Amazon-Wachstum frisst Gewinne auf

Hohe Ausgaben: Rasantes Amazon-Wachstum frisst Gewinne auf

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Amazon überrascht mit dem massiven Gewinneinbruch.

Schnelles Wachstum hat seinen Preis, zumindest bei Amazon. Der weltgrößte Internethändler expandiert in viele Richtungen und nimmt dafür massiv Geld in die Hand. Die hohen Ausgaben nagen am Gewinn.

Der weltgrößte Onlinehändler Amazon.com setzt weiter auf rasantes Wachstum in neuen Bereichen und weiteren Ländern und nimmt dafür Verluste in Kauf. Im abgelaufenen Quartal stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ein Viertel auf 38 Milliarden Dollar, wie der Konzern aus Seattle am Donnerstag mitteilte. Zugleich schrumpfte der Gewinn um 77 Prozent auf 197 Millionen Dollar und damit stärker als von Experten erwartet. Das Unternehmen will etwa in die Auslieferung investieren und mehr Personal einstellen, um sich auf das Weihnachtsgeschäft vorzubereiten. Amazon warnte Anleger, dass im laufenden Quartal ein Betriebsverlust von bis zu 400 Millionen Dollar auflaufen könnte.

PremiumTechgigant im Angriffsmodus Macht Amazon den deutschen Handel platt?

Amazon bläst mit einer Doppelstrategie zum Angriff auf den Handel in Deutschland. Chef Jeff Bezos prescht ins stationäre Geschäft vor und baut seine Marktmacht im Netz aus. Die Konkurrenz staunt – und wehrt sich.

Alarm im Einzelhandel: Die Offensive des Internetgiganten Amazon stellt deutsche Händler vor die Existenzfrage. Quelle: Illustration: Miriam Migliazzi & Mart Klein

Amazon startete in den 90er Jahren als Internet-Buchversand, dringt aber inzwischen in klassische Bereiche der Wirtschaft vor. Weil immer mehr Verbraucher im Netz - und vor allem bei Amazon - einkaufen, stecken viele traditionelle Einzelhändler in der Krise. Inzwischen ist auch die Lebensmittelbranche in Aufruhr: Amazon will die US-Biokette Whole Foods Market für 13,7 Milliarden Dollar übernehmen. Was das Management mit der neuen Tochter genau vorhat, verriet Finanzchef Brian Olsavsky am Donnerstag nicht. Man erwarte allerdings einen "großen Schub" bei der Expansion ins Lebensmittelgeschäft.

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Amazon investiert auch kräftig, um Stammkunden mit der sogenannten Prime-Mitgliedschaft bei der Stange zu halten. Sie müssen gegen Zahlung einer Jahresgebühr in der Regel keine Versandkosten zahlen und können viele Filme und Serien beim hauseigenen Streamingdienst kostenlos anschauen. Die Prime-Mitgliedschaft ist einer der Eckpfeiler der Amazon-Strategie, weil Mitglieder so geneigt sind, mehr Produkte beim Weltmarktführer zu bestellen. Nach Einschätzung der Wall-Street-Firma Cowen & Co werden bis Ende des Jahres mehr als 50 Prozent aller US-Haushalte Prime-Kunden sein. Besonderes Augenmerk legt der Konzern im Moment auf Asien: So will er fünf Milliarden Dollar in Indien investieren und übernimmt das arabische Einkaufsportal souq.com.

Investoren zeigten sich von den Zahlen zunächst verschreckt: Nachbörslich gaben die Anteilsscheine um etwa drei Prozent nach. Die Aktien waren am Donnerstag auf das Rekordhoch von 1083,31 Dollar geklettert. Damit war Konzernchef Jeff Bezos nach Analyse des Wirtschaftsmagazins "Forbes" für kurze Zeit der reichste Mann der Welt. Seit Jahresbeginn haben sich die Papiere um etwa 40 Prozent verteuert.

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