Henkel mit neuer Strategie: Van Bylen bleibt solide

Henkel mit neuer Strategie: Van Bylen bleibt solide

, aktualisiert 17. November 2016, 09:05 Uhr
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Der Belgier setzt auf Solidität im Persil-Konzern.

von Christoph KapalschinskiQuelle:Handelsblatt Online

Erstmals hat der neue Henkel-Chef eigene Wachstumsziele präsentiert. Doch von der Strategie seines Vorgängers rückt Hans Van Bylen dabei nur wenig ab. Für Anleger kann das eine gute Nachricht sein. Ein Kommentar.

DüsseldorfWer keine allzu hohen Erwartungen an die neue Vierjahres-Strategie für Henkel hatte, wurde am Donnerstagmorgen nicht enttäuscht. Konzernchef Hans Van Bylen schreibt in seiner ersten eigenständigen Zielvorgabe seit der Amtsübernahme Anfang des Jahres die Strategie seines Vorgängers Kasper Rorsted fort. Bis hinein in einzelne Formulierungen könnten die Ankündigungen tatsächlich auch von Rorsted formuliert worden sein.

Überraschungen gibt es nicht – abgesehen vielleicht von den recht zurückhaltenden Finanzzielen. Geplanten Wachstumsraten von jährlich zwei bis vier Prozent und ein Wachstum des Gewinns je Vorzugsaktie von sieben Prozent sind weniger ambitioniert als in den vier Jahren zuvor. Allerdings: Henkel konnte sein Versprechen, organisch bis Ende 2016 auf 20 Milliarden Euro Umsatz zu wachsen, nicht halten.

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Daher ist die Zurückhaltung bei den Zielen ein Zeichen für Solidität bei dem westdeutschen Persil-Konzern – zumal das Wachstumstempo der Branche insgesamt in den vergangenen beiden Jahren langsam war. Henkel bleibt also unter Van Bylen zuverlässig und auf Kurs. Ein wenig Fantasie bringen die Düsseldorfer beim Thema Digitalisierung auf: Sie versprechen den Kunden Abo-Modelle und wollen zum Beispiel Apps entwickeln, um Friseurtermine zu vereinbaren. Ob die Welt darauf gewartet hat, solche Services von einem Produzenten zu bekommen, bleibt abzuwarten.

Digitalisierung war bereits im letzten Rorsted-Jahr Modewort im Konzern. Auch hier bleibt Van Bylen also seinem Vorgänger treu, unter dem er bereits im Vorstand als Chef der Kosmetik-Sparte um Schwarzkopf gedient hatte. Auch ansonsten steht das von Henkel Gewohnte in der Strategie: Zukäufe bleiben möglich, wenn sie das A-Kreditrating nicht gefährden. Wachstum in Schwellenländern und auf noch nicht von Henkel erschlossenen Märkten ist erwünscht.

Insofern erfüllt Van Bylen alle Erwartungen: Er schreibt den erfolgreichen Kurs weitgehend unverändert fort. Für Anleger, die die Aktie als defensiven Wert mit hübscher Entwicklung im Portfolio halten, ist das eine gute Nachricht.

Quelle:  Handelsblatt Online
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