Gerüchte um Zerschlagung: Douglas soll eins bleiben

Gerüchte um Zerschlagung: Douglas soll eins bleiben

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Der Vorstandsvorsitzende der Douglas Holding AG, Henning Kreke, erzürnte mit seiner Informationspolitik die Kleinaktionäre der Duftkonzerns.

An den Gerüchten um eine Zerschlagung von Douglas ist nichts dran. Das versicherte Konzernchef Kreke auf der Hauptversammlung. Buchhändler Thalia soll neu aufgestellt werden.

Mit seiner Äußerung schob Henning Kreke den Gerüchten der vergangenen Tage einen Riegel vor. Sie waren aufgekommen, nachdem die Familie Kreke als Aktionär der Gruppe angekündigt hatte, es gebe Überlegungen, Douglas von der Börse zu nehmen. Dabei stand vor allem die Thalia auf dem Prüfstand.

Thalia-Miteigentümer bietet Anteile feil

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Die zum Konzern gehörende angeschlagene Buchhandelskette soll nun neu aufgestellt werden. Das werde ein zäher Weg, den der Thalia-Miteigentümer Jürgen Könnecke nicht mitgehen wolle, sagte Kreke. Seinen 25-Prozent-Anteil habe er Douglas zum Kauf angeboten. Ob Douglas annimmt, steht noch nicht fest.

Wie Thalia da steht

  • Mitarbeiter und Shops

    Der Buchhändler Thalia beschäftigt mehr als 5000 Mitarbeitern, betreibt 295 Geschäfte und den Internetshop buch.de.

  • Gewinnentwicklung

    Douglas-Chef Kreke hatte angekündigt, dass das Gesamt-Ergebnis von Douglas vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im Geschäftsjahr 2011/12 wegen der zu erwartenden Restrukturierungen bei Thalia zwischen 200 und 250 Millionen Euro liegen werde - deutlich weniger als im Vorjahr. 2010 sank der Gewinn von Thalia vor Steuern von 20 Millionen Euro auf nur noch fünf Millionen Euro.

  • Sparprogramm

    Thalia wird neu aufgestellt und saniert. Ladenschließungen und Stellenstreichungen sind kein Tabu. 15 Filialen sind bereits auf dem Prüfstand, teilte Douglas mit. Thalia will künftig auf kleinere Filialen setzen, seine eigenen Online-Angebote ausbauen und verstärkt Zusatzsortimente wie Spielwaren oder Geschenkartikel aufnehmen.

Kritik an "Familienklüngel"

Indessen drohte die Fondsgesellschaft Union Investment dem Douglas-Aufsichtsrat die Entlastung zu verweigern. Die Kleinanleger kritisieren die Besetzung von Aufsichtsrats- und Vorstandschef. „Wie soll der Aufsichtsratschef den Vorstandschef wirksam kontrollieren, wenn es sich um Vater und Sohn handelt, die die Aktionärsinteressen der Familie Kreke widerspiegeln“, fragte Portfoliomanager Ingo Speich vor rund 1000 Douglas-Aktionären.

„Wir sehen einen massiven Interessenkonflikt zwischen Aufsichtsrat, Management und den Aktionären“, sagte Speich. Ein solcher „Familienklüngel“ stehe im Gegensatz zu den Grundsätzen guter Unternehmensführung, wetterte Speich. Douglas-Chef Henning Kreke entgegnete, die Familie sei sich von Anfang an „des Interessenkonflikts zwischen unserer Rolle als „Familie Kreke' und als „Organe der Gesellschaft' sehr wohl bewusst“ gewesen. Sie habe deshalb Schritte eingeleitet, um einen solchen Konflikt zu vermeiden. So habe er sich an Vorstandsbeschlüssen, die im Zusammenhang mit Überlegungen der Familie standen, nicht beteiligt.

Alles ungelegte Eier

Hintergrund der Kritik der Kleinaktionäre sind Überlegungen der Familie Kreke, ihren Anteil an Douglas aufzustocken und den Konzern letztlich mit der Hilfe von Finanzinvestoren von der Börse zu nehmen.

Die wichtigsten Douglas-Aktionäre

  • Familie Kreker

    Die Krekes selbst halten rund 12,6 Prozent.

  • Oetker

    Größter Aktionär ist der Oetker-Konzern, der 25,8 Prozent kontrolliert.

  • Müller

    Erwin Müller hält mehr als 10 Prozent an Douglas.

Die Planspiele waren durch eine Indiskretion bekannt geworden. Benner-Heinacher von der DSW sagte, bislang sei noch kein Konzept der Familie Kreke für einen Rückzug von der Börse bekannt. „Es klingt eigentlich alles ein wenig nach ungelegten Eiern“, betonte sie, hinter den Überlegungen gebe es „sehr viele Fragezeichen“. „Über die desaströse Informationspolitik der letzten Wochen sind wir bestürzt“, kritisierte Speich. Eine weitere Unbekannte in den Planspielen der Familie Kreke ist das Verhalten des Großaktionärs Erwin Müller.

Müller schweigt sich aus

Der Drogerieunternehmer schweigt sich bislang beharrlich über seine Pläne aus. Erwin Müller besitzt zehn Prozent der Douglas-Aktien und hat sich Optionen über weitere 15 Prozent an Douglas gesichert. Übt er sie aus, kontrolliert er mehr als 25 Prozent der Stimmrechte und hätte damit eine Sperrminorität. Damit könnte er die Pläne der Krekes durchkreuzen.

Douglas Der Firmenjäger und sein Wild

Ein Börsenrückzug von Douglas ist derzeit unwahrscheinlich. Trotzdem wird das Thema die heutige Hauptversammlung des Konzerns beherrschen.

Ein roter Lippenstift liegt auf einer Unterlage auf die der Schriftzug Douglas gedruckt ist Quelle: dapd

Der 79-jährige Firmen-Patriarch war überraschend zur Aktionärsversammlung gekommen und hatte zwischen den Kleinaktionären Platz genommen. Jella Benner-Heinacher von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) forderte ihn auf: „Herr Müller, kommen Sie hier hoch, erklären sie, was sie eigentlich vorhaben!“ Die Kleinaktionäre wollten nicht der Spielball von zwei Aktionärsgruppen sein, sagte sie. Doch Müller blieb wortkarg: „Es gibt nichts zu sagen".

Die Debatte um eine Übernahme von Douglas kommt für die Aktionäre zur Unzeit. Die Buchhandelstochter Thalia befinde sich in einer Existenzkrise, die den Gesamtkonzern bedrohe, sagte Speich.

Konzernchef Henning Kreke hatte zuvor erklärt, die Aktionäre müssten sich im laufenden Geschäftsjahr wegen der Kosten der Thalia-Sanierung darauf einstellen, dass der Konzern beim Ergebnis Federn lassen müsse. Dies werde auch Auswirkungen auf die Dividende haben - „bis hin zur Aussetzung“.

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