Firmenpleite: Was jetzt aus Schlecker wird

Firmenpleite: Was jetzt aus Schlecker wird

von Henryk Hielscher

Wie geht es weiter mit Schlecker? Worauf müssen sich Management, Mitarbeiter und Kunden einstellen? Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die Schlecker-Pleite.

1. Warum muss Schlecker Insolvenz anmelden?

Der konkrete Anlass für die Insolvenzanmeldung soll nach Informationen aus dem Umfeld des Unternehmens mit einen geplatzten Zwischenfinanzierung zusammen hängen. Daher drohte Zahlungsunfähigkeit, der Konzern muss aus rechtlichen Gründen den Gang zum Insolvenzrichter antreten. Die wirklichen Ursachen sind tiefgreifender: Der Konzern kämpft seit Jahren mit roten Zahlen und teils drastischen Umsatzverlusten. Schlecker hat es verpasst, seine Läden rechtzeitig umzubauen. Die Kunden in den Großstädten kaufen lieber bei Konkurrenten wie dm und Rossmann ein, zudem bauten Discounter und Supermärkte ihr Sortiment an Seifen, Deos und anderen Drogerieartikeln aus. Zudem litt das Image des Konzerns bei den Kunden unter zahlreichen Skandalen. Mehrfach versuchte der Konzern mit neuen Marktkonzepten gegenzusteuern, doch auch die konnten die Verluste in den alten Märkten nicht auffangen.

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2. Wie geht es weiter?
Nach dem Insolvenzantrag wird das zuständige Amtsgericht einen vorläufigen Insolvenzverwalter benennen. Da der Konzern aus vielen Einzelgesellschaften besteht, werden zahlreiche Einzelgesellschaften Insolvenz anmelden. Theoretisch könnten für jede Gesellschaft unterschiedliche Verwalter eingesetzt werden. Vermutlich wird das Verfahren jedoch bei einer der großen Verwalterkanzleien gebündelt. Geplant ist laut Schlecker, dass die alte Geschäftsführung erst einmal im Amt bleibt, sofern die Gläubiger damit einverstanden sind. Der bestellte Insolvenzverwalter wird damit zunächst wohl nur begleitend tätig sein, hat im Zweifel aber das Oberkommando.

3. Vor welchen Problemen stehen Management und Insolvenzverwalter?
Das Hauptproblem im Unternehmen dürfte zunächst die Waren- und Bargeldversorgung der Filialen sein. Sobald Lieferanten sich weigern zu liefern, könnten sich die ohnehin vorhandenen Lücken in den Regalen weiter ausdehnen. Da ein Planverfahren angestrebt wird, wird der Verwalter in Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung versuchen, ein Konzept aufzustellen wie der Konzern oder zumindest relevante Unternehmensteile weitergeführt werden können. Ob der Konzern dabei im Verbund bestehen bleibt, ein Investor einsteigt, die Familie Schlecker Geld in das Unternehmen steckt, oder Konzernteile – etwa Auslandsgesellschaften – verkauft werden, muss in den kommenden Wochen geklärt werden.

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