Globus-Übernahme geplatzt: Bauhaus übernimmt mehr als 20 Filialen von Max Bahr

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Globus-Übernahme geplatzt: Bauhaus übernimmt mehr als 20 Filialen von Max Bahr

, aktualisiert 28. November 2013, 14:16 Uhr

Nach dem Scheitern des Verkaufs an die Supermarktkette Globus gibt es wenigstens für einige Filialen Hoffnung: sie werden von Bauhaus übernommen. Am Donnerstag beginnt der Ausverkauf in 59 Filialen.

Nach dem Scheitern der Rettungsbemühungen für die insolvente Baumarktkette Max Bahr hat der Verkauf der Immobilien begonnen. Die Mannheimer Baumarktkette Bauhaus übernimmt mehr als 20 Standorte des insolventen Konkurrenten Max Bahr. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte am Vormittag von 24 Märkten gesprochen. Damit seien rund 1300 der noch verbliebenen 3600 Arbeitsplätze bei Max Bahr abgesichert, teilte Bauhaus am Donnerstag in Mannheim mit. „Allen Mitarbeitern der von Insolvenz betroffenen zukünftigen Bauhaus-Standorte wird vorbehaltlos die Beschäftigung zu mindestens den gleichen Bedingungen angeboten“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.
Demnach werden an den Standorten zunächst die Waren verkauft, anschließend die Märkte auf die Marke Bauhaus umgeflaggt und im Laufe des kommenden Jahres neu eröffnet. Die entsprechenden Verträge seien unterzeichnet; einige Details bei der Umsetzung jedoch noch zu klären.

In der Nacht zu Mittwoch war der Verkauf von 66 Märkten an den Handelskonzern Globus aus dem Saarland gescheitert. Die Verhandlungen seien an unterschiedlichen Vorstellungen über die Mieten gescheitert, sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters für den Moor-Park-Fonds, Berthold Brinkmann, der 66 der deutschlandweit 132 Max-Bahr-Häuser verwaltet. Er warf Globus vor, seine Forderungen plötzlich drastisch verändert zu haben. Dadurch sei der Verkauf quasi in letzter Minute noch gescheitert. „Wir mussten feststellen, dass diese geänderten Mietpreisvorstellungen von Globus nicht annahmefähig waren.“ Für 3600 Mitarbeiter war damit die letzte Hoffnung auf den Erhalt ihrer Arbeitsplätze bei Max Bahr zerstoben.

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Auch Globus verkündete am späten Mittwochnachmittag in Saarbrücken, dass die Verhandlungen gescheitert seien. Das Unternehmen habe "bis zuletzt alles darangesetzt, die Verhandlungen erfolgreich abzuschließen". "An uns hat es nicht gelegen, dass die Verhandlungen nicht erfolgreich beendet werden konnten," teilte Thomas Bruch bei einem Pressegespräch mit. Bruch betonte, er habe wie die Landesregierung bis zuletzt die Hoffnung gehegt, auch die Arbeitsplätze erhalten zu können. Für Globus wären die Max-Bahr-Märkte eine hervorragende Ergänzung des eigenen Filialnetzes gewesen.

Schottenbank grätscht in Rettung Warum der Verkauf von Max Bahr gescheitert ist

Hat die Royal Bank of Scotland (RBS) Max Bahr auf dem Gewissen? Laut einer Presseerklärung ist der Verkauf an ein Konsortium an Unstimmigkeiten über Sicherheiten für Mietverhältnisse gescheitert.

Max-Bahr-Einkaufswagen Quelle: dpa

Durch das Scheitern des letzten Rettungsversuchs bleibt es bei der bereits beschlossenen Auflösung des Unternehmens und dem Ausverkauf in 59 Märkten, der am Donnerstag beginnt. Auf der Internetseite von Max Bahr gibt es eine Übersicht der Standorte, die geschlossen werden sowie wie viel Rabatt es auf welche Produkte gibt. Die Traditionsmarke "Max Bahr" dürfte damit Geschichte sein.

Bereits am Mittwoch war verlautet, dass es erfolgversprechende Verhandlungen mit renommierten Unternehmen der deutschen Baumarktbranche gebe, hieß es weiter. Sie wollten eine größere Anzahl der 66 Max-Bahr-Märkte in Hand des Moor-Park-Fonds übernehmen. Die Läden würden dann auf die Marke der neuen Besitzer umgeflaggt, der Name "Max Bahr" wird vom Markt verschwinden.

Die beliebtesten Baumärkte

  • Ruinöser Preiskampf

    Experten sind sich weitgehend einig: In Deutschland gibt es schlichtweg zu viele Baumärkte. Unter diesen Bedingungen ist der Preiskampf hoch und die Margen gering. Es folgt eine Übersicht über die beliebtesten Baumärkte.

  • Platz 10

    Auf Rang zehn liegt Marktkauf. 3,2 Prozent der befragten Deutschen gaben an, 2010 dort eingekauft zu haben. 32,7 Prozent der 23.000 Befragten gaben übrigens an, gar keinen Baumarkt besucht zu haben.

  • Platz 9

    Auf Platz 9 landet Hellweg Baumarkt mit 3,7 Prozent.

  • Platz 8

    Die Globus-Kette steht auf Rang acht: 4,6 Prozent der Befragten gaben an, hier eingekauft zu haben.

  • Platz 7

    Max Bahr rangiert auf dem sechsten Platz mit einem Anteil von 5,5 Prozent.

  • Platz 6

    Nicht unter den Top-Five steht Bauhaus, nämlich nur auf Rang sechs. Mit 9,3 Prozent liegt die Kette nur knapp hinter ...

  • Platz 5

    ... Hornbach. Die auch durch intensive TV-Werbung recht bekannte Kette kommt auf zehn Prozent.

  • Platz 4

    Knapp davor rangiert mit 10,4 Prozent Hagebaumarkt.

  • Platz 3

    Etwas überraschend liegen die Baumärkte von Toom vor der Konkurrenz von Hagebaumarkt und Hornbach. Allerdings nur knapp: 10,6 Prozent der Befragten gehen hier gern shoppen.

  • Platz 2

    Mit deutlichem Abstand liegen die beiden Dickschiffe der Branche vorne. Die Silbermedaille geht an Praktiker. Die Kette befindet sich in einem umfangreichen Umbauprozess und musste dabei so manchen Rückschlag einstecken. 20,8 Prozent der Deutschen waren 2010 in einem der blau-gelben Märkte.

  • Platz 1

    Branchenführer im Hinblick auf die Beliebtheit ist Obi. Der Wert liegt bei 26,3 Prozent.

Hinter dem insolventen Vermieter Moor Park steht als größter Gläubiger die Royal Bank of Scotland (RBS). „Wir bedauern sehr, dass es nicht zu einer Einigung gekommen ist, obwohl die Verhandlungen weit fortgeschritten waren“, sagte eine Sprecherin der Bank am Mittwoch in Frankfurt. „Für uns völlig überraschend wurden ursprüngliche Forderungen aufgegriffen, von denen man wusste, dass sie nicht annehmbar sind.“ Die Bank arbeite nun mit Hochdruck an anderen Optionen und sei sehr zuversichtlich, einige in Kürze umsetzen zu können. Der Erhalt von Arbeitsplätzen spiele dabei eine wichtige Rolle.

Zunächst hatte sich die Baumarkt-Kette Hellweg für Max Bahr interessiert. Die Verhandlungen mit der RBS waren Mitte November gescheitert. Damals munkelte man in der Sanierungsbranche bereits, dass die RBS deshalb so hoch gepokert habe, weil sie einen „Plan B“ in der Tasche hat - eben den Verkauf jener Märkte, für die nun wohl konkrete Angebote vorliegen.

Weitere Artikel

Ob die Interessenbekundungen tatsächlich alle zu wirksamen Mietverträgen zu den erwarteten Konditionen führen, ist fraglich. Zumal an Baumarkt-Immobilien derzeit kein Mangel herrschen dürfte: So versucht auch Christopher Seagon, Insolvenzverwalter der Max-Bahr-Schwestergesellschaft Praktiker, Nachmieter für Dutzende Standorte zu finden. Das dürfte Auswirkungen auf die Immobilienpreise haben.

Das endgültige Aus für Max Bahr ist der letzte Akt der Insolvenz des Praktiker-Konzerns, der im Juli zahlungsunfähig wurde. Praktiker war 2012 noch die drittgrößte Baummarktkette in Deutschland. Das Unternehmen mit einstmals mehr als 300 Märkten mit rund 15.000 Beschäftigten zog auch das Tochterunternehmen Max Bahr in die Insolvenz. Alle Bemühungen der Insolvenzverwalter, größere Teile des Konzerns komplett zu veräußern, blieben erfolglos. Nach und nach gingen alle Märkte in den Ausverkauf.

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