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Firmenpleite: Was jetzt aus Schlecker wird

von Henryk Hielscher

Wie geht es weiter mit Schlecker? Worauf müssen sich Management, Mitarbeiter und Kunden einstellen? Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die Schlecker-Pleite.

Pleiten im Einzelhandel

Schlecker

Ende Februar meldete der Branchenprimus der Drogeriemärkte Insolvenz an. Das Unternehmen stand schon eine Weile vor dem Aus: Im Geschäftsjahr 2010 war der europaweite Umsatz von Schlecker um rund 650 Millionen Euro auf 6,55 Milliarden Euro gesunken. Auch 2011 wurden sinkende Erlöse erwartet, Zahlen zum Gewinn oder Verlust nennt Schlecker traditionell nicht. Die Mitarbeiterzahl lag Ende 2011 bei über 30.000 in Deutschland und weiteren rund 17.000 im Ausland. Kürzlich mussten etwa 10.000 Schlecker-Frauen gehen.

Quelle: dapd

1. Warum muss Schlecker Insolvenz anmelden?

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Der konkrete Anlass für die Insolvenzanmeldung soll nach Informationen aus dem Umfeld des Unternehmens mit einen geplatzten Zwischenfinanzierung zusammen hängen. Daher drohte Zahlungsunfähigkeit, der Konzern muss aus rechtlichen Gründen den Gang zum Insolvenzrichter antreten. Die wirklichen Ursachen sind tiefgreifender: Der Konzern kämpft seit Jahren mit roten Zahlen und teils drastischen Umsatzverlusten. Schlecker hat es verpasst, seine Läden rechtzeitig umzubauen. Die Kunden in den Großstädten kaufen lieber bei Konkurrenten wie dm und Rossmann ein, zudem bauten Discounter und Supermärkte ihr Sortiment an Seifen, Deos und anderen Drogerieartikeln aus. Zudem litt das Image des Konzerns bei den Kunden unter zahlreichen Skandalen. Mehrfach versuchte der Konzern mit neuen Marktkonzepten gegenzusteuern, doch auch die konnten die Verluste in den alten Märkten nicht auffangen.

Die besten Tweets zur Schlecker-Pleite

Mit neuem Claim ("For You. Vor Ort"), neuem Management und einer überarbeiteten Corporate Identity wollte sich der skandalumwitterte Drogeriekonzern Schlecker neu aufstellen. Beim Verbraucher kam die neue Strategie nicht gut an. Jetzt muss das Unternehmen Insolvenz anmelden. Aus der Netzgemeinschaft gibt es für Schlecker, das derzeit bundesweit Hunderte von Filialen schließt, nur blanken Hohn. Die besten Tweets zum Thema kurz nach der Verkündung der Insolvenz...

Quelle: dpa

2. Wie geht es weiter?
Nach dem Insolvenzantrag wird das zuständige Amtsgericht einen vorläufigen Insolvenzverwalter benennen. Da der Konzern aus vielen Einzelgesellschaften besteht, werden zahlreiche Einzelgesellschaften Insolvenz anmelden. Theoretisch könnten für jede Gesellschaft unterschiedliche Verwalter eingesetzt werden. Vermutlich wird das Verfahren jedoch bei einer der großen Verwalterkanzleien gebündelt. Geplant ist laut Schlecker, dass die alte Geschäftsführung erst einmal im Amt bleibt, sofern die Gläubiger damit einverstanden sind. Der bestellte Insolvenzverwalter wird damit zunächst wohl nur begleitend tätig sein, hat im Zweifel aber das Oberkommando.

3. Vor welchen Problemen stehen Management und Insolvenzverwalter?
Das Hauptproblem im Unternehmen dürfte zunächst die Waren- und Bargeldversorgung der Filialen sein. Sobald Lieferanten sich weigern zu liefern, könnten sich die ohnehin vorhandenen Lücken in den Regalen weiter ausdehnen. Da ein Planverfahren angestrebt wird, wird der Verwalter in Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung versuchen, ein Konzept aufzustellen wie der Konzern oder zumindest relevante Unternehmensteile weitergeführt werden können. Ob der Konzern dabei im Verbund bestehen bleibt, ein Investor einsteigt, die Familie Schlecker Geld in das Unternehmen steckt, oder Konzernteile – etwa Auslandsgesellschaften – verkauft werden, muss in den kommenden Wochen geklärt werden.

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 02.03.2012, 18:04 UhrAnonymer Benutzer: schumi

    Also meine Frau Arbeitet auch bei Schlecker und ich als Mann arbeite hart und mehr bekomme aber einiges weniger als meine frau und die Bezahlen pünktlich und Gut und Korregt das mit den 90ern ist nicht mehr so.

  • 21.01.2012, 17:04 UhrAnonymer Benutzer: Franzi

    Da ich selbst, zwar nicht bei Schlecker sondern Ihr Platz arbeite bin ich doch sehr gut informiert auch wie es zB bei Rossmann zugeht. Das gleiche Konzept wie Schlecker!!!

  • 21.01.2012, 12:22 UhrAnonymer Benutzer: fee33

    Zu behaupten, bei Müller, dm oder Rossmann geht es genauso zu wie bei Schlecker, entspricht schlichtweg nicht der Wahrheit. Und ich weiss wovon ich spreche, bei der tollen Firma Schlecker hab ich es damals in den 90´er Jahren nicht mal ein Jahr ausgehalten, war als Marktleiterin tätig; Einschüchterung, Drohungen, absolute Kontrolle sowie Inkompetenz und unzählige unbezahlte Überstunden waren an der Tagesordnung. Zu kündigen war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte. Und geändert hat sich bei der Firma Schlecker bis heute nichts, es wurde für die Beschäftigten nur noch schlimmer. Erst 2010 als der Mediendruck und das schlechte Image bei den Verbrauchern übermächtig wurde, hat die Familie Schlecker reagiert, was die Arbeitsbedingungen ihrer Beschäftigten betrifft. Was für Heuchler, für ihre Mitarbeiter hätten sie nichts getan, sondern nur um ihr Image in den Medien in anderes Licht zu rücken. Natürlich ist es für die Beschäftigten schrecklich, weil sie im Moment nicht wissen, wie und ob es weitergeht, aber so ein Unternehmen wie Schlecker hat für mich wirtschaftlich, sozial, und gesellschaftlich gesehen, keine Zukunft und das ist auch gut so. Um auf dm und Co. zurückzukommen, bin seit 5 Jahren bei Rossmann beschäftigt, und es ist das beste Unternehmen, bei dem ich je beschäftigt war. Es beweist mir, dass man als Unternehmer wirtschaftlich, kundenorientiert und auch im Sinne seiner Mitarbeiter, handeln kann und Erfolg haben kann. Ich habe auch einige Bekannte, die bei dm und Müller beschäftigt sind und sehr positiv über ihre Arbeitgeber sprechen. Andere grosse Drogerieketten in Deutschland mit Schlecker in einen Topf zu werfen finde ich unmöglich, weil es einfach den Tatsachen nicht entspricht.

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