Halloween: Das Geschäft mit dem Grusel-Fest

Halloween: Das Geschäft mit dem Grusel-Fest

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Halloween sorgt für einen Millionen-Umsatz

Halloween-Fans spülen in diesen Tagen wieder viel Geld in die Kassen des Einzelhandels. Für zahlreiche Branchen ist das Geschäft mit dem Grusel zu einem „zweiten Karneval“ geworden. Doch die Erlöse bröckeln.

Kostüme, Kürbisse, klaffende Wunden und viel Süßes: Das Halloween-Fest am 31. Oktober ist nicht nur für Grusel-Fans ein Grund zur Freude - von dem Zombie-Fieber profitiert auch die Wirtschaft. Vor allem bei Kostümherstellern, Süßwarenproduzenten und in der Spielwarenbranche klingeln in diesen Tagen ordentlich die Kassen. „Damit mausert sich Halloween zum zweiten Karneval“, sagt Willy Fischel, Geschäftsführer vom Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels (BVS).

Aber der Zenit scheint überschritten - zumindest für die Kostümhersteller. Nach Angaben der Fachgruppe Karneval im Deutschen Verband der Spielwaren-Industrie (DVSI), die gut zwei Drittel des Marktes vertritt, wurden vor vier Jahren mit Masken, Kostümen und Horror-Accessoires 30,75 Millionen Euro Umsatz erzielt - mehr als heute. Denn seitdem sind die Zahlen leicht rückläufig, auch wenn 2014 etwa mit 600 000 verkauften Kostümen und 1,3 Millionen Schminksets immer noch 28 Millionen Euro erlöst wurden.

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Halloween-Fakten

  • Das Geschäft

    Nach Weihnachten ist Halloween das kommerziell erfolgreichste Fest in den USA. Laut Angaben des Verbands der nationalen Süßwarenhersteller kaufen US-Bürger allein an Halloween Süßigkeiten für mehr als 2 Milliarden Dollar (1,8 Milliarden Euro). Insgesamt geben sie sogar um die 7 Milliarden Dollar (6,35 Milliarden Euro) pro Jahr aus, davon mehrere hundert Millionen alleine für Haustier-Kostüme.

  • Der Spruch

    Der Ausspruch „Süßes oder Saures!“ geht vermutlich auf den Brauch des Seelenkuchens zurück. Vor allem in England und Irland zogen arme Leute seit dem Mittelalter von Tür zu Tür und beteten für die Seelen der Verstorbenen. Oft waren sie verkleidet und trugen Laternen, die sie aus Rüben geschnitzt hatten. Im Gegenzug erhielten sie Seelenkuchen, einen kleinen, runden Früchte- oder Gewürzkuchen. Im deutschen Sprachraum redete man von Seelenbroten, daher stammt auch der Ausdruck „Seele“ für das Gebäck.

  • Die Tiere

    Wenn Halloween ansteht, werden Tierheime in den USA wachsam. In den vergangenen Jahren gaben manche im Oktober ungern schwarze Katzen weg - aus Sorge, dass sie von Satanisten geopfert werden könnten. Einige Tierschützer halten es allerdings für eine Großstadtlegende, dass es solche Opferungen gibt.

„Auf die durchknallende, sensationelle Neuheit warten wir leider schon seit Jahren vergeblich, auch das Halloween-Rad wird nicht noch mal neu erfunden“, meint Susanne Müller vom gleichnamigen Partyartikel-Hersteller aus dem fränkischen Neustadt bei Coburg. Neuheiten könnten höchstens noch durch einen gruseligen Hollywood-Film kommen, sagt Dieter Tschorn vom DVSI. Leichte Variationen gibt's zwar jedes Jahr - also neue Hexenkostüme, Vampirzähne oder Totenköpfe. Doch bei den meisten Halloween-Fans sind die Kostümkisten inzwischen offenbar voll.

Statt komplette Verkleidungssets zu verkaufen, setzen die Kostümhersteller deshalb vermehrt auf markante Einzelstücke, obendrein auf Schminke statt Masken. „Man kauft Zubehörteile wie Perücken oder blutbeschmierte Strümpfe und stellt sich daraus sein individuelles Kostüm zusammen“, sagt Müller.

10 Millionen für Süßes

Zumindest von Süßigkeiten zum gruseligen Schabernack können die Deutschen nicht genug bekommen. Nach sechs Millionen Euro Umsatz mit speziell für Halloween kreiertem Naschwerk im Vorjahr werden für diese Saison rund zehn Millionen Euro erwartet, heißt es vom Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI). Das wäre eine klare Steigerung. Dennoch sei das Grusel-Fest im Vergleich zu Weihnachten und Ostern noch immer klar zweitrangig für die deutsche Süßwarenindustrie. Zum Jahresumsatz schießen Fruchtgummis und Schokolade in Form von Kürbissen und Monsteraugen nur rund 0,5 Prozent bei - anders als in den USA, wo Halloween und der Valentinstag die Kassenschlager schlechthin sind.

Suchen Sie noch nach Ideen für ihr Halloween-Kostüm. Eine Modemagazin ließ sich von den letzten 100 Jahren inspirieren.

Wie beliebt Halloween inzwischen aber auch hierzulande ist, zeigt sich auch beim Absatz von Kürbissen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden im vergangenen Jahr knapp 70 000 Tonnen verkauft, etwa ein Fünftel mehr als 2013. Im Oktober gehen erfahrungsgemäß rund 40 Prozent des deutschen Gesamtabsatzes über die Ladentheke, wie eine Sprecherin der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft sagte.

Auch die Getränkeindustrie freut sich über zahlreiche Partys, Freizeitparks beginnen schon im September mit ihren umfangreichen Halloween-Vorbereitungen: Die DVSI-Fachgruppe Karneval schätzt den Umsatz über alle beteiligten Branchen hinweg auf gut 200 Millionen Euro. Zumindest verglichen mit den USA ist das noch wenig: Der Handelsverband National Retail Federation bezifferte den Halloween-Umsatz in Amerika 2014 auf 7,4 Milliarden Dollar. 23 Millionen Amerikaner statten selbst ihre Tiere mit Kostümen im Grusel-Look aus.

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