Hudson's-Bay-Manager Don Watros: Das haben die Kanadier mit Kaufhof vor

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InterviewHudson's-Bay-Manager Don Watros: Das haben die Kanadier mit Kaufhof vor

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Hudson's-Bay-Manager Watros hat große Pläne mit Kaufhof.

von Henryk Hielscher

Die Übernahme von Kaufhof war erst der Anfang für die Hudson’s Bay Company. Im Interview sagt HBC-Manager Don Watros was die nächsten Schritte sind und worauf sich Kaufhof-Mitarbeiter einstellen müssen.

Herr Watros, hatten Sie schon Zeit für eine Shoppingtour bei Kaufhof

Don Watros: Ja, die Chance hatte ich, bereits mehrere Male. Und unser Team hat sogar jeder einzelnen Kaufhof-Filiale einen Besuch abgestattet. Wir waren beeindruckt von den Geschäften und den freundlichen Mitarbeitern. Ich habe ein paar Sachen dort gekauft, zuletzt einige neue Krawatten.

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Zur Person

  • Donald Watros

    Donald W. Watros ist seit dem Januar 2015 „President of HBC International“ und damit zuständig für das Auslandsgeschäft der Hudson’s Bay Company. Nach der Übernahme von Kaufhof werden seine Entscheidungen große Auswirkungen auf die deutsche Warenhauskette haben.

Warenhäuser gelten als Auslaufmodell - was reizt Hudson’s Bay Company, ausgerechnet Kaufhof zu übernehmen? 

Ich teile ganz und gar nicht die Meinung, dass Kaufhäuser ein Auslaufmodell sind. Wir bei HBC sind überzeugt von der Zukunftsfähigkeit dieses Formats. Es kommt schlicht und einfach auf die Herangehensweise an. Ganz allgemein gesprochen könnte man sagen: Es kommt darauf an, ob es gelingt einen Shopping-Trip zu einem echten und unverwechselbaren Erlebnis zu machen und Kunden so zu behandeln wie sie es verdienen behandelt zu werden. Und in dieser Hinsicht hat das Kaufhof-Management in den vergangenen Jahren bereits einen exzellenten Job gemacht. Kaufhof ist schließlich nicht umsonst die Nummer 1 in Deutschland.

Das ist die Hudson's Bay Company

  • Die Geschichte

    Die Hudson´s Bay Company ist Kanadas größtes Kaufhaus und gilt als ältestes Unternehmen Nordamerikas. Die Geschichte von HBC begann 1670, als Charles II von England der Company Eigentum über Land und Bodenschätze in Kanada übertrug. Der damals vollständige Name der Unternehmung: „The Governor and Company of Adventurers of England trading into Hudson´s Bay“.

    Rund 200 Jahre kontrollierte HBC vor allem den lukrativen Handel mit Pelzen, dann kaufte Kanada der Gesellschaft die Rechte wieder ab. HBC änderte daraufhin die Ausrichtung, stieg in den Großhandel ein und versorgte Siedler. Auch in der Schifffahrt und im Handel mit Öl und Gas war HBC tätig, bevor sich die Gesellschaft in den 1990er Jahren wieder auf den klassischen Einzelhandel konzentrierte.

    Die Hudson’s Bay Company fokussierte sich stets auf Aktivitäten in Kanada und Nordamerika - bis 1970 war ihr Sitz aber London.

  • Der Chef

    Die Historie der HBC ist derart eng mit der Kanadas verknüpft, dass seine Chefs bis heute Gouverneure heißen. Heute hat diesen Posten der US-Amerikaner Richard Baker inne, der das Unternehmen 2008 erwarb. Baker gilt als strategischer und ehrgeiziger Konzernlenker  

  • Die Expansion

    Schon vor der HBC-Übernahme hatte Baker 2006 amerikanisch Traditionskaufhauskette Lord & Taylor für knapp eine Milliarde Euro gekauft und das Geschäft durch Beleihung der Immobilien finanziert. Auch den vollständigen Kauf der Hudson’s Bay Company im Jahr 2008  finanzierte Baker hauptsächlich durch Schulden. Für rund 2,2 Milliarden Euro kaufte HBC 2013 schließlich die amerikanische Nobelkette  Saks Fifth Avenue  und deren Ableger OFF 5th. Erneut die entscheidende Geldquelle: beliehene Immobilien. 2015 machte der Konzern klar, in Zukunft auch außerhalb des nordamerikanischen Marktes wachsen zu wollen - durch Zukäufe wie Kaufhof. Neuestes Projekt ist die Einführung der Discount-Luxuskette Saks Off 5th in Deutschland.

  • Die Unternehmen

    Neben der namensgebenden Hudson’s Bay Company gehören zum HBC-Imperium eine ganze Reihe von Handelsunternehmen in Nordamerika. In Kanada ist es die Einrichtungshauskette Home Outfitters. In den USA hat HBC das Luxuskaufhaus Lord & Taylor, die Edelkaufhauskette Saks Fifth Avenue und deren Discount-Designer-Ableger Saks Fifth Avenue OFF 5th übernommen.

  • Die Immobilien

    Als starkes Rückgrat der Hudson’s Bay Company gelten die Warenhausimmobilien im  Besitz des Konzerns. Ihr Wert wird auf etwa 9,6 Milliarden kanadische Dollar geschätzt, rund 6,7 Milliarden Euro. Allein der Saks Fifth Avenue Flagship Store in New York soll mehr als drei Milliarden Euro wert sein.

  • Die Umsätze

    Mit Saks Fifth Avenue, der Kernmarke Hudson's Bay, der Modekette Lord & Taylor und dem Haushaltswarenhändler Home Outfitters machte HBC zuletzt einen Umsatz von gut neun Milliarden Euro und rund 420 Millionen Euro Gewinn.

  • Saks Fifth Avenue und Saks Off 5th

    Der erste Laden der amerikanischen Luxux-Kaufhauskette wurde 1924 von Horace Saks zusammen mit einer Geschäftspartner auf der New Yorker 5th Avenue eröffnet. 1992 gründete das Unternehmen sein erstes Outletgeschäft in Pennsylvania. Als 1995 weitere Läden eröffnet werden sollten, wurde das Geschäft in Saks Off 5th umbenannt. 2013 übernahm HBC das Unternehmen. Im Jahr 2016 gab es weltweit 41 Fililalen von Saks Fifth Avenue und 117 von Saks Off 5th.

Trotzdem: Deutschland gilt als einer der härtesten Märkte für Einzelhändler. Selbst Handelsgiganten wie Walmart sind hier gescheitert. Wissen Sie, worauf Sie sich einlassen?

HBC hat den europäischen Markt bereits seit vielen Jahren genau beobachtet. Und dabei ist uns Kaufhof immer wieder sehr positiv ins Auge gestochen –  dank seines Geschäftsmodells, seiner kompetenten Führungsmannschaft, dank seiner Markenstärke und auch dank seiner Vermögenswerte. Wir sind nun sehr glücklich darüber eine so erfolgreiche und wirtschaftlich gesunde Kaufkauskette zu erwerben – aber wir sind genauso angetan von der Idee, eine neue Marke in unsere Familie aufzunehmen, die so eine traditionsreiche Geschichte hat und in einem ganzen Land und über Generationen hinweg bekannt ist und Emotionen weckt.

Hudson's Bay übernimmt Warenhäuser Was sich jetzt bei Kaufhof ändert

Hudson's Bay und Metro feiern ihren Kaufhof-Coup. Doch mit der Übernahme der Warenhauskette halsen sich die Kanadier allerhand Probleme auf. Um die in den Griff bekommen, muss sich für Kaufhof-Kunden einiges ändern.

Hudson's Bay übernimmt Kaufhof Quelle: Presse

Was bedeutet die Übernahme für HBC?

Die Akquisition ist ein bedeutender Schritt auf dem Weg zu unserem Ziel, starke Zukäufe zu tätigen, unser Know-how anschließend einzusetzen um diese Zukäufe noch erfolgreicher zu machen und so schließlich der weltweit führende Kaufhaus-Konzern zu werden. Zukünftig wird HBC 464 Standorte weltweit betreiben, darunter acht führende Marken mit jeweils erstklassigen Management-Teams in Nordamerika und in Europa.

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