Insolvenzgeld: Schlecker-Pleite kostet BA 133 Millionen Euro

Insolvenzgeld: Schlecker-Pleite kostet BA 133 Millionen Euro

Bild vergrößern

Die Pleite von Schlecker führt zu erheblichen Kosten.

Quelle:Reuters

Die Insolvenz der Drogeriemarktkette Schlecker hat die Bundesagentur für Arbeit laut einem Bericht bereits 133 Millionen Euro gekostet. Der Streit um die Finanzierung der Umschulungen für Mitarbeiterinnen geht weiter.

Die Pleite der Drogerieketten Schlecker und Ihr Platz hat die Bundesagentur für Arbeit (BA) einem Zeitungsbericht zufolge bislang etwa 133 Millionen Euro gekostet. Auf diesen Betrag summierten sich die bisherigen Ausgaben für Insolvenzgeld und die Sozialabgaben für die betroffenen Mitarbeiter, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ unter Berufung auf BA-Angaben.

Ein Sonderprogramm, um die Umschulung von ehemaligen Schlecker-Mitarbeiterinnen zu finanzieren, halte BA-Vorstandmitglied Raimund Becker jedoch für unnötig. „Wir haben genügend Geld, um den Bedürfnissen der Schlecker-Frauen gerecht zu werden“, wird er zitiert.

Anzeige

Zugleich rief Becker Bund und Länder auf, ihren Streit um die Finanzierung von Umschulungen zu Erzieherinnen und Altenpflegerinnen schnell beizulegen. „Wenn sie sich einigen würden, hätten wir weitaus mehr Spielraum, um Menschen in solche Berufe zu bringen“, sagte Becker dem Vorabbericht zufolge. Demnach bezahlt die BA maximal zwei, die Ausbildung dauert jedoch drei Jahre. Bund und Länder streiten sich, wer für das dritte Jahr aufkommen muss.

Erst zum Wochenbeginn war bekannt geworden, dass auch die Firmen der beiden Kinder von Anton Schlecker in die Zahlungsunfähigkeit geschlittert sind. Das Amtsgericht Ulm eröffnete am Montag für die Bau- und Logistik-Dienstleister BDG und LDG das Insolvenzverfahren, wie aus den Reuters vorliegenden Gerichtsbeschlüssen hervorgeht. Die Firmen gehören den Schlecker-Kindern Lars und Meike und haben vor allem Aufträge der Drogeriemarkt-Gruppe abgewickelt. Sie zählen nach Informationen aus Kreisen der Insolvenzverwaltung zu den Gläubigern von Schlecker. Zum Insolvenzverwalter für die im schwäbischen Ehingen ansässigen Unternehmen wurde - wie bei der zu Jahresbeginn unter hohen Schulden zusammengebrochenen Schlecker-Gruppe - die Kanzlei des Anwalts Arndt Geiwitz in Neu-Ulm bestimmt.

Die Gewerkschaft Verdi wirft Schlecker-Eigentümer Anton vor, kurz vor der Insolvenz mehrere Immobilien in Österreich für einige Millionen Euro an seine Kinder veräußert zu haben. Durch die Verkäufe könnte die Insolvenzmasse geschmälert worden sein, daher droht die Gewerkschaft mit einer Klage. Aus Sicht von Schlecker-Insolvenzverwalter Geiwitz ist zur Durchleuchtung der Geschäftsbeziehungen von Schlecker keine Klage von Dritten notwendig. „Alle Geschäftsvorgänge der letzen Jahren werden ohnehin unter die Lupe genommen vom Insolvenzverwalter“, sagte ein Geiwitz-Sprecher. Eine abschließende Bewertung dieser Vorgänge sei in ein bis zwei Monaten möglich.

Größter Gläubiger der Schlecker-Gruppe ist der Waren- und Kreditversicherer Euler Hermes mit Forderungen von rund 300 Millionen Euro. Insgesamt waren zuletzt beim Insolvenzverwalter Forderungen von rund 665 Millionen Euro gegen Schlecker angemeldet worden.

Quelle:  Reuters
Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%