Handelsstudie: Note drei plus für deutsche Innenstädte

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Handelsstudie: Note drei plus für deutsche Innenstädte

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Den Innenstädten droht eine Verödungsspirale.

von Henryk Hielscher

Eine Studie zeigt: Viele Besucher von Fußgängerzonen sind mit den stationären Angeboten nur mäßig zufrieden – sie kaufen verstärkt im Netz ein.

„Die Paketbombe“ lautete der Titel einer WirtschaftsWoche-Ausgabe im Herbst 2013. Auf dem Cover war ein riesiges Amazon-Paket zu sehen, das eine Innenstadt unter sich begrub. Das eingängige Bild könnte für viele deutsche Städte zur Realität werden.

Das legt eine aktuelle Untersuchung des Kölner Instituts für Handelsforschung  (IFH Köln) nahe, die die Handelsexperten gemeinsam mit dem Handelsverband Deutschland (HDE), der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing sowie weiteren Kooperationspartnern erstellt haben. Dazu wurden insgesamt 33.000 Besucher von deutschen Innenstädten befragt.

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Das Ergebnis: Der wachsende Online-Handel verschärft die Wettbewerbssituation vor Ort. Jeder fünfte Innenstadtbesucher gab an, verstärkt online einzukaufen und aus diesem Grund die Innenstadt seltener zum Einkaufen zu besuchen. Kleinstädte und Metropolen seien dabei gleichermaßen von Frequenzverlusten betroffen.

Der Rückgang der Besucherströme könnte sich noch verschärfen. Denn schon heute gelten viele Citys offenbar als wenig attraktiv. Im Schnitt bewerteten die befragten Innenstadtbesucher die Stadtzentren mit der Schulnote drei plus.

Sowohl junge als auch ältere Konsumenten seien mit ihren Stadtzentren zwar halbwegs zufrieden. Doch zugleich werden Angebote in den Sortimentsbereichen Fashion, Lebensmittel/Getränke und Multimedia/Elektronik/Foto vermisst. Besonders in kleinen und mittelgroßen Städten sind aus Sicht der Kunden Handelsangebote im Bereich Bekleidung rar – teilweise jeder dritte Innenstadtbesucher bemängelt die Auswahl in diesem Bereich.

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Damit könnte vielen deutschen Städten in den kommenden Jahren eine Verödungsspirale drohen. Denn je weniger attraktiv die Einkaufsmeilen aus Kundensicht sind, desto mehr Kunden ordern im Netz. Die Folge wären Ladenschließungen und damit zusätzliche Angebotslücken, die wiederum Frequenzverluste nach sich ziehen.

Kein Wunder, dass sich der Einzelhandel angesichts solcher Perspektiven längst auf die Beobachtungslisten von Sanierungs- und Insolvenzexperten gerückt ist. „Vor allem in der Möbelbranche und  im Textilhandel gibt es noch erheblichen Restrukturierungsbedarf“, sagt Detlef Specovius, Sanierungsberater bei der Wirtschaftskanzlei Schultze & Braun.

„Die Einzelhändler stehen vor einem strukturellen Problem“, so Specovius. Die Kunden würden immer mehr Waren im Netz kaufen. Trotzdem sei die stationäre Verkaufsfläche in den vergangenen Jahren kaum gesunken. „Ohnehin angeschlagene Filialketten haben sich vielmehr zusätzlichen Umsatz durch Neueröffnungen erkauft“, so Specovius.

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