"Family"-Magazin: Ikea zensiert lesbisches Paar in Russland

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"Family"-Magazin: Ikea zensiert lesbisches Paar in Russland

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Eine russische Familie geht über den verschneiten Parkplatz der Ikea-Filiale in Moskau. Wegen dem umstrittenen Gesetz gegen „Homosexuellen-Propaganda“ hat Ikea einen Artikel über eine homosexuelle Familie aus seinem Magazin gestrichen.

Im "Family"-Magazin des Möbelriesen Ikea gibt es eine Geschichte über ein lesbisches Paar - aber nicht in der Version für Russland. Es ist nicht das erste Mal, dass Ikea sich selbst zensiert.

In der Dezember-Ausgabe des Ikea "Family"-Magazins gibt es in 25 Ländern eine Reportage über zwei lesbische Frauen, die mit ihrem Kind in London leben. Nur nicht in Russland. Weil der Artikel in Widerspruch zu dem russischen Gesetz gegen „Homosexuellen-Propaganda“ steht, das lebensbejahende Äußerungen über gleichgeschlechtliche Lebensweisen vor Minderjährigen unter Strafe stellt, wurde der Beitrag in der regionalen Version gestrichen. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) auf ihrer Internetseite.

Eine Ikea-Sprecherin erklärte demnach, man habe sich mit Rechtsexperten über den Fall beraten. Weil die russische Gesetzgebung "Einschränkungen vorsieht, was die Förderung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften betrifft", sei man nicht in der Lage, den Artikel zu publizieren.

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Das russische Gesetz, das im Juni in Kraft trat, wird seit Monaten international heftig kritisiert. Auch die Vorbereitungen für die Olympischen Spiele im russischen Sotschi werden davon überschattet. Sotschi gilt als Hochburg für Schwule in Russland. Seit Juni ist es dem Gesetz nach strafbar, Minderjährige über homosexuelle Lebensformen auch nur zu informieren oder Schwulen- und Lesbenparaden abzuhalten. Bei Verstößen drohen Geldstrafen zwischen umgerechnet rund 120 und 23.000 Euro oder bis zu 15 Tage Haft; Ausländer können des Landes verwiesen werden. Daraufhin hatten sowohl das IOC als auch die FIFA eine Klarstellung der russischen Regierung gefordert. Viele Kritiker befürchten, das Gesetz könnte auf homosexuelle Athleten und Besucher angewendet werden. In einem Brief an das IOC hatte der Kreml bereits schriftlich zugesagt, Schwule und Lesben während der Olympischen Winterspiele nicht zu diskriminieren. Das Gesetz bleibe aber trotz der internationalen Proteste unverändert in Kraft.

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Quelle: dpa

Es ist nicht der erste Fall von Selbstzensur im Hause Ikea. Schon im vergangenen Jahr hatte es hohe Wellen geschlagen, dass das Möbelhaus in der saudi-arabischen Ausgabe seines Katalogs alle Bilder von Frauen entfernt hatte. Auch in Russland gab es laut "SZ" bereits eine Löschaktion: Auf der russischen Ikea-Website gab es ein Foto das vier Jugendliche zeigte, die im Stil der verurteilten Punkband "Pussy Riot" mit Sturmmasken posierten. Der schwedische Konzern begründete den Schritt damals damit, dass das Unternehmen nicht als "Ort der Agitation jeder Art" ausgenutzt werden wolle.

Die Geschäfte in Russland sind von großer Wichtigkeit für die Schweden: Während die Geschäfte im Süden Europas aufgrund der Wirtschaftskrise leiden, kann Ikea in Russland und China die stärksten Zuwächse verbuchen. Die Einnahmensteigerung um 3,1 Prozent auf 27,9 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2012 konnte vor allem dank der florierenden Geschäfte in Russland, China und Nordamerika erreicht werden.

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