Hauptversammlung: Bohrende Fragen an Adidas-Boss Hainer

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Hauptversammlung: Bohrende Fragen an Adidas-Boss Hainer

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An sich hat Adidas-Chef Herbert Hainer auf der Hauptversammlung keine Probleme zu erwarten, wenn da nur nicht Hoeneß wäre...

von Peter Steinkirchner

Aktionäre können mit vielem , was Adidas im vergangenen Jahr erreicht hat, zufrieden sein. Dennoch wird sich Unternehmenschef Hainer auf bohrende Fragen der Adidas-Aktionäre einstellen müssen.

Eigentlich kann Herbert Hainer heute recht entspannt nach Fürth fahren. In der Rosenstraße liegt dort die Stadthalle, in der der Dax-Konzern Adidas aus dem benachbarten Herzogenaurach traditionell seine Hauptversammlung abhält. Hainer hat in den vergangenen Wochen und Monaten wieder viele Pluspunkte machen können, die Aktionäre können mit vielem, was der Drei-Streifen-Konzern im vergangenen Jahr erreicht hat, zufrieden sein:

  • Der Umsatz ist im vergangenen Jahr dank Olympia in London und der Fußball-EM in Polen und der Ukraine prächtig gewachsen und liegt bei fast 15 Milliarden Euro. Adidas ist damit auf dem besten Weg, das selbstgesteckte Ziel von 17 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2015 zu erreichen. Allein das Bohei rund um die kommende WM in Brasilien im Jahr 2014 dürfte einen gehörigen Batzen dazu beisteuern.
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  • Gleichzeitig ist aber auch der Mittelzufluss aus dem laufenden Geschäft um 17 Prozent auf 942 Millionen Euro gestiegen; das Betriebsergebnis wuchs ebenfalls kräftig auf 1,2 Milliarden Euro. Und wären nicht Abschreibungen auf die Dauerbaustelle Reebok angefallen, wäre  der Gewinn nicht auf 526 Millionen, sondern auf 791 Millionen Euro gestiegen, ein Plus von fast 30 Prozent.
  • An dem Erfolg beteiligt der Konzern seine Aktionäre, die eine Dividende von 1,35 Euro pro Aktie einstreichen können. Insgesamt schüttet die Adidas-Gruppe 282 Millionen Euro aus. Entwickelt sich das Unternehmen, das weltweit mittlerweile mehr als 44000 Mitarbeiter beschäftigt, so weiter, dürfte im laufenden Geschäftsjahr auch die Dividende weiter steigen.

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Quelle: dpa

  • Schließlich hat Hainer pünktlich vor der Hauptversammlung auch eine andere Baustelle aufgeräumt, die Adidas in den vergangenen Jahren regelmäßig Kritik von Menschenrechtsaktivisten eingetragen hat. So hatten neben Organisationen wie  Play Fair oder der Christlichen Initiative Romero sowie US-amerikanische Studentenverbände Adidas vorgeworfen, Arbeitern einer geschlossenen Fabrik in Indonesien noch Löhne von 1,8 Millionen Euro zu schulden. Im Interview mit der WirtschaftsWoche damit konfrontiert, hatte Hainer im vergangenen Jahr gesagt: "Hier hat der Fabrikant uns 2008 vor die Tür gesetzt, weil er sich von unseren Wettbewerbern größere Aufträge erhofft hat. Die blieben aus, die Fabrik ging 2010 in Konkurs. Es ist unsinnig, uns im Nachhinein haftbar zu machen." Dennoch geht Adidas nun auf die Forderungen ein und zahlt eine noch nicht bekannte Summe an die Indonesier. Zugleich regte der Konzern die Gründung eines gemeinsamen Fonds der Sportartikelindustrie für solche Fälle an.

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