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Fresenius-Offerte: Rhön-Klinik-Übernahme geplatzt

Quelle: Handelsblatt Online

Die Übernahmeofferte von Fresenius ist gescheitert. Knapp sechs Prozent der Rhön-Aktien haben dem Gesundheitskonzern am Ende gefehlt. Es wäre die größte Übernahme am deutschen Krankenhausmarkt gewesen.

Die Übernahme von Rhön-Klinikum durch Fresenius ist gescheitert. Quelle: dpa
Die Übernahme von Rhön-Klinikum durch Fresenius ist gescheitert. Quelle: dpa

FrankfurtDer Kauf von Rhön-Klinikum durch den Konkurrenten Fresenius ist geplatzt. Fresenius habe mit seiner Übernahmeofferte nur 84,3 Prozent der Rhön-Aktien eingesammelt, teilte der Gesundheitskonzern am Freitag mit. Für ein Gelingen des Kaufs wären mehr als 90 Prozent nötig gewesen. Das 3,1 Milliarden Euro schwere Angebot ist damit gescheitert.

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Es wäre die größte Übernahme am deutschen Krankenhausmarkt gewesen. Die Hoffnung auf ein Gelingen der Übernahme schwand jedoch schon am Mittwoch als der Konkurrent Asklepios einen Anteil von gut fünf Prozent an der Rhön-Klinikum AG gemeldet hatte.

Hinter den Kulissen sollen laut Insidern die Fetzen geflogen sein. Fresenius-Chef Ulf Schneider habe die Annahmequote für die Rhön-Offerte in der vergangenen Woche auf 85 Prozent senken wollen, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen. Dies wäre gemäß der Angebotsunterlagen möglich gewesen. Mit seinem Vorstoß sei Schneider jedoch an konzerninternen Widerständen gescheitert, unter anderem im Aufsichtsrat.

„Viele wollen sich nicht auf eine teure Hängepartie mit Rhön einlassen und lieber mit Fresenius-Kabi expandieren“, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person. Kabi ist auf intravenös zu verabreichende Generika spezialisiert und hat in den vergangenen Jahren maßgeblich zum Gewinnanstieg des Konzerns beigetragen.

Als in der vergangenen Woche Gerüchte über einen Einstieg von Asklepios-Eigner Bernard Broermann bei Rhön-Klinikum aufkamen, habe Schneider versucht, Kontakt mit ihm aufzunehmen, berichten drei mit dem Vorgang vertraute Personen. Broermann war aber im Urlaub und nicht zu erreichen. Ein Fresenius-Sprecher wollte sich zu den Informationen nicht äußern.

Rhön hatte im vergangenen Jahr selbst über ein Zusammengehen mit Asklepios verhandelt, wie mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen Reuters sagten. Dieses Vorhaben sei daran gescheitert, dass Broermann nur einer Kooperation zustimmen wollte. Später platzte Finanzkreisen zufolge auch eine Fusion von Rhön und Sana, weshalb Rhön-Gründer und -Großaktionär Eugen Münch letztlich den Verkauf an Fresenius einfädelte.

Broermann will die Übernahme nach Einschätzung von Branchenkennern blockieren, um in den nächsten Jahren nicht stets mit einem übermächtigen Rivalen aus Rhön-Klinikum und der Fresenius-Kliniktochter Helios konkurrieren zu müssen. Wegen der staatlichen Einsparungen im Gesundheitssystem und der immer schwierigeren Übernahme öffentlicher und kirchlicher Kliniken wird der Konsolidierungsdruck am Krankenhausmarkt laut Experten aber hoch bleiben - und die vier großen Anbieter vermutlich früher oder später wieder an einen Tisch bringen.

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