Immobiliengruppe Signa: Wiedeking will nicht mehr für Kaufhof bieten

Immobiliengruppe Signa: Wiedeking will nicht mehr für Kaufhof bieten

, aktualisiert 16. Dezember 2011, 19:42 Uhr
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Wendelin Wiedeking winkt bei Kaufhof lieber ab.

Quelle:Handelsblatt Online

Für Wendelin Wiedeking sollte es die Rückkehr auf die große Bühne werden: Der ehemlige Porsche-Chef war die prominente Figur vom favorisierten Kaufhof-Bieter Rene Benko. Doch nun wirft Wiedeking die Brocken hin.

Wendelin Wiedeking will nicht länger zum Kreis der Bieter für Kaufhof zählen. Der ehemalige Porschechef und jetzige Großinvestor will nach Informationen des Handelsblattes aus Unternehmenskreisen aus der österreichischen Immobiliengruppe Signa aussteigen, die derzeit als Bieter für die Warenhauskette Kaufhof ganz vorne im Rennen liegt. Wiedeking sollte eine Art Türöffner-Funktion für Signa übernehmen.

Wiedeking ist einer der Investoren der österreichischen Immobilienfirma Signa. Gründer und Geschäftsführer ist René Benko. Hinter der Signa-Gruppe steht der griechische Reeder und Milliardär George Economou, der im Jahr 2009 knapp die Hälfte der Anteile erworben hat. Investiert sind Wiedeking auch Martin und Christoph Schoeller, Geschäftsführer der auf Industriebeteiligungen spezialisierten Schoeller Industries.

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Benko ist mit Signa der favorisierte Bieter für die zum Verkauf stehende Metro-Tochter Kaufhof. Sein Interesse gilt dem Gesamtpaket aus Immobilien und operativem Warenhausgeschäft, dessen Wert Branchenexperten auf mehr als zwei Milliarden Euro schätzen.

Am Wochenende wurde allerdings bekannt, dass Signa bereits seit zwei Jahren Ziel von Untersuchungen der Wiener Staatsanwaltschaft ist, die die Gruppe wegen des Verdachts der Geldwäsche durchleuchtet. Ergebnisse dieser Ermittlungen sind bisher nicht bekannt. Signa-Chef Rene Benko hatte von einer "Schmutzkampagne" gegen ihn gesprochen.

Seit seinem Abschied von Porsche beriet Wiedeking die Österreicher von seinem Haus in Bietigheim bei Stuttgart aus. Er hält auch Anteile an dem Unternehmen, wollte sich aber selbst nicht zu dem Thema äußern. Für eine Stellungnahme war er bislang genauso wenig wie die Immobilienfirma Signa zu erreichen. 


Benko schmückte sich mit Wiedeking

Benko schmückte sich mit dem schillernden Wiedeking. Wiedeking soll der Türöffner für Signa sein. Seit seinem Abschied von Porsche berät Wiedeking die Österreicher von seinem Haus in Bietigheim bei Stuttgart aus. Er hält auch Anteile an dem Unternehmen, will sich aber selbst nicht zu dem Thema äußern. Für eine Stellungnahme war er nicht zu erreichen.

Dem Vernehmen nach war er es jetzt, der die Gespräche mit Kaufhof-Eigentümer Metro geführt hat. Schließlich kennt er den scheidenden Vorstandschef Eckhard Cordes noch gut aus dessen Zeit als Chef von Mercedes-Benz.

Ursprünglich sollte Wiedeking in den Beirat und Aufsichtsrat von Signa einziehen. Signa hätte eine von mehr als zehn Firmen sein sollen, an denen Wiedeking beteiligt ist. An dem Edelschuhmacher Dinkelacker gehört ihm ein knappes Drittel. Anfang des Jahres stieg er bei der Kommunikations-Beratungsfirma WMP Eurocom von Ex- "Bild"-Chefredakteur Hans-Hermann Tiedje als drittgrößter Anteilseigner ein. Und seit Mitte des Jahres sitzt er im Beirat der Fischer-Gruppe (Dübel) im Schwarzwald.

Kaufhof hätte allerdings seine wichtigste Investition werden können Dank dem Bieterwettstreit zwischen Signa und Karstadt-Investor Nicolas Berggruen ist der Preis für die Warenhauskette inzwischen auf mehr als zwei Milliarden Euro einstiegen. Mit seiner Investition wäre  Wiedeking wieder zurück auf der großen Bühne und in der ersten Liga der deutschen Wirtschaft. Möglicherweise hat er nun sein Vorhaben aufgegeben, weil ihn die laufenden Ermittlungen irritieren.


Größenwahn hat Wiedeking zu Fall gebracht

Noch einmal ein Unternehmen, noch dazu einen Dax-Konzern zu führen, könne sich Wiedeking nicht mehr vorstellen, sagen Menschen, die ihn gut kennen. Dazu ist es eher unwahrscheinlich, dass ein Dax-Konzern sich den ebenso erfolgreichen wie umstrittenen Manager ins Haus holen würde. Noch immer ermittelt die Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen Wiedeking.

Gemeinsam mit seinem Vertrauten Holger Härter, damals Finanzchef von Porsche, soll er die Anleger im Zuge des Übernahme-Deals getäuscht haben. Vor allem die Fonds verloren bei dem Manöver Milliardenbeträge. Nicht nur in Deutschland, auch in den USA klagen Investoren gegen Porsche und VW.

Für den erfolgsverwöhnten Wiedeking, lange einer der bestbezahlten Manager der Welt, ist das Scheitern bei der VW-Übernahme die einzige wirkliche Niederlage seiner Karriere. Zu Fall gebracht hat ihn sein Größenwahn - und der erbitterte Widerstand von Porsche-Enkel und VW-Patriarch Ferdinand Piëch, den er mit der Machtübernahme bei Volkswagen reizte. Versüßt wurde Wiedeking der Abschied durch eine Abfindung in Höhe von 50 Millionen Euro.

Nun sieht und übt sich der Mann, der bei Porsche 16 Jahre lang regierte, als sei es sein eigenes Unternehmen, als Investor. An gut zehn Firmen ist der Hobbylandwirt beteiligt - aus allen möglichen Branchen. An dem Edelschuhmacher Dinkelacker gehört ihm ein knappes Drittel. Anfang des Jahres stieg er bei der Kommunikations-Beratungsfirma WMP Eurocom von Ex- "Bild"-Chefredakteur Hans-Hermann Tiedje als drittgrößter Anteilseigner ein.

Und seit Mitte des Jahres sitzt er im Beirat der Fischer-Gruppe (Dübel) im Schwarzwald. Daneben beschäftigen Wiedeking seine drei Stiftungen. Aus ihren Erträgen hat er in den vergangenen Jahren gut eine Million Euro investiert, er pflegte auch sein Image als Freund der Literatur durch ein Sponsoring für das Deutsche Literaturarchiv in Marbach.

Quelle:  Handelsblatt Online
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