Iberia: Ein Streik mit verdeckter Agenda

Iberia: Ein Streik mit verdeckter Agenda

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Die Iberia-Flugzeugführer fürchten, dass die neue hauseigene Billiglinie nicht für Wachstum sorgen soll. Damit würde das Flugunternehmen seine eigene Stellung im Fluglinienkonzern IAG gefährden.

von Rüdiger Kiani-Kreß

Am Sonntag legen die spanischen Piloten ihre Arbeit nieder. Der Ausstand ist Teil eines Machtkampfs mit British Airways - für Iberia geht es um die Vorherrschaft im gemeinsamen Konzern IAG.

Iberias Piloten streiken. Die spanische Fluggesellschaft hat daher am Sonntag ein Drittel der Flüge abgesagt. Betroffen sind 91 Flüge, zumeist auf Inlandsrouten.

Nun könnte man meinen: Wenn Arbeitnehmer in Krisenländern wie Spanien die Arbeit niederlegen ist das fast keine Schlagzeile mehr. Schließlich wenden sich in den von der Eurokrise besonders gebeutelten PIIGS Staaten Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien fast täglich Bürger gegen die Sparbeschlüsse ihrer Regierungen.

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Doch wenn die Piloten der spanischen Nationallinie Iberia jetzt die Arbeit niederlegen, geht es nicht nur ums Geld. Es geht darum, wer die Macht in Europas drittgrößtem Airlinekonzern IAG hat: die spanische Minderheit von Iberia oder British Airways (BA), deren Aktionäre die Mehrheit der Aktien haben.

Die Flugzeugführer wehren sich zwar auch gegen den Start einer neuen Billiglinie namens Iberia Express, die künftig die Strecken innerhalb Europas fliegen soll. Die klassische Iberia hingegen soll sich auf lukrative Langstreckenverbindungen konzentrieren, besonders die in Richtung Lateinamerika.

Dort verdient die Linie ihr Geld, wogegen sie auf der Kurstrecke wie alle Konkurrenten wie Lufthansa, Air France und eben BA Geld verlieren, vor allem weil ihr Schnellzüge und Billigflieger wie Easyjet, Ryanair und Air Berlin dank der niedrigeren Kosten mit günstigeren Tickets zusetzen.

Die Piloten setzen auf die nationale Karte

Doch der Streik hat noch eine weitere Dimension. Denn mit einem Streik für mehr Geld würden sich die Flugzeugführer noch unbeliebter machen als sie wegen ihrer im Branchenvergleich relativ hohen Gehälter ohnehin schon sind. Darum spielen sie die nationale Karte. Wie Unternehmenskenner berichten, fürchten die Piloten dass die neue Billiglinie eher die Konkurrenz in Schach halten soll statt anzugreifen. Damit würde Iberia Express insgesamt für weniger Wachstum im Konzern sorgen, als wenn Iberia selbst die Billigkonkurrenz attackiert.

Dieses Wachstum braucht Iberia aber. Denn laut Presseberichten haben Iberia und BA bei der im vergangenen Januar vollzogenen Fusion beschlossen, dass die bislang fast paritätisch austarierte Machtverteilung im Unternehmen künftig von der Größe der nationalen Gesellschaften abhängt. Wenn im Jahr 2015 Iberia größer ist, hätten die Spanier die Macht, wäre BA größer, dann die Briten.

Und nach letzterem sieht es derzeit aus. Denn im Moment legen vor allem die Briten zu, weil sie durch den Zukauf neuer Startzeiten an ihrem Flughafen London-Heathrow und den Einsatz größerer Flugzeuge zulegen. Iberia hingegen stagniert.

(Mit Material von dapd)

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