Gerät für Online-Einkauf: Amazon baut Lebensmittelhandel aus

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Gerät für Online-Einkauf: Amazon baut Lebensmittelhandel aus

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Mit solchen Lieferwagen bringt Amazon in den USA Lebensmittel zum Kunden.

von Stephan Happel

Amazon bietet den Einkauf von Lebensmitteln in den USA bereits über einen eigenen Dienst an. Deutschland könnte der nächste Markt sein. Der Internet-Riese könnte dem Geschäftsfeld damit zum Durchbruch verhelfen.

Gute Nachrichten für alle, denen ein Mausklick zu lästig ist. Der amerikanische Versand-Händler Amazon hat mit „Dash“ ein Gerät vorgestellt, das Online-Einkaufen zum Kinderspiel machen soll.

Das gut 16 Zentimeter große Gerät kann im Wesentlichen drei Dinge: scannen, zuhören und über Wlan mit dem Amazon-Shop kommunizieren.

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Sagt der Nutzer zum Beispiel „Milch“ in das Mikrofon des Dash, landet der Artikel automatisch im Warenkorb des Online-Riesen. Auf Knopfdruck scannt das Gerät außerdem Barcodes von Dosen, Müsli-Packungen oder Wachmittel-Beuteln. Mehr als 500.000 Produkte, so verspricht es ein kleines Mädchen im Werbevideo, sollen so zu kaufen sein. „Du musst dir nie wieder Sorgen machen, dass dir etwas ausgeht“, versichert die zuckersüße Kinderstimme.

Voll automatisch funktioniert das Einkaufen mit dem Zauberstab dann aber doch nicht. Im Online-Shop wird lediglich eine Einkaufsliste angelegt. Der Kauf muss später am Computer oder Smartphone bestätigt, die Mengenangabe von Hand ergänzt werden. Das schützt vor Fehlkäufen.

Lebensmittel aus dem Netz

Mit dem Stick will Amazon seinen Lebensmittel-Dienst Fresh beliebter und attraktiver machen. In Testregionen in Kalifornien, San Francisco und Seattle liefert Amazon frische Lebensmittel wie Eier, Erdbeeren und Fleisch binnen Tagesfrist aus. Das Pilotprojekt soll noch 2014 ausgedehnt werden. Allein die Mitgliedschaft bei Amazon Fresh kostet allerdings 300 Dollar jährlich, Dash gibt es dafür kostenlos.

Auch in Deutschland hat Amazon bereits Lebensmittel wie Kaffee, Wein und Schokolade im Angebot; allerdings keine frischen Produkte. Noch steht hinter der Rubrik außerdem „beta“, eine Testphase also. Schon länger halten sich allerdings Gerüchte, dass der Versandhändler den Dienst Fresh in die Bundesrepublik bringen will. Noch im Sommer 2014 soll es soweit, lautet das jüngste, von der Bild-Zeitung aufgeworfene, Gerücht. Offiziell bestätigen will der Konzern das nicht.

Deutsche bleiben skeptisch

Dass in Deutschland der Großteil der Lebensmittel aus dem Netz kommt, ist bis auf weiteres ohnehin nicht absehbar. Der Anteil des Online-Handels am Marktvolumen für sogenannte Fast Moving Consumer Goods, zu denen Lebensmittel, Drogeriewaren und Heimtier-Produkte zählen, lag 2012 bei auf etwa 0,8 Prozent beziehungsweise rund 1,7 Milliarden Euro. Das geht aus Statistiken des Instituts für Handelsforschung (IFH) hervor. Zwar wächst der Markt stetig, aber nur sehr langsam.

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Laut IFH haben viele Deutsche Interesse, scheuen die Lebensmittelieferung aus dem Netz aber aufgrund zu hoher Lieferkosten. Außerdem haben sie Sorge, dass die Produkte von mangelnder Qualität sind oder die Kühlkette nicht eingehalten wird. „Der Online-Kanal gehört in vielen Branchen bereits ganz selbstverständlich zum Einkaufsstättenportfolio der Konsumenten. Der Lebensmitteleinzelhandel hinkt hier deutlich hinterher. Aufgrund des Handlings frischer und tiefgekühlter Produkte steht er vor allem in Sachen Vertrauen und Logistik vor besonderen Herausforderungen“, sagt IFH-Geschäftsführer Kai Hudetz. Trotzdem glaubt er an das Potential des Services.

Ein großer Konzern wie Amazon genießt das Vertrauen der Kunden und könnte mit seiner gewaltigen Logistik auch die Anlieferung stemmen. Ob die Deutschen bereit sind, für den Service tief in die Tasche zu greifen ist hingegen, ungewiss. Aktuelle Studien zur taggleichen Lieferung deuten eher daraufhin, dass der Kunde den Service nur nutzen würde, wenn er die Geldbörse nicht allzu sehr belastet.

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