Insolvenz-Studie: Die zehn Branchen mit dem höchsten Pleiterisiko

ThemaEinzelhandel

Insolvenz-Studie: Die zehn Branchen mit dem höchsten Pleiterisiko

von Henryk Hielscher

Die Zahl der Unternehmenspleiten erreicht neue Tiefststände. In manchen Branchen haben die Insolvenzverwalter trotzdem gut zu tun.

Der Blick auf die alljährliche Insolvenzstatistik der Wirtschaftsauskunftei Creditreform verheißt dieser Tage goldene Zeiten: Nur rund 23.800 Unternehmensinsolvenzen erwarten die Experten für 2014, 8,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit erreicht die Zahl der Firmenpleiten den niedrigsten Stand seit fünfzehn Jahren.

Pleiteflaute überall? Nicht ganz. Trotz des generellen Rückgangs listen die Experten zehn „risikobehaftete Branchen“ auf, in denen es regelmäßig kracht. Das riskanteste Geschäftsfeld der deutschen Wirtschaft ist demnach der Betrieb eines Abbruchunternehmens. In keiner anderen Branche war die Pleitequote 2014 höher. Von 10.000 Unternehmen reichten 617 Insolvenzanträge ein.

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Videos und Kneipen mit Problemen

Kaum weniger gefährdet sind Videotheken, Discos und private Wach- und Sicherheitsdienste. Auf jeweils 10.000 Unternehmen der Branche kamen mehr als 500 Pleiten. Ebenfalls im Creditreform-Pleite-Ranking weit oben: „Schankwirtschaften“ sowie die „getränkegeprägte Gastronomie“, Einzelhändler und Umzugstransporteure. Auch Imbissstuben und Bauunternehmen aus dem Bereich Dämmung und Isolierung finden sind auf der Liste.

Pleiten Weniger Insolvenzen in Deutschland

Die Zahl der Pleiten von Unternehmen und Verbrauchern ist im ersten Halbjahr zurückgegangen. Gleichzeitig stieg aber die Höhe des Schadens durch Insolvenzen.

Insolvenz: Weniger Firmenpleiten im ersten Halbjahr 2014 Quelle: dpa

Abgesehen von Einsätzen in den Krisenbranchen herrschte für Insolvenzverwalter in diesem Jahr eher Kurzarbeit. Zwar legten mit dem Windkraftfinanzierer Prokon, dem Fahrradhersteller Mifa, dem Weltbild-Verlag und der Kleinkaufhauskette Strauss Innovation auch dieses Jahr eine Reihe bekannter Marken spektakuläre Pleiten hin. Doch die großen Konzerninsolvenzen vom Schlecker-, Praktiker- oder Arcandor-Format blieben bisher aus. Vielmehr war das Insolvenzgeschehen 2014 geprägt von „Kleinstinsolvenzen, also Unternehmen, in denen höchstens fünf Mitarbeiter tätig waren“, heißt es in der Creditreform-Untersuchung.

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„Günstige Finanzierungsbedingungen“ und die „stabile Konjunktur“ seien dafür verantwortlich. Auch die Eigenkapitalausstattung der Unternehmen sei so hoch wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Trotzdem bleiben die Schäden durch Insolvenzen hoch. Laut Creditreform verloren Gläubiger durch 2014 durch Pleiten insgesamt rund 26,1 Milliarden Euro. Auf private Gläubiger entfielen demnach Verluste von schätzungsweise rund 18,8 Milliarden Euro, die öffentlichen Kassen büßten 7,3 Milliarden Euro ein.

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