Fernsehmarkt: Kartellamt hat Bedenken gegen Kabel-BW-Kauf

Fernsehmarkt: Kartellamt hat Bedenken gegen Kabel-BW-Kauf

, aktualisiert 28. Oktober 2011, 17:58 Uhr
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Logo von Kabel BW: Übernahme durch US-Konzern wackelt.

von Reuters Quelle:Handelsblatt Online

Die Übernahme von Kabel Baden-Württemberg durch den US-Medienkonzern Liberty steht auf der Kippe. Die Firmen versuchen aber noch, die Bedenken der Wettbewerbshüter zu zerstreuen.

Heidelberg/BonnDie Milliarden-Übernahme von Kabel BW durch den US-Branchenriesen Liberty Global steht vor dem Aus. Nach Einschätzung des Bundeskartellamts schränkt der geplante Kauf den Wettbewerb ein und sollte deshalb verboten werden. Die Kabel-Konzerne gehen nun in die Charme-Offensive und versuchen, die Bedenken des Kartellamts zu zerstreuen. Sollte das scheitern, dürften sich bald die nächsten Interessenten für Kabel BW melden.

Nach derzeitigem Stand beabsichtige das Kartellamt, den Zusammenschluss zu untersagen, hieß es am Freitag in einem Brief der Behörde an die beteiligten Unternehmen, der Reuters vorliegt. Die Abmahnung wurde von der 7. Beschlusskammer verschickt. Liberty Global gehöre mit Unitymedia bereits der zweitgrößte Kabelnetzbetreiber in Deutschland - der Kauf des Markt-Dritten Kabel BW würde ein „marktbeherrschendes Oligopol“ bei der Versorgung von Mietshäusern mit Fernsehen noch verstärken.

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Endgültig ist die Entscheidung aber noch nicht. Die Kabelanbieter haben nun die Möglichkeit, Stellungnahmen abzugeben. Bis zum 15. Dezember wollen die Wettbewerbshüter ihre Prüfung abschließen.


Letzte Chance für Liberty

Gleichzeitig versucht der amerikanische Kabel-Konzern, die Bedenken der Wettbewerbshüter noch zu zerstreuen. So kündigte Unitymedia an, unter anderem TV-Sender bei seinen Kabelnetzbetreibern künftig unverschlüsselt ausstrahlen zu wollen. „Wir machen gegenüber dem Kartellamt weitreichende Zugeständnisse“, sagte Unitymedia-Chef Lutz Schüler. Er betonte, dass die Fusion auch von großer Bedeutung für die Internet-Infrastruktur in Deutschland sei. Liberty sorge mit seinen Investitionen in das Kabelnetz dafür, dass seine Kunden schneller surfen könnten.

Eine Untersagung der Übernahme würde Unitymedia aber nicht in große Problem stürzen. „Unser Geschäftsmodell funktioniert auch ohne Kabel BW.“ Liberty will Kabel BW vom Finanzinvestor EQT für 3,2 Milliarden Euro übernehmen. Der Kauf wurde im März vereinbart. Damals hatte Liberty in letzter Minute die Beteiligungsgesellschaft CVC als rivalisierenden Bieter ausgestochen.

Liberty will mit dem Schachzug seine Position als zweitgrößter Kabelnetzbetreiber in Deutschland ausbauen. Zusammen mit seiner in Nordrhein-Westfalen und Hessen aktiven Tochter Unitymedia würde der Konzern aus Denver dann rund sieben Millionen Haushalte mit Kabelfernsehen versorgen. Größer ist nur Kabel Deutschland mit 8,8 Millionen Kunden.

Das mögliche Veto der Kartellwächter, die Übernahmen in der Kabelbranche traditionell skeptisch gegenüber stehen, galt von Anfang an als Unsicherheitsfaktor. EQT hatte sich deshalb abgesichert: Bekommt Liberty kein grünes Licht, würde Kabel BW bei der Investmentbank JPMorgan zwischengeparkt. Erlöst die Bank bei einem dann fälligen Weiterverkauf weniger als die vereinbarten 3,2 Milliarden Euro, trägt Liberty das finanzielle Risiko, wie Reuters von mehreren mit der Transaktion vertrauten Personen erfahren hatte.

Banker gehen davon aus, dass ein neuer Verkaufsanlauf die zuletzt unterlegenen Interessenten wieder auf den Plan ruft - allerdings nicht zu den ursprünglich gehandelten Preisen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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