Ex-Arcandor-Chef: Verwirrspiel um Thomas Middelhoff

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Ex-Arcandor-Chef: Verwirrspiel um Thomas Middelhoff

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Middelhoff wird von der Staatsanwaltschaft Untreue vorgeworfen.

Nach einem Medienbericht über einen drohenden Haftbefehl gegen den früheren Chef des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor ist die Situation des Managers ungewiss.

Middelhoffs Anwalt Winfried Holtermöller und der Sprecher des Insolvenzverwalter, Thomas Schulz, machten am Samstag im Gespräch mit dpa widersprüchliche Angaben zum Stand des Streits um Zahlungsforderungen. Holtermüller berichtete, inzwischen sei eine Einigung zwischen den Streitparteien erzielt worden und ein Haftbefehl sei kein Thema mehr. Der Sprecher des Arcandor-Insolvenzverwalters widersprach dieser Darstellung.

Die Prozesse rund um Thomas Middelhoff

  • Flüge auf Firmenkosten

    In dem am 6. Mai 2014 begonnenen Strafprozess geht es um Untreue in 49 Fällen. Middelhoff soll auf Firmenkosten Flugzeuge für private Zwecke gechartert haben. Middelhoff bestreitet das. Es habe stets einen dienstlichen Anlass gegeben.

  • Klage gegen Sal. Oppenheim

    Das Ehepaar Middelhoff hat das Bankhaus Sal. Oppenheim auf einen dreistelligen Millionen betrag verklagt. Sie fordern die Rückabwicklung ihrer Beteiligungen au Investmentfonds und die Freigabe von rund 23 Millionen Euro Festgeld, die das Geldinstitut eingefroren hat.

  • Schadenersatzklagen

    Der Insolvenzverwalter des Arcandor-Konzerns klagt vor dem Oberlandesgericht Hamm gegen Middelhoff und andere ehemalige Arcandor-Vorstände auf Schadenersatz. Das Landgericht Essen hatte 2012 bescheinigt, dass die Manager beim Verkauf eines Warenhauses ihre Pflichten verletzt hatten. Middelhoff fordert im Gegenzug vom Insolvenzverwalter 120 Millionen Euro wegen geschäftsschädigender Handlungen.

  • Verdacht auf Insolvenzverschleppung und weitere Strafverfahren

    Die Staatsanwaltschaft Bochum ermittelt neben dem Verdacht auf Insolvenzverschleppung gegen Middelhoff auch wegen des Verdachts der Untreue im Zusammenhang mit Immobiliengeschäften des Arcandor-Konzerns. Außerdem sollen die damaligen Spitzenmanager zu unrecht Millionenboni bekommen haben. Ermittler aus Köln werfen Middelhoff zudem Beihilfe zur Untreue beim Zusammenbruch des Bankhauses Sal. Oppenheim vor. Middelhoff weist alle Vorwürfe zurück.

Der Hintergrund: Das Essener Landgericht hatte Middelhoff im September vergangenen Jahres in einem Zivilverfahren verurteilt, rund 3,4 Millionen Euro an den Insolvenzverwalter zu zahlen. Es geht vor allem um Bonuszahlungen, die Middelhoff nach Auffassung der Richter zu Unrecht erhalten hat. Nach einem Bericht des „Spiegel“ vom Freitag hat eine Gerichtsvollzieherin einen Haftbefehl gegen Middelhoff beantragt, um den Manager im Zusammenhang mit Zahlungsforderungen des Insolvenzverwalters zur Offenlegung seiner Vermögensverhältnisse zu zwingen. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig, da beide Seiten Revision eingelegt haben. Geld muss deshalb nicht fließen, eine belastbare Zahlungszusage für den Fall einer rechtskräftigen Verurteilung würde bereits reichen.

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Holtermüller berichtete, Middelhoffs Managerversicherung habe bereits am Freitag eine Einigung mit dem Insolvenzverwalter erzielt und eine Zahlungsgarantie abgegeben. Daraufhin sei zugesagt worden, die erteilten Vollstreckungsaufträge zurückzunehmen. Der Sprecher des Insolvenzverwalters widersprach allerdings dieser Darstellung. Er erklärte, die Versicherung habe noch keine belastbare Zusage abgegeben. Die von Holtermüller zitierten Passagen stammten aus Entwürfen, wie eine Vereinbarung zwischen den Streitparteien aussehen könnte.

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