Hauptversammlung: Beate Uhse versucht mit neuem Logo den Imagewandel

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Hauptversammlung: Beate Uhse versucht mit neuem Logo den Imagewandel

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Neuer Schriftzug - neues Image. Beate Uhse will noch mehr junge Frauen für sich begeistern.

von Henryk Hielscher

Der Erotik-Konzern Beate Uhse ist in die Jahre gekommen. Nun soll ein neues Logo den Imagewandel einleiten und jüngere Frauen zum Erotik-Shopping verführen.

Mit einem neuen Logo will der Flensburger  Erotikkonzerns Beate Uhse seinen Imagewandel vorantreiben. Das Ziel des 1946 gestarteten Unternehmens: Vor allem jüngere Frauen sollen Beate Uhse als Marke für sich entdecken – und künftig online wie offline Sex-Artikel ordern. Die Pläne hat das Unternehmen bei der Hauptversammlung in Flensburg vorgestellt. Die Marktforschung habe gezeigt, dass die Marke bislang mit den Kunden gealtert sei, sagte das neue Vorstandsmitglied Erwin Cok, der für das operative Geschäft zuständig ist.

60 Prozent der Kunden seien bereits heute weiblich und 80 Prozent der Produkte für Frauen. „Das denkt nur niemand, wenn er die Marke heute sieht“, so Cok.

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Der Wandel in Europas größtem Erotikkonzern ist überfällig. Wirtschaftlich herrscht bei den Flensburger Sex-Veteranen schon seit Jahren tote Hose. Während die sexuelle Revolution Beate Uhse neue Kundschaft bescherte, erwies sich die digitale Revolution als Existenzbedrohung für das Unternehmen.

Nicht nur das vormals wichtige Geschäft mit Pornos und Erotikfilmen brach angesichts des weitgehend kostenfreien Treibens im Netz ein. Auch der klassische Verkauf von Sex-Artikeln über Filialen oder Kataloge wanderte großteils in die vermeintliche Anonymität des Internets ab. Zwar betreibt auch Beate Uhse seit Jahren eigene Web-Angebote. Doch der Wettbewerb ist hier ungleich härter. So verzeichnet das Unternehmen seit 2005 sinkende Umsätze, von ehemals 284,8 Millionen Euro haben sich die Erlöse bis 2012 fast halbiert. Wichtiger noch: Seit 2010 schreibt das Unternehmen rote Zahlen und hing am Tropf der Kreditgeber.

Erst in den letzten Quartalen gelang es Vorstandschef Serge van der Hooft, die Lage wieder etwas zu entspannen. Bei der Hauptversammlung erklärte er, es sei eine „zunehmende Stabilisierung in Umsatz und Ergebnis von Quartal zu Quartal“ zu beobachten. Im ersten Quartal 2013 legte der Umsatz des Erotikhändlers um 1,6 Prozent auf fast 36 Millionen Euro zu. Für das Geschäftsjahr 2013 plant das Unternehmen mit einem Umsatz von 142 bis 147 Millionen und einem operativen Ergebnis von zwei bis vier Millionen Euro. Dazu soll auch eine neue E-Commerce-Plattform beitragen und den Markenwandel unterstützen.

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Online-Wettbewerber sehen den neuen Ambitionen des in die Jahre gekommenen Unternehmens indes gelassen entgegen. Im Grunde sei die Neuausrichtung richtig, sagt etwa Lea-Sophie Cramer, Gründerin des Berliner Startups Amorelie. Nur käme Beate Uhse damit „einen Tick zu spät.“ Cramers eigenes Unternehmen startete im Herbst 2012 und verzeichnet seither stürmisches Wachstum. Angst, dass die neue Online-Offensive der Flensburger auf das Geschäft von Amorelie durchschlägt, hat Cramer, nicht.

Im Gegenteil: Die Gründerin, die zuvor das asiatische Geschäft des Rabattportals Groupon leitete, wähnt ihr Startup im Vorteil: So sei das Sortiment hochwertiger, ihre Mannschaft verfüge über mehr Erfahrung im Online-Geschäft, zudem sei das Unternehmen ein reiner Online-Player, muss also keine kostspieligen Filialumbauten oder Schließungen finanzieren. Doch reicht das aus, um dereinst die Erotik-Ikone Beate Uhse vom Thron zu stoßen?

Kampflos, so viel ist sicher, werden die Flensburger nicht weichen. „Die Marke Beate Uhse war in den vergangenen Jahren gealtert“, räumte Cok bei der Hauptversammlung ein. Doch „das Potential ist zweifelsohne ungebrochen“.

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