Großbritannien: Rheumamittel im Pferdefleisch gefunden

Großbritannien: Rheumamittel im Pferdefleisch gefunden

von Yvonne Esterházy

Jetzt hat der Skandal um das als Rinderhackfleisch deklarierte Pferdefleisch in Fertiggerichten auch die deutsche Kette Edeka erreicht. In dem Fleisch wurden Rückstände von Medikamenten gefunden.

Nun ist auch die Einzelhandelskette Edeka bei der Suche nach Pferdefleisch in Fertiggerichten fündig geworden. In dem Tiefkühl-Produkt "Gut & Günstig Lasagne Bolognese" seien bei Analysen in einzelnen Stichproben geringe Mengen Pferdefleisch gefunden worden, sagte ein Edeka-Sprecher. Der Artikel sei bereits am Dienstag vorsorglich aus dem Verkauf genommen worden, nachdem der Lieferant eine mögliche Beimischung von Pferdefleisch nicht habe ausschließen können. Der Anteil liege bei einem bis fünf Prozent.

Besonders brisant: Der französische Großhändler Spanghero hat nach Erkenntnissen französischer Ermittler wissentlich als Rind gekennzeichnetes Pferdefleisch vertrieben. Frankreichs Verbraucherschutzminister Benoît Hamon beschuldigte das Unternehmen am Donnerstag des „wirtschaftlichen Betrugs“. Während einer Pressekonferenz in Paris kündigte Hamon die „Säuberung der Branche“ an. Inspekteure der Verbraucherschutzbehörde DGCCRF hatten das Unternehmen in Castelnaudary im Südosten von Toulouse am Montag untersucht.

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Außerdem haben britische Lebensmitteltester in acht nach Frankreich exportierten Pferdekörpern das Medikament Phenylbutazon nachgewiesen. Das Mittel wird bei Pferden auch als Dopingmittel verwendet, bei Menschen kurzzeitig gegen Rheuma. Die britische Lebensmittelaufsicht FSA testete die Tiere am Tag ihrer Schlachtung. Die Proben seien jetzt ausgewertet worden.

600 Hamburger wären eine bedenkliche Dosis

Das Fleisch sei von Großbritannien nach Frankreich verkauft worden, sagte Ernährungsstaatssekretär David Heath im britischen Parlament nach Angaben der BBC. Insgesamt seien 206 geschlachtete Pferde getestet worden, bei acht fielen Spuren des Medikaments auf. Fünf davon seien nicht in den Nahrungskreislauf gelangt, hieß es von der Lebensmittelaufsicht. Die Lebensmittelaufsicht arbeite eng mit den französischen Behörden zusammen, um das Fleisch aus der Nahrungskette zurückzuhalten. Tests auf Phenylbutazon in Frankreich seien bislang negativ ausgefallen. Die Gesundheitsamtschefin für England, Dame Sally Davies, verwies allerdings darauf, dass Phenylbutazon im Fleisch für Menschen ein geringes gesundheitliches Risiko aufweist. Man müsse etwa 600 Hamburger essen, um nur annähernd die Tagesdosis zu erreichen.

In London kritisierte der Umwelt- und Nahrungsmittelausschuss des Unterhauses die langsame Reaktion der britischen Regierung auf den Fleischskandal. Es entstehe der Eindruck, dass die Öffentlichkeit systematisch und auf eine zynische Art und Weise hinters Licht geführt worden sei, damit sich Lebensmittel-Hersteller bereichern konnten. Der Ausschuss rief Regierung und Lebensmittelaufsicht auf, noch schärfere Lebensmittel-Tests anzuordnen.

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