Insolvente Drogeriemarktkette: Schlecker kann weitermachen

Insolvente Drogeriemarktkette: Schlecker kann weitermachen

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„Es ist nichts mehr da“, sagte Meike Schlecker auf der ersten Pressekonferenz der Drogeriemarktkette seit Jahren.

Mit einem zweistelligen Millionenbetrag steht Schlecker bei seinen Lieferanten in der Kreide - neue Ware kommt trotzdem. Die Löcher stopfen konnte auch das Privatvermögen der Familie nicht mehr. Es ist nichts mehr da.

Die Lieferanten der insolventen Drogeriekette Schlecker ermöglichen die vorläufige Fortführung der Regelbetriebs. Sie stellten ab sofort wieder Ware bereit, sagte Schlecker-Finanzchef Sami Sagur. Neben der Markant-Gruppe hätten rund 140 weitere Unternehmen die weitere Belieferung zugesichert. Darunter seien auch Großkonzerne wie Procter & Gamble, Beiersdorf, Unilever und Henkel. Die mehr als 32.000 betroffenen Mitarbeiter in Deutschland würden ihre Gehälter pünktlich bis März aus dem Insolvenzgeld erhalten. Von den gut 6000 Filialen würden einige hundert unprofitable geschlossen, sagte Sagur.

Es sind die Lieferantenschulden in zweistelliger Millionenhöhe, die Schlecker in die Insolvenz geführt haben. Weil der zweistellige Millionenbetrag nicht aufzutreiben gewesen sei, hätte man die Insolvenz nicht aufhalten können, so Meike Schlecker auf der ersten Pressekonferenz des Unternehmens seit den 1990er Jahren.

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Schleckers Glück ist: Die Kette hat keine Schulden bei Banken. Andererseits: Das komplette Vermögen des Unternehmens und der Besitzer sei aufgebraucht. Die Dynastie habe in den vergangenen Jahren einen dreistelligen Millionenbetrag in das Geschäft gepumpt, um die Restrukturierung voran zu bringen. „Es ist kein signifikantes Vermögen mehr da, das dem Unternehmen hätte helfen können.“

Der Familienvater ist pleite

Meike Schlecker trat Gerüchten entgegen, die Familie habe Geld zur Seite geschafft. „Das ist falsch“, sagte die Miterbin. „Das Vermögen meines Vaters war immer das Unternehmen.“ Nun sei der Vater Anton Schlecker persönlich ruiniert. „Es ist nichts mehr da“, sagte die Tochter. Nach Aussagen des Insolvenzverwalters Geiwitz hänge das mit der Unternehmensform „eingetragener Kaufmann“ (e.K.) zusammen. Hierdurch stünden Anton Schlecker und seine Familie für die Insolvenz gerade.

Nun sollen die Schlecker-Kinder das Unternehmen retten. Die Erben Meike und Lars Schlecker könnten nach Zustimmung der Gläubiger ein entschuldetes Nachfolgeunternehmen leiten, sagte Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz am Montag im Hauptquartier im schwäbischen Ehingen. „Ich stehe der Familienlösung offen und positiv gegenüber“, sagte Geiwitz. Der Insolvenzverwalter Geiwitz betonte, er werde weiter mit der Eigner-Familie, Gläubigern und Arbeitnehmervertretern an einer Zukunftslösung arbeiten. Es gebe ein erstes Konzept, an dem weiter gefeilt werde. „Wir wollen das Unternehmen weiterführen und so viele Arbeitsplätze wie möglich retten“, sagte Erbin Meike Schlecker.

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Geiwitz setzt auf das Auslandsgeschäft, das bislang nicht zahlungsunfähig ist. Dort bestünden noch ordentliche Vermögenswerte, die Schlecker stützen könnten. Eine entschuldete Firma solle mit der Zustimmung der Gläubiger von den Schlecker-Kindern Meike und Lars fortgeführt werden. Das sei aus seiner Sicht grundsätzlich machbar, sagte Geiwitz.

Schlecker hatte vor einer Woche Insolvenz angemeldet. Wenige Tage später folgte die Tochter Ihr Platz. Betroffen sind über 7000 Märkte und mehr als 30.000 Mitarbeiter.

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