Insolvenz war vermeidbar: Praktiker soll in Max Bahr aufgehen

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Insolvenz war vermeidbar: Praktiker soll in Max Bahr aufgehen

Trotz der Insolvenz von Praktiker glaubt Großaktionärin Isabella de Krassny an die Überlebensfähigkeit der Baumarkt-Kette. Auch innerhalb des Konzerns werde die Pleite als Chance für einen Neustart gesehen.

Trotz der Insolvenz von Praktiker glaubt Großaktionärin Isabella de Krassny an die Überlebensfähigkeit der Baumarkt-Kette. "Eine Insolvenz ist noch nicht das Ende", sagte sie zunächst der WirtschaftsWoche und anschließend der "Bild"-Zeitung. Auch innerhalb des Konzerns werde die Pleite als Chance für einen Neustart gesehen, berichtete das Magazin "Der Spiegel" am Sonntag. So plane das Management, alle funktionierenden Praktiker-Filialen in den von der Insolvenz ausgenommenen Max-Bahr-Geschäftsbereich zu integrieren. Ziel sei ein "Kern-Max-Bahr" mit 180 bis 200 Filialen und einem Umsatz von 1,5 Milliarden Euro. Praktiker war am Sonntag zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Baumarkt-Großaktionärin de Krassny "Wir haben nach wir vor Interesse daran, dass Praktiker überlebt"

Praktiker-Großaktionärin Isabella de Krassny glaubt, dass die taumelnde Baumarktkette noch gerettet werden kann.

Praktiker steht unmittelbar vor der Insolvenz. Großaktionärin de Krassny hält eine Rettung aber noch für möglich. Quelle: dpa


Praktiker kam zuletzt auf einen Jahresumsatz von drei Milliarden Euro und zählte 414 Filialen, davon 315 in Deutschland. Der Konzern hatte vergangene Woche Insolvenz angemeldet, rund 20.000 Mitarbeiter zittern um ihren Arbeitsplatz. Das Unternehmen hatte sich mit seinem Billigkonzept ("20 Prozent auf alles - außer Tiernahrung") ins Aus manövriert. Die 132 Baumärkte der Marke Max Bahr sind von der Insolvenz nicht betroffen, sie waren schon im Herbst finanziell weitgehend vom Konzern abgeschottet worden. Allerdings haben auf einen Teil von Max Bahr die Kreditgeber die Hand. Die Märkte dienen als Sicherheit für Kredite über 75 Millionen Euro, die von der österreichischen Raiffeisen International, der Commerzbank, der Royal Bank of Scotland und anderen ausgereicht worden waren. "Wir überlegen gerade gemeinsam mit weiteren Investoren, die Banken raus zukaufen und ihre Kredite abzulösen", sagte de Krassny.

Praktiker könne profitabel werden, wenn der Konzern seine Kosten deutlich senke. "Im Einkauf könnte man mit besseren Verträgen jedes Jahr 80 Millionen Euro sparen. Der Verwaltungsapparat ist aufgebläht, frisst acht Prozent des Umsatzes. Branchenüblich sind vier Prozent", sagte die Großaktionärin. Die Kosten können in einem Insolvenzverfahren deutlich gedrückt werden, beispielsweise kann der Insolvenzverwalter Mietverträge kurzfristig beenden oder neu aushandeln. Das beträfe auch die ehemalige Konzernmutter Metro, die zahlreiche Praktiker-Filialen an die Baumarktkette vermietet hat.

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