Helge Achenbach: Prozessserie gegen Kunstberater geht weiter

Helge Achenbach: Prozessserie gegen Kunstberater geht weiter

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Kunstberater Helge Achenbach steht auf dem Flur des Landgerichts.

Der verurteilte Kunstberater Helge Achenbach ist im offenen Vollzug und inzwischen auch wieder in Gerichtssälen zu sehen. Die Prozessserie gegen den einstigen Star der Branche geht weiter.

Dem verurteilten Kunstberater Helge Achenbach droht auch in einem neu aufgerollten Zivilprozess die Zahlung eines Schadenersatzes in Millionenhöhe an die Familie des gestorbenen Aldi-Erben Berthold Albrecht. Das vom Oberlandesgericht Düsseldorf wegen Formfehlern zurückverwiesene Verfahren wurde am Dienstag am dortigen Landgericht wieder aufgenommen. Der Vorsitzende Richter sagte, Achenbach hätte seinen Duzfreund Albrecht über die „erheblichen Aufschläge“ bei seinen Kunst- und Oldtimerverkäufen an ihn informieren müssen.

Albrechts Erben fordern insgesamt 24,6 Millionen Euro von Achenbach zurück. In einem ersten Zivilprozess war der heute 65 Jahre alte Achenbach Anfang 2015 wegen Betrugs beim Verkauf von Kunst und Oldtimern an Albrecht zur Zahlung von 19,4 Millionen Euro Schadenersatz verurteilt worden. Richter Joachim Matz ließ erkennen, dass er nur kleine Korrekturen an dem ersten Urteil vornehmen wird. Eine Entscheidung will das Gericht am 20. Juni verkünden. Die Albrecht-Familie hatte ihre Zivilklage inzwischen noch einmal um mehrere Millionen erhöht.

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Zugleich ließ Matz am Dienstag unerwartet zu, dass Achenbachs Anwalt Urs Breitsprecher in den kommenden Wochen einen Antrag zur Geschäftsfähigkeit Berthold Albrechts stellen kann. Ob er das tun wird, war zunächst unklar.

Bronzeskulpturen Achenbach-Prozess zieht sich weiter hin

Im Achenbach-Prozess gab es am Dienstag - anders als erwartet - doch kein Urteil. Es sollen zunächst weitere Zeugen gehört werden.

Achenbach-Prozess zieht sich weiter hin. Quelle: dpa

Zeitgleich trat Achenbach, der inzwischen im offenen Vollzug ist, am Dienstag als Zeuge in einem anderen Prozess am Landgericht auf. Dabei ging es um eine Forderung in Millionenhöhe der Schweizer Galerie St. Gilles gegen den Insolvenzverwalter der früheren Achenbach-Firmen.

In diesem Zusammenhang gab es eine Überraschung in einem dritten Verfahren der ganzen Prozesskette. Darin ging es eigentlich um von Achenbach verkaufte Bronzeskulpturen des spanischen Künstlers Juan Muñoz. Die Albrecht-Erben fordern von Achenbach und dessen Ex-Frau Dorothee Achenbach 980 000 Euro zurück. Nach Ansicht der Albrecht-Familie handelt es sich um nicht autorisierte Nachgüsse. Das bestätigte auch die Muñoz-Nachlassverwalterin im Zeugenstand. Interesse erregt aber ihre Nebenbemerkung: Die Galerie St. Gilles gehöre Achenbach, betonte die Zeugin gleich zweimal.

Achenbach war im März 2015 wegen Millionenbetrugs an Albrecht zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er hatte in einem Teilgeständnis zugegeben, Rechnungen manipuliert zu haben. Achenbachs Firmen sind insolvent, die Kunstsammlung wurde zwangsversteigert.

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