern zu schaffen.

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Das Management reagierte erst halbherzig, später konsequent auf die neuen Bedingungen. Nach und nach musterte das Unternehmen Schmuddelkabinen in Bahnhofsvierteln aus und setzte auf hellere Boutiquen, die verstärkt als Lifestyle-Läden um Kundschaft buhlen. Kürzlich wich gar der alte Beate-Uhse-Schriftzug einem neuen, verschnörkelten Logo, das an Hello Kitty erinnere, wie jüngst die „Süddeutsche Zeitung“ befand. 

Die Folge: Die Zahlen haben sich in den vergangenen Quartalen gebessert. 2013 hat die Gesellschaft 3,7 Millionen Euro verdient, zuvor hatte der Verlust bei 835.000 Euro gelegen. Allerdings sackte der Umsatz weiter: von 144 auf 142 Millionen Euro.

Ob die Krise bei Beate Uhse endgültig überwunden wurde oder doch nur vertagt, ist somit fraglich. Der auf den ersten Blick vergleichsweise hohe Zinssatz der Anleihe signalisiert denn auch, dass die Ausfallrisiken für Anleger beträchtlich sind. Über fünf Jahre soll der Minibond jährlich Jahr 7,75 Prozent Zinsen abwerfen. Sollte die Restrukturierung stocken, könnte es mit der Rückzahlung heikel werden.

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Der Kreditversicherer Euler Hermes bewertet das Kreditrisiko von Beate Uhse mit dem Rating BB-. Im Klartext heißt das: Die Anleihe enthält spekulative Elemente, was vor dem Hintergrund zahlreiche Pleiten von Emittenten so genannter Mittelstandsanleihen durchaus als Warnung interpretiert werden kann. So haben in diesem Jahr bereits das Modelabel Strenesse, der Lebensmittelfabrikant Zamek und der Maschinenbauer Rena Insolvenz angemeldet. Zuvor hatte es bereits etliche Unternehmen aus dem Bereich Regenerative Energien erwischt. 

Die Grundprobleme klingt bei vielen Unternehmen ähnlich: Über Mittelstandsanleihen werden die Altschuldner abgelöste und reichen die Kreditrisiken vielfach an Kleinanleger durch. Bekannte Markennamen und vermeintlich hohe Kupon überdecken dabei die finanziellen Probleme. "Die Zinssätze vieler Anleihen mögen optisch hoch erscheinen, spiegeln aber nicht annähernd das Ausfallrisiko wieder", sagt Frank Nikolaus, Vorsitzender des Restrukturierer-Verbands Turnaround Management Association Deutschland. „In den kommenden Monaten werden sicherlich noch weitere Emittenten umfallen“, erwartet Nikolaus.

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