Großaktionär: Haniel-Chef ist unzufrieden mit Metro

Großaktionär: Haniel-Chef ist unzufrieden mit Metro

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Der Handelskonzern Metro gerät unter Druck.

Metro steht unter Druck: Hauptaktionär Haniel bezeichnet die Wertentwicklung des Handelskonzerns öffentlich als unbefriedigend. Schlechter als erhofft lief es unter anderem bei der Tochter Kaufhof.

Der Chef des Handelskonzerns Metro, Olaf Koch, bekommt Druck von seinem größten Aktionär, der Duisburger Haniel-Gruppe. „Ich kann nicht sagen, dass wir zufrieden sind“, sagte Haniel-Chef Stephan Gemkow der „Welt am Sonntag“. Die Wertentwicklung bei Metro entspreche seit Jahren nicht Haniels Erwartungen. Die Duisburger Familien-Holding ist mit 30,01 Prozent an Metro beteiligt.

Umsatz Gewinn Galeria Kaufhof Metro Real

Umsatz und Gewinn der Konzernparten (zum Vergrößern bitte anklicken)

Die negativen Wechselkurseffekte unter anderem durch den Rubel-Verfall und der Verkauf des Real-Geschäfts in Osteuropa hatten den Metro-Umsatz im besonders wichtigen ersten Quartal des Geschäftsjahres 2014/2015 unter dem Strich um 2,2 Prozent auf 18,3 Milliarden Euro sinken lassen. Metro-Chef Olaf Koch hat unter anderem mit einem Dauerstreit bei der Tochter MediaSaturn und Verlusten im Russland-Geschäft zu kämpfen.

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Über Olaf Koch

  • Der Zahlen-Rocker

    Koch, 44, begann seine Karriere bei Daimler und arbeitete anschließend für den Finanzinvestor Permira. 2009 kam er als Finanzchef zu Metro und übernahm Anfang 2012 die Führung des Konzerns. In seiner Freizeit spielt der Vater dreier Kinder E-Gitarre – nach eigenem Befinden allerdings zu selten.

Die Metro-Aktie ist mit knapp 30 Euro aktuell nur noch halb so viel wert wie vor fünf Jahren. Das Aktienpaket abzustoßen sei derzeit nicht sinnvoll, sagte Gemkow der Zeitung. Die Papiere seien an der Börse unterbewertet. Zudem habe Haniel Probleme, das Geld anderweitig anzulegen: „Wir haben angesichts des gegenwärtigen Zinsniveaus keine Verwendung für weitere Liquidität.“ Rechnerisch ist das Metro-Paket rund 2,9 Milliarden Euro wert.

Deutlich schlechter als erhofft liefen die Geschäfte auch bei der Warenhaustochter Kaufhof. Dort sorgte der warme Herbst dafür, dass sich die Winterware lange Zeit unverkauft in den Geschäften stapelte. Erst im Dezember kam das Geschäft in Gang. Doch reichte dies nicht mehr aus, um den schwachen Saisonauftakt wettzumachen. Immerhin schlug sich Kaufhof aber mit einem Umsatzminus von einem Prozent deutlich besser als der Konkurrent Karstadt, der im November und Dezember nach eigenen Angaben Umsatzeinbußen von sechs Prozent verkraften musste.

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Die Währungsturbulenzen auf dem russischen Markt belasteten vor allem die Großhandelssparte Metro C&C, die noch bis vor kurzem zu den wichtigsten Wachstumsmotoren der Sparte gezählt hatte. Zwar konnte der Konzern trotz aller diplomatischen Spannungen in seinen russischen Großmärkten im Weihnachtsquartal zweistellige Umsatzzuwächse erzielen - wohl auch wegen der durch den Rubel-Verfall ausgelösten Hamsterkäufe und der hohen Inflation im Lande. Doch wurden diese Zuwächse durch den Wertverfall des Rubel bei der Umrechnung in Euro mehr als aufgezehrt.

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