Geldwäsche-Verdacht: Ermittlungen gegen Kaufhof-Bieter ziehen Kreise

Geldwäsche-Verdacht: Ermittlungen gegen Kaufhof-Bieter ziehen Kreise

, aktualisiert 01. Dezember 2011, 19:00 Uhr
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René Benko, Chef der Signa-Holding, ist am Erwerb der Warenhauskette Kaufhof interessiert.

von Stefan MenzelQuelle:Handelsblatt Online

Nach eineinhalb Jahren wurde das Geldwäsche-Verfahren gegen Kaufhof-Bieter René Benko eröffnet. Jetzt wird gegen zwei weitere Personen ermittelt. Möglicherweise wirkt sich das Verfahren auf den Kaufhof-Verkauf aus.

WienDie Ermittlungen gegen den Kaufhof-Bieter René Benko wegen des Verdachts auf Geldwäsche ziehen weitere Kreise als bislang bekannt. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien auf Anfrage bestätigte, wird nicht nur gegen Benko, sondern gegen zwei weitere Personen in der Sache ermittelt. Das berichtet das Handelsblatt (Freitagsausgabe). Am vergangenen Wochenende war bekannt geworden, dass Benko wegen des Verdachts auf Geldwäsche von einer Bank angezeigt worden war. Der Österreicher steht an der Spitze des Immobilien-Unternehmens Signa-Holding, das zu den Bietern für die deutsche Kaufhaus-Kette Kaufhof zählt.

Wie aus Justizkreisen in Wien weiter verlautete, gehen die Ermittlungen gegen Benko und die beiden anderen Beschuldigten auf eine Geldwäsche-Anzeige einer Bank aus Luxemburg aus dem Jahr 2009 zurück. Die Strafverfolger im Großherzogtum haben das Verfahren danach an die Behörden in Österreich weitergeleitet. Etwa eineinhalb Jahre habe es gedauert, bis alle erforderlichen Unterlagen bei der zuständigen Staatsanwaltschaft in Wien eingegangen seien. Deshalb hätten die Ermittlungen wegen des Geldwäsche-Verdachts gegen René Benko erst in diesem Jahr in Österreich beginnen können.

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Die Staatsanwaltschaft in Wien machte keine Angaben zu den zwei weiteren verdächtigten Personen. Es soll sich dabei aber nicht um Vertraute Benkos aus dem aktuellen Signa-Management handeln. Die Verdächtigen kommen auch nicht aus dem mit prominenten Politikern und Managern besetzten Signa-Beirat. Zu dessen Mitgliedern zählen der frühere österreichische Bundeskanzler Alfred Gusenbauer und der ehemalige Bank-Austria-Vorstandsvorsitzende Karl Samstag. Am Mittwoch hatte Signa bekanntgegeben, dass auch der frühere Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking Mitglied des Beirates geworden ist.

Die Signa-Holding kennt die Anschuldigungen gegen Benko bislang nur aus den Medien. „Wir sind darüber nicht informiert worden“, sagte gestern ein Sprecher. Im Unternehmen und bei René Benko selbst herrsche große Gelassenheit und Zuversicht. Die Vorwürfe gegen den österreichischen Immobilien-Unternehmer würden sich in kurzer Zeit aufklären lassen und „in Luft auflösen“.

Trotzdem gibt es bei der Signa-Holding die Befürchtung, dass die Veröffentlichungen über den Geldwäsche-Verdacht die mögliche Übernahme der Kaufhof-Kaufhäuser in Gefahr bringen könnten. Gerade Banken reagieren darauf mitunter allergisch und ziehen bereits zugesagte Finanzierungen zurück. René Benko und die Signa Holding gehörten bisher zu den Favoriten beim anstehenden Verkauf der Kaufhof-Gruppe durch die Metro AG. Es wird inzwischen allerdings unwahrscheinlicher, dass der Aufsichtsrat des Düsseldorfer Handelskonzerns bereits Mitte dieses Monats über den Verkauf der Kaufhäuser entscheidet. Der Kaufpreis soll bei etwa 2,5 Milliarden Euro liegen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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