Gute Ernte: Pommes und Zucker werden billiger

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Gute Ernte: Pommes und Zucker werden billiger

Nach Käse und Butter werden auch Kartoffelprodukte billiger. Die Verbraucher profitieren von der guten Ernte. Die Preissenkung dürfte Auswirkungen auf den gesamten Handel haben.

Nach den Milchprodukten werden in Deutschland auch Pommes frites und Zucker billiger. Deutschlands Discounter Aldi senkte am Samstag die Preise für Pommes frites, Kroketten und andere Kartoffelerzeugnisse um teilweise mehr als 16 Prozent. Und wie stets folgten weitere Handelsketten wie Norma und Netto dem Marktführer auf dem Fuße.
Zucker wird beim Discounter sogar teilweise um mehr als 20 Prozent günstiger angeboten. Aldi gebe damit gesunkene Einkaufspreise an die Kunden weiter, hieß es. Aldi-Preissenkung haben in der Regel immer Auswirkungen auf den gesamten Handel. Denn viele Wettbewerber orientieren sich im Preiseinstiegsbereich am Aldi-Kurs.

Die Deutschen stehen auf Wurst und Fleisch

  • Verzehr von Fleisch ist "selbstverständlich"

    Für viele Deutsche ist ein Frühstück ohne Wurst kaum vorstellbar. Eine repräsentative Befragung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat ergeben, dass 85 Prozent aller Deutschen den Verzehr von Fleisch und Wurst als „selbstverständlich und naturbewusst“ ansehen. 83 Prozent der Befragten wollen unter keinen Umständen auf den Verzehr von Fleisch und Wurstwaren verzichten.

  • Kein schlechtes Gewissen

    Die Studie zeigt, dass jeder zweite Deutsche zumindest einmal am Tag Wurst oder Fleisch verzehrt. Ein Viertel der Befragten hat ein schlechtes Gewissen, wenn er an die geschlachteten Tiere denkt. Knapp 42 Prozent achten beim Fleischeinkauf jedoch insbesondere auf einen möglichst günstigen Preis.

  • Grillen ist Männersache?

    Über 80 Prozent der Befragten essen gerne gegrilltes Fleisch und gegrillte Würstchen. Das Grillen ist eines der beliebtesten Hobbys der Deutschen und ganz klar eine Männerdomäne. Sechs von zehn Befragten sind der Meinung, dass „Männer einfach mehr Fleisch zum Essen brauchen als Frauen.“ Frauen sind hingegen weniger häufig bedingungslose Fleischesser. Sie haben nicht nur häufiger gesundheitliche Bedenken beim Fleischkonsum, sie achten auch eher auf die Herkunft des Fleisches.

  • Fleischskandale ändern Ansichten

    Nur etwas mehr als jeder Dritte (36 Prozent der Befragten) gab an, beim Fleischkonsum vorsichtiger geworden zu sein. Die Fleischskandale der vergangenen Jahre haben zu einem Umdenken bei vielen Fleischkonsumenten geführt: Ein Drittel der Studienteilnehmer sagt, dass eine vegetarische Ernährung gesünder sei. Außerdem könne der Verzicht auf Fleisch Gesundheitsrisiken vorbeugen.

  • Gesundheitliche Risiken durch den Fleischkonsum

    Während sich ein Großteil der Befragten beim Fleischkonsum mit gesundheitlichen Risiken konfrontiert sieht, verzichten nur 15 Prozent generell auf Fleisch. Lediglich drei Prozent gaben an, sich ausschließlich vegetarisch zu ernähren. Zwölf Prozent der Befragten kaufen ausschließlich Bio-Fleisch. Allerdings legen 65 Prozent der Befragten laut der Studie keinen besonderen Wert auf die artgerechte Haltung der Tiere.

  • Fleisch ist nicht gleich Fleisch

    Doch nach Meinung vieler Befragter ist Fleisch nicht gleich Fleisch: 58 Prozent der Befragten gaben an, Geflügel – sogenanntes „weißes Fleisch“– sei gesünder als „rotes Fleisch“ von Rind oder Schwein. Doch die Geflügelskandale der vergangenen Jahre beunruhigen die deutschen Fleischkonsumenten. 29 Prozent kaufen ihr Fleisch deshalb direkt bei Bauern oder Erzeugern.

  • Fleischkonsum als Gruppenzwang?

    Fleischkonsum als Gruppenzwang? Knapp 19 Prozent der Studienteilnehmer gaben an, weniger Fleisch und Wurst einkaufen zu wollen, Familie oder Partner wollten aber nicht auf Fleisch verzichten. Insbesondere Frauen haben ein ambivalentes Verhältnis zum Fleischkonsum. Ein Viertel der weiblichen Studienteilnehmer gab an, zumindest zeitweise auf den Verzehr von Fleisch oder Wurstwaren zu verzichten.

  • Fleischkonsum ist Bildungsfrage

    Alter, Bildung und Herkunft der Befragten spielten eine Rolle: So achten 54 Prozente der 20- bis 29-Jährigen beim Fleischeinkauf auf einen günstigen Preis. Dagegen haben 34 Prozent der Jüngsten (14- bis 19-Jährige) ein schlechtes Gewissen, wenn sie beim Fleischkonsum an die geschlachteten Tiere denken. Menschen mit höherer Schuldbildung essen weniger Fleisch, als Menschen mit niedriger Bildung. In den neuen Bundesländern waren 90 Prozent aller Befragten der Meinung, dass Fleischessen beim Menschen naturbedingt ist.

  • Zur Studie der GfK-Marktforschung

    Die durch den „Wort & Bild Verlag“ veröffentlichte Studie wurde von der GfK-Marktforschung vom 9. bis zum 27. August 2013 als telefonische Befragung durchgeführt. In diesem Rahmen wurden 2094 Befragte im Alter ab 14 Jahren befragt. Die nach Quoten gezogene Stichprobe gilt als repräsentativ für die Bundesrepublik Deutschland.

Netto „senkt marktkonform ebenfalls die Preise ausgewählter Eigenmarkenprodukte“, wie eine Sprecherin am Samstag mitteilte. Sie nannte unter anderem Zucker und Tiefkühlprodukte wie Pommes Frites. Auch Norma folgt in den gleichen Warengruppen der Aldi-Preissenkung. „Jeden an den internationalen Einkaufsmärkten erzielten Preisvorteil geben wir sofort an unsere Kunden weiter“, heißt es in einer Mitteilung vom Samstag.

Rekorderträge bei der diesjährigen Kartoffelernte haben die Preise für die Erdäpfel auf Talfahrt geschickt. Die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) beschrieb die Lage am Freitag drastisch: „Die Ernte geht über den Bedarf hinaus, die Konkurrenz ist groß und das Exportventil ist weitgehend verstopft.“ Aktuell reichten vielerorts nicht einmal die Lagermöglichkeiten aus. Und selbst die Möglichkeiten zur Verfütterung der Kartoffeln in der Tierfütterung, in der Biogasproduktion und in der Stärkeindustrie seien oft schon ausgeschöpft. Trotz hoher Erträge und guter Qualitäten seien die Bauern die Verlierer, während sich die Verbraucher über günstige Preise freuen könnten.

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Auch beim Zucker klagen die großen deutschen Hersteller wie Südzucker bereits seit Monaten über sinkende Preise. Hier sorgt aber nicht nur die gute Ernte für Probleme. Auch das für Ende September 2017 terminierte Auslaufen der Marktregulierung auf dem Zuckermarkt wirft seine Schatten voraus. Die Preissenkungen bei Pommes frites und Zucker passen aber auch in die aktuelle Strategie von Aldi. Der Discounter versucht zurzeit, mit immer neuen Rotstift-Aktionen sein Preisimage zu schärfen. Erst vor einer Woche hatte er die Käsepreise deutlich gesenkt.


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