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Geplanter Börsengang: Japan Airlines greift wieder nach der Spitze

Quelle: Handelsblatt Online

Nach Konkurs und harter Sanierung plant die Fluglinie Japan Airlines nun den Börsengang. Dieser könnte aus der ehemaligen japanischen Staatslinie über Nacht eine der wertvollsten Airlines der Welt machen.

JAL will mit einem Börsengang in die Branchenspitze zurückkehren. Quelle: Reuters
JAL will mit einem Börsengang in die Branchenspitze zurückkehren. Quelle: Reuters

TokioDie japanische Fluggesellschaft Japan Airlines (JAL) plant nur zwei Jahre nach ihrem Konkurs einen Börsengang, der sie zu einer der wertvollsten Fluglinien der Welt machen könnte. Wie das Unternehmen gestern mitteilte, hat sie die Investmentbanken Nomura Securities und Daiwa Securities Capital Markets mit dem IPO beauftragt. JAL wollte zwar weder zu dessen Höhe noch zum genauen Datum Stellung nehmen. Aber nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg rechnet sich JAL aus, im September durch die Ausgabe neuer Aktien zwischen fünf bis zehn Milliarden Euro einzunehmen.

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Selbst wenn sich das Gebot letztlich nur am unteren Ende der Erwartungen bewegt, würde die japanische Fluggesellschaft damit direkt aus der Asche auf eine Spitzenposition in der Branche fliegen und viele Konkurrenten in der Marktkapitalisierung übertreffen. Die deutsche Lufthansa zum Beispiel wird derzeit lediglich mit 4,2 Milliarden Euro, rund der Hälfte ihres Buchwerts, bewertet. Der Lufthansa-Partner und JALs heimischer Erzrivale, All Nippon Airways (ANA), kommt auf eine Bewertung von etwa 5,5 Milliarden Euro.

Die Meldung von JALs Börsenplänen versetzte die ruhige Tokioter Börse in Aufregung. Die Aktien von ANA sackten prompt nach der Veröffentlichung der Nachricht um 1,8 Prozent auf 216 Yen ab. Denn durch die Auswahl von Leadmanagern hat JAL den Anlegern signalisiert, dass sie an ihren alten Plänen für den Börsengang festhält, obwohl sich Europas Schuldenkrise und die globalen Konjunkturaussichten verschlechtert haben. Dies zeigt: Die Zeit drängt. Spätestens im Januar 2013 muss der staatliche Firmensanierungsfonds ETIC seine Investition von 350 Milliarden Yen auslösen, genau drei Jahre, nachdem er JAL übernommen hat. JAL hatte daher schon im vergangenen Jahr den September 2012 als Ziel für den Börsengang avisiert. Doch auch die anderen Investoren, die rund drei Prozent an JAL halten, drängen darauf, schnell Kasse zu machen. Zu spektakulär ist der Sanierungserfolg.

Nachdem das Unternehmen dank des im März beendeten Konkursverfahrens radikal saniert werden konnte, flog es bereits 2010 zu einem Rekordbetriebsgewinn von 188 Milliarden Yen (1,9 Milliarden Euro). Im Herbst erhöhte es dann zur Überraschung der Märkte seine Gewinnprognose für das bis März laufende Bilanzjahr um 85 Prozent auf 140 Milliarden Yen. Dies entspricht einer operativen Gewinnmarge von 12,2 Prozent. Davon können andere Airlines nur träumen. Und im Dezember kündete JAL zusätzlich an, seine im Januar 2013 fälligen Bankkredite in Höhe von 220 Milliarden Yen noch in diesem Bilanzjahr zurückzuzahlen.


JAL winken üppige Einnahmen

Analysten schließen daher nicht aus, dass JAL maximal abkassieren kann, wenn es sich zu einem IPO entschließt. „Die Bewertung wäre zwar viel höher als die der anderen Fluglinien, aber falls die Ergebnisse nachhaltig sind, könnte sie gerechtfertigt sein“, meint Tomofumi Noguchi von der Credit Suisse in Tokio. Die Frage allerdings sei, ob JAL die Gewinnhöhe aufrechterhalten kann. Mehrere US-Linien sind mehrfach in den Bankrott gestürzt.

Einen Grund für Optimismus sieht Noguchi in der „hohen Qualität des Managements“. Wenn es bleibt, gibt er JAL eine Chance. Denn es hat eine Sanierung vollbracht, die Beobachter niemals für möglich gehalten hatten. Die alte Staatslinie galt vielen Experten als hoffnungslos verfilzt, bürokratisch, überbesetzt, gesegnet mit höchsten Gehältern - kurz: unreformierbar.

Radikale Sanierung.

Doch die erstmals regierenden Demokraten wollten 2009 der Welt und Japan beweisen, dass das als Klüngelnation verrufene Land besser sanieren kann als die USA. Und so berief es den Gründer des Elektronikkonzerns Kyocera, Japans Managementlegende Kazuo Inamori, zum Verwaltungsratschef. Gemeinsam mit dem Präsidenten Masaru Onishi brach er die Widerstände im Unternehmen, setzte ein Drittel der Belegschaft vor die Tür, strich radikal unprofitable Routen, mottete die große und teure Flotte an alternden Jumbo-Jets ein und fliegt stattdessen nun mit neuen, sparsamen Maschinen.

Mittelfristig dürfte der Druck auf Japan Airlines allerdings wieder wachsen. American Airlines, ihr Partner auf Transpazifikrouten, steckt in Problemen und musste am 29. November 2011 Konkurs anmelden. Darüber hinaus ist die Auslastung der Maschinen immer noch schlechter als zum Beispiel bei der Lufthansa. Vor allem aber hinkt JAL bei Billigfluglinien hinterher, die gerade Asien und Japan erobern.

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