
Im Machtkampf mit dem Mehrheitseigner Metro um Europas größte Elektrohandelskette Media-Saturn verliert Firmengründer Erich Kellerhals einen wichtigen Verbündeten im Aktionärskreis. Media-Saturn-Mitbegründer Leopold Stiefel kündigte am Montag an, seine Familie und er selbst würden sich von ihren Media-Saturn-Anteilen in Höhe von insgesamt 2,97 Prozent trennen und diese an den Düsseldorfer Handelskonzern Metro verkaufen. Derzeit fänden Vertragsverhandlungen statt.
"Nachdem ich mich schon vor Jahren entschlossen habe, meine Anteile zum gegebenen Zeitpunkt vertrauensvoll in die Hände des Mehrheitsgesellschafters Metro zu legen, habe ich diesen Schritt nun vollzogen", betonte Stiefel. Er wolle Media-Saturn künftig als Berater zur Seite stehen.
Bild: Illustration: Torsten WolberMedia Markt hat in seinen Geschäften eine ausgeklügelte Vermarktungs- und Produktplatzierungs-Strategie umgesetzt. Kunden werden mit Fußspuren zu Angeboten gelotst und an den Mobilfunkständen prangen die Logos der Anbieter. Media Markt profitiert doppelt von seiner Markt-Verkaufsstrategie: Einerseits sollen die Kunden dadurch zum Kaufen animiert werden, andererseits müssen die Hersteller der Geräte oft ordentliche Summen dafür bezahlen, dass ihr Logo groß an einer Wand in einem Media Markt hängt.
Bild: Illustration: Torsten WolberRegalplatz für hochauflösende Fernsehgeräte: Hersteller zahlen Pauschalen von bis zu 60.000 Euro*, damit Media Markt sie ins Sortiment aufnimmt
* eigene Recherchen und Schätzungen auf Basis von Zahlenangaben aus mindestens einer Media-Markt-Filiale
Bild: Illustration: Torsten WolberWerbelogos von Top- Elektronikmarken an den Wänden: Unternehmen zahlen bis zu 5000 Euro* pro Fläche
* eigene Recherchen und Schätzungen auf Basis von Zahlenangaben aus mindestens einer Media-Markt-Filiale
Bild: Illustration: Torsten WolberInternet-Ecke: Promotionsagentur MV Group steht im Verdacht auf Schmiergeldzahlungen an Media-Markt-Manager in Höhe von 3,6 Millionen Euro
Bild: Illustration: Torsten WolberPromotioninsel für Mobilfunk: Geheime, möglicherweise wettbewerbswidrige Vertragsklausel mit Debitel sicherte Media Markt offenbar eine Erfolgsbeteiligung in Millionenhöhe zu
Bild: Illustration: Torsten WolberPalettenplätze für Lockangebote an von Kunden stark frequentierten Durchgängen: Für solche Sonderaktionen zahlen Hersteller bis zu 40.000 Euro*
* eigene Recherchen und Schätzungen auf Basis von Zahlenangaben aus mindestens einer Media-Markt-Filiale
Bild: Illustration: Torsten WolberTrittspuren auf dem Fußboden, die zu einem Produkt mit einem „guten Preis“ führen: Hersteller dürften dafür bis zu 20.000 Euro* als Werbekostenzuschuss zahlen
* eigene Recherchen und Schätzungen auf Basis von Zahlenangaben aus mindestens einer Media-Markt-Filiale
Media Markt hat in seinen Geschäften eine ausgeklügelte Vermarktungs- und Produktplatzierungs-Strategie umgesetzt. Kunden werden mit Fußspuren zu Angeboten gelotst und an den Mobilfunkständen prangen die Logos der Anbieter. Media Markt profitiert doppelt von seiner Markt-Verkaufsstrategie: Einerseits sollen die Kunden dadurch zum Kaufen animiert werden, andererseits müssen die Hersteller der Geräte oft ordentliche Summen dafür bezahlen, dass ihr Logo groß an einer Wand in einem Media Markt hängt.
Firmengründer Kellerhals hält 22 Prozent an dem Elektronikfachhändler. Kellerhals liegt mit dem Metro-Management seit längerem im Clinch über den Kurs von Media-Saturn. Der Streit entzündet sich insbesondere an dem Beirat, den die Metro bei Media-Saturn gegen den Willen von Miteigner Kellerhals eingerichtet hat.
Der Metro sind die Veto-Rechte von Kellerhals bei Media-Saturn seit langem ein Dorn im Auge. Der Handelsriese will sie aushebeln, um Entscheidungen bei der Tochter schneller durchsetzen zu können. Metro hielt ohne den Anteils Stiefels rund 75 Prozent an dem Betreiber der Handelsketten Media Markt und Saturn, benötigt aber laut Firmenstatuten für wichtige Entscheidungen eine Mehrheit von 80 Prozent.
























