Handelskonzern: Metros Strategie für ein Leben nach dem Dax

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Handelskonzern: Metros Strategie für ein Leben nach dem Dax

Kann Olaf Koch die Metro AG mit dem Teilverkauf der Warenhaustochter Real wieder auf Kurs bringen? Wie sich der deutsche Handelsriese für die Zeit nach dem Abstieg aus dem Dax rüstet.

Ein Mann mit weißer Kochmütze steht am Steuerrad und dirigiert einen tief im Wasser liegenden Tanker direkt auf einen Eisberg zu. Nein, das Flugblatt, das Verdi-Betriebsräte vor einigen Tagen vor der Metro-Zentrale in Düsseldorf verteilten, ist nicht sonderlich subtil geraten. „Die Irrfahrt der Metro“ gehe in die nächste Runde, ist darauf zu lesen. Sparprojekte und exzessive Beratereinsätze würden zum Frustrationsprogramm für Mitarbeiter, mahnt die Gewerkschaft Metro-Vorstandschef Olaf Koch.

Auch unter den Aktionären des Konzerns würde die Kampfschrift derzeit wohl reißenden Absatz finden – wenn auch aus anderen Gründen. Der Kurs der Metro-Aktie steuert seit geraumer Zeit in die falsche Richtung. Seit Anfang 2011 sank der Wert des Papiers um mehr als 50 Prozent (siehe Chartgalerie). Nun heißt es: Eisberg voraus! Jetzt entscheidet sich, ob den Machtkämpfen und internen Querelen der vergangenen Jahre und dem damit einhergehenden Kursverfall nun der Rauswurf aus der Top-Liga des Deutschen Aktienindex (Dax) folgt. Koch will den voraussichtlichen Dax-Abgang nutzen, um die Wende zum Besseren einzuläuten. Sollte die Entscheidung gegen Metro fallen, „gehen wir erhobenen Hauptes in die zweite Liga“, heißt es intern.

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Mit Nachdruck treibt Koch denn auch ein Thema voran, das den Konzern schon seit Jahren in Atem hält: die Zukunft der SB-Warenhaustochter Real. Der Metro-Vorstand lotet einen Teilverkauf aus, heißt es übereinstimmend in Unternehmens- und Finanzkreisen. Auf den Dax-Verbleib dürften die Verkaufspläne indes kaum noch Auswirkungen haben.

Warten auf das Wunder

Schon Ende Mai hatte die WirtschaftsWoche eine Frage aufgeworfen, die seither Analysten, Investoren und das Metro-Management umtreibt: „Dax ade?“ Am Mittwoch wird der Arbeitskreis Aktienindizes, der über die Zusammensetzung des Börsenbarometers wacht, eine Antwort geben. Die Chancen für einen Verbleib stehen schlecht. Aus eigener Kraft kann Metro den Klassenerhalt nicht schaffen, glauben Analysten. „Wenn nicht noch ein Wunder geschieht, fliegt Metro aus dem Index“, erwartet Silke Schlünsen, Expertin der Close Brothers Seydler Bank in Frankfurt. Nach ihren Berechnungen hätte der Durchschnittskurs der Aktie in den vergangenen 20 Handelstagen bei 25,59 Euro liegen müssen, um den Verbleib im Dax zu sichern. Bis Donnerstag lag der Wert laut Schlünsen lediglich bei 23,75 Euro.

Ausgerechnet Metro, einem Konzern, der 66,7 Milliarden Euro umsetzt, ein Handelsgigant, der seit der Dax-Gründung 1988 neben Schwergewichten wie Siemens und der Deutschen Bank in der ersten Börsenliga spielt, droht der Abstieg ins Mittelfeld. Was für ein Niedergang.

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