Halloren: Schokoproduzent setzt auf mysteriösen Investor

Halloren: Schokoproduzent setzt auf mysteriösen Investor

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Charlie Investors soll den Schokoladenhersteller aus dem Umsatz-Tief holen.

von Mario Brück und Martin Seiwert

Ein Ex-Lehman-Banker und sein Bruder sollen dem kriselnden Schokohersteller Halloren neue Märkte öffnen. Was das Duo dazu befähigt, ist unklar.

Einer der wenigen DDR-Vorzeigebetriebe, die bis heute erfolgreich überlebt und Richtung Westen expandiert haben, ist Halloren. Die 1804 gegründete Schokoladenfabrik aus Halle an der Saale ging sogar 2007 an die Börse und konnte sich bis heute in der Marktwirtschaft behaupten. Das Erfolgsprodukt ist nach wie vor die Halloren-Kugel – mit Betonung auf dem „o“ –, die Volkspraline des Ostens.

Das war’s aber auch schon an Glamour. Obwohl 95 Prozent der Ostdeutschen die Marke kennen, fristet sie gegenüber Wettbewerbern wie Ritter-Sport, Milka oder Lindt ein Schattendasein. Halloren gilt nicht als Wachstumsrakete oder Dividendenmaschine.

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Dennoch wurde der Mittelständler mit 120 Millionen Euro Umsatz im Oktober 2014 zum Objekt der Begierde: für ein in Wirtschafts- und Finanzkreisen völlig unbekanntes Unternehmen namens Charlie Investors. Der in Luxemburg eingetragene Investor sammelte über Kapitalerhöhungen 19 Prozent der Halloren-Aktien ein – unter Ausschluss des Bezugsrechts der Aktionäre, deren Anteile am Unternehmen dadurch verwässert wurden.

Schoko-Hersteller Halloren Hoppla, der Gewinn ist futsch

Der Chef des Schokoherstellers Halloren versprach wenige Wochen vor Ende des Geschäftsjahres sichere Gewinne. Vier Monate später haben sie sich jedoch in Luft aufgelöst. Jetzt droht auf der Hauptversammlung Gegenwind.

Halloren-Chef Klaus Lellé Quelle: dpa

Seitdem verspricht Halloren-Chef Klaus Lellé, der neue Großaktionär werde Halloren Exportmärkte in Asien und den USA öffnen. Wer aber genau hinter Charlie steckt und wie die Investoren die Versprechungen einlösen wollen, darüber schweigt das Unternehmen beharrlich. Nichts deutet bisher darauf hin, dass die Geldgeber sich im Lebensmittelhandel oder in der Süßwarenbranche auskennen.

Entsprechend spannend und kontrovers dürfte die Hauptversammlung am Mittwoch werden. Die irritierten Privataktionäre – der Streubesitz liegt bei 50 Prozent – werden erneut fragen, wer der geheimnisvolle Großaktionär ist, warum er sich ausgerechnet für Halloren interessiert – und was er mit dem kriselnden Traditionsunternehmen vorhat.

Einen Retter braucht das Unternehmen. Nach vielen Übernahmen von regionalen und internationalen Konkurrenten sank der Umsatz 2014 um drei Prozent auf knapp 120 Millionen Euro.

Der Jahresüberschuss schmolz wie Schokolade in der Junisonne um mehr als 90 Prozent auf magere 200.000 Euro. Im ersten Quartal 2015 hat sich die Lage zugespitzt: Der Umsatz fiel zweistellig, Halloren schrieb Verluste. Grund ist die Übernahme des belgischen Herstellers Bouchard, die zum Desaster geriet. Den Belgiern brach im vergangenen Jahr ein wichtiger Kunde in den USA weg. Resultat war ein operativer Verlust, der den gesamten Konzern belastet.

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