Hugo Boss: Langer stellt Anleger auf die Geduldsprobe

Hugo Boss: Langer stellt Anleger auf die Geduldsprobe

, aktualisiert 16. November 2016, 10:05 Uhr
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Der Boss-Chef will das Geschäft künftig auf zwei Marken konzentrieren.

von Martin-W. BuchenauQuelle:Handelsblatt Online

Die Anleger von Hugo Boss brauchen weiter viel Geduld. Der Modekonzern rechnet erst 2018 wieder mit Wachstum. Bei seiner neuen Strategie will sich Boss-Chef Mark Langer künftig ganz auf zwei Marken konzentrieren.

StuttgartBei Deutschlands größtem Modekonzern ist vor allem Geduld angesagt. Denn auf der Investorenkonferenz am Mittwoch wird der neue Vorstandschef Mark Langer davon sprechen, dass 2017 ein Jahr der Stabilisierung werde. Richtig los soll es dann erst im Jahr darauf gehen.

„Der Großteil der strategischen Veränderungen wird im Jahr 2018 wirksam werden. Hugo Boss wird daher voraussichtlich 2018 auf den Wachstumspfad zurückkehren“, vertröstet Langer die Anleger. Die Reaktion kam prompt. Der Kurs der Boss-Aktie fiel am Morgen um knapp zwei Prozent auf 59,78 Euro.

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Langer verlangt den Anlegern schon einiges ab. Sie sollen zwei Jahre warten, bis er den Konzern wieder aufgestellt hat. Unrentable Geschäfte will er schließen und gleichzeitig die Einstiegspreise bei Anzügen auf 500 Euro anheben.

Bei der Vorstellung seiner Strategie kündigte Langer an, das Geschäft künftig auf zwei Marken zu konzentrieren: eine für gehobene Premiummode (Boss) und eine für trendbewusstere Kunden (Hugo). Im Handelsblatt-Interview hatte Langer bereits angekündigt, dass etwas mit den Marken Boss Orange und Boss Green passieren werden. Sie verlieren jetzt ihre Eigenständigkeit. Beide Linien werden in die Kernmarke Boss integriert, „um dem Boss-Kunden über alle Trageanlässe ein konsistentes Markenerlebnis zu bieten“, teilt das Unternehmen mit. Das spart vor allem Marketingkosten.

Langer greift dort ein, wo es notwendig ist. Die Modebranche leidet erheblich darunter, dass sich die Kleiderordnung in den Unternehmen lockert. Freizeitmode und sportliche Bekleidung näher an die Marke Boss zu führen, macht deshalb durchaus Sinn. Aber nach einem großen strategischen Wurf sieht das noch nicht aus.

Vielleicht ist das auch nicht notwendig. Das Modeunternehmen aus dem schwäbischen Metzingen ist ja kein Sanierungsfall, sondern hatte unter Vorgänger Claus-Dietrich Lahrs ungezügelt expandiert und dabei vor allem über seinen Verhältnissen gelebt.

Die nüchternen Zahlen hatte Langer schon Anfang des Monats präsentiert. Der Umsatz sank um sechs Prozent auf 703 Millionen Euro. Und das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ging um 14 Prozent auf 145 Millionen Euro zurück.

Beim Sparen indes ist der langjährige Finanzvorstand Langer erfolgreicher als er ursprünglich geplant hatte. Eigentlich wollte er dieses Jahr die Kosten um 50 Millionen Euro senken, jetzt sind es 65 Millionen Euro. Aber auch diese Zahl hatte er bei den Quartalszahlen schon genannt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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