
WirtschaftsWoche: Herr Schalken, Branchenverbände warnen vor einem Bäckereisterben, weil hohe Rohstoffkosten das Geschäft ruinieren. Wie stark trifft die Krise Kamps?
Schalken: Wir schlagen uns vergleichsweise gut, verdienen weiterhin Geld und steigern unsere Umsätze. Wir haben allerdings auch rechtzeitig reagiert, das Unternehmen umgebaut, Standorte verkauft und uns auf zwei Vertriebslinien konzentriert. Mit den klassischen Kamps-Bäckereien konzentrieren wir uns auf unsere Heimatbastion, den Großraum Nordrhein-Westfalen. Bundesweit haben wir zudem unser Kamps-Backstuben-Konzept etabliert, eine Mischung aus Café und Bäckerei, wo wir alle Produkte frisch backen.
Können Sie die Klagen Ihrer Zunft nachvollziehen?
Tatsächlich war die Entwicklung der Rohstoffpreise zuletzt katastrophal. Ähnliches gilt auch für die Energiepreise. Das ist eine Bedrohung für uns und unsere Kunden. Diese riesigen Preissprünge kann kein Unternehmen kompensieren.
Dann erhöhen Sie die Preise für Brot und Brötchen?
Viele Wettbewerber haben die Preise bereits erhöht, wir noch nicht. Aber die Lage ist heikel, sollten die Rohstoffpreise auf dem derzeitigen Niveau bleiben, sind auch wir gezwungen zu reagieren und die Endverbraucherpreise zu erhöhen. Fast noch bedrohlicher als der Anstieg der Kosten an sich sind die Schwankungsbreiten. Dass es Basisprobleme wie Dürren gibt, die den Weizenpreis beeinflussen, ist klar, aber die Intensität der Ausschläge ist spekulationsgetrieben.
Bild: dpaDer Gesamtumsatz des deutschen Lebensmittelhandels wuchs im vergangenen Jahr um 2,4 % auf 231 Milliarden Euro, der Food-Umsatz sogar um 3,6 % auf 169 Milliarden Euro. Wenn man in Rechnung stellt, dass die Inflationsrate 2011 zwar bei 2,3 % lag, dies aber fast allein den steigenden Energie- und Treibstoffkosten geschuldet war, so kann man dem Lebensmittelhandel ein ansehnliches Wachstum konstatieren; die Euro-Krise hatte offensichtlich keine Auswirkungen auf das Konsumverhalten der Verbraucher.
Quelle: TradeDimensions, Marktstudie 'TOP-Firmen'
Bild: dpaDie Edeka-Gruppe konnte ihre Marktführerschaft 2011 weiter ausbauen. Bei einem Gesamtumsatz von 46,4 Milliarden Euro stieg der Marktanteil auf über 20 Prozent.
Bild: dpaDie Rewe hingegen musste durch die Abgabe des B2B-Bereichs (Fegro/Selgros, Rewe GV-Service) an die Transgourmet-Gruppe leichte Umsatzeinbußen hinnehmen und erlöste 36,1 Milliarden Euro, was einem Marktanteil von 15,6 Prozent entspricht.
Bild: dpaAuch die Nummer drei im Markt, die Metro-Gruppe, musste einen Umsatzrückgang auf 30,1 Milliarden Euro melden, der unter anderem auf den Cash & Carry-Bereich und die Real SB-Warenhäuser zurückzuführen ist.
Bild: dpa/dpawebDie beiden Discount-Unternehmen Schwarz-Gruppe und Aldi folgen auf den Plätzen vier und fünf. Beim Food-Umsatz steht ebenfalls Edeka an der Spitze, gefolgt von Rewe, der Schwarz-Gruppe, Aldi und Metro.
Bild: dpa/dpawebBetrachtet man jedoch die Zuwachsraten, dann führen andere Unternehmen: die Bio-Händler Dennree (+ 17,1 %) und Alnatura (+ 16,0 %) sowie der westfälische Groß- und Einzelhändler Lüning (+ 8,5 %). Ebenfalls überdurchschnittlich wuchsen die an Edeka und Rewe angeschlossenen selbständigen Einzelhändler; sie konnten ihre Erlöse um 7,5 % auf 29,6 Milliarden Euro steigern. Hier schlägt sich die verstärkte Privatisierung auch von größeren Verkaufsflächen im Umsatz des selbständigen Einzelhandels nieder.
Bild: dpaIm Drogeriemarkt-Bereich erzielten Rossmann (+ 11,2 %) und dm (+ 10,1 %) zum wiederholten Mal die höchsten Steigerungsraten.
Bild: dpaAuch die Wettbewerber Müller und Budnikowsky konnten mit 7,2 % bzw. 4,4 % überdurchschnittliche Zuwächse erreichen. Die ehemalige Nummer eins im Drogeriemarkt-Bereich, Schlecker, gehörte 2011 zu den Verlierern (- 7 %) und schied 2012 nach Insolvenz komplett aus dem Markt aus.
Bild: dpaDie Discounter haben 2011 zwar 1,4 Milliarden Euro Umsatz hinzugewinnen können und hiermit einen Marktanteil von 36,7 % im Lebensmittel-Einzelhandel erzielt; durch die starke Performance der Vollsortimenter (Regie und selbständiger Einzelhandel) haben sie jedoch erstmals seit Jahren mit - 0,3 % leicht an Marktanteilen verloren.
Bild: dpaFür das Jahr 2012 waren die befragten Unternehmen optimistisch; sie prognostizierten ein Umsatzwachstum von immerhin 2,6 % gegenüber dem Vorjahr. Hierbei wird mit besonderer Spannung zu beobachten sein, wohin die Umsatzmilliarden des abgewickelten Drogeriemarkt-Giganten Schlecker fließen – und ob die Euro-Krise letztendlich nicht doch noch beim Verbraucher ankommt.
Der Gesamtumsatz des deutschen Lebensmittelhandels wuchs im vergangenen Jahr um 2,4 % auf 231 Milliarden Euro, der Food-Umsatz sogar um 3,6 % auf 169 Milliarden Euro. Wenn man in Rechnung stellt, dass die Inflationsrate 2011 zwar bei 2,3 % lag, dies aber fast allein den steigenden Energie- und Treibstoffkosten geschuldet war, so kann man dem Lebensmittelhandel ein ansehnliches Wachstum konstatieren; die Euro-Krise hatte offensichtlich keine Auswirkungen auf das Konsumverhalten der Verbraucher.
Quelle: TradeDimensions, Marktstudie 'TOP-Firmen'
Verbraucherschützer sagen, der Rohstoffanteil an den Gesamtkosten sei sehr gering.
Das ist Quatsch. Unsere Marge ist sehr gering. Deshalb schlagen veränderte Preise bei den Rohstoffen sehr schnell durch. Wenn ich dann 30 Prozent höhere Rohstoffpreise habe, schreibe ich Verluste.
Wie wirkt sich der Aufbau von Backstationen in Discountern auf die Bäckereien aus?
Da müssen wir uns als Branche auch an die eigene Nase fassen: Wenn wir es nicht schaffen, dem Verbraucher zu erklären, dass unsere Produkte etwas anderes sind als die Discounter-Ware, dann helfen auch keine Klagen, dann sind wir selber schuld. Wenn ein Teig drei Tage in einem Schlauchbeutel liegt und auf Knopfdruck fertig getoastet wird, handelt es sich um ein anderes Produkt als ein Bäckerbrot. Wenn ich einen Lada kaufe, weiß ich ja auch, dass ich keinen Mercedes bekomme.
Sie haben gut reden, der reine Brötchenverkauf hat für Kamps an Bedeutung verloren.
40 Prozent unseres Geschäfts entfallen nach wie vor auf den Verkauf von Brot und Brötchen. Insofern nehmen wir die Entwicklung ernst. Zudem wird eine Spirale in Gang gesetzt: Wenn die Discounter aufrüsten, weiten die klassischen Supermärkte ihre Sortimente aus. Zugleich kommen die Back-Discounter unter Druck, weil Aldi und Lidl jetzt teilweise identische Produkte noch günstiger verkaufen. Die Back-Billiganbieter reagieren und steigen stärker in die Gastronomie ein. Das alles hat Auswirkungen auf uns: Wir müssen uns noch mehr anstrengen und bei neuen Produkten vorne dabei sein. In unseren Backstuben wird es in der kalten Jahreszeit zum Beispiel neue warme Brotmahlzeiten geben.
Bild: dapdPlatz 10: Samsung
Samsung hat mit seinem Smartphone Galaxy und dem Tablet-PC Galaxy Tab (Bild) in den vergangenen Jahren auf dem Elektronikmarkt aufgeholt und steht in direkter Konkurrenz zu Apple. Auch die Fernseher und Haushaltsgeräte des Elektronikunternehmens gehören zu den beliebtesten ihrer Art. Damit hat sich Samsung den zehnten Platz der beliebtesten Marken Deutschlands verdient.
Das Ranking wurde vom Forsa-Institut im Auftrag der Markenberatung Brandmeyer in einer repräsentativen Umfrage ermittelt. Forsa fragte 3.019 Bundesbürger über 14 Jahren nach ihrer Lieblingsmarke, von denen 1.815 antworteten.
Bild: rtrPlatz 9: Nivea
Nivea schafft es als einzige Marke aus dem Bereich Kosmetik- und Körperpflege in die Top 10 der beliebtesten Marken. Die Hautpflegecreme ist bereits seit mehr als hundert Jahren auf dem deutschen Markt. Viel hat sich an dem schlichten Design seitdem nicht verändert. Vielleicht ist es das, was den Deutschen so gefällt: eine Marke mit Tradition und ohne Schnickschnack.
Bild: rtrPlatz 8: Apple
Wer dachte, Deutschland sei dem iPhone- und iPad-Fieber schon völlig erlegen, hat sich wohl getäuscht. Auch wenn Apple seine Marktmacht immer weiter ausbaut und nun auch das wertvollste börsennotierte Unternehmen aller Zeiten ist – die Lieblingsmarke der Deutschen ist Apple deshalb noch lange nicht.
Bild: rtrPlatz 7: Nike
Obwohl es nur für Platz sieben reicht, Nike kann stolz sein. Die Sportartikelmarke ist die zweitbeliebteste Marke der Deutschen, die nicht aus Deutschland stammt. Bei den Jugendlichen liegt Nike besonders im Trend: 13,7 Prozent der 14- bis 17-Jährigen küren Nike zu ihrer Lieblingsmarke. Die einzige Marke, die Nike bei den Teenagern toppen konnte, ist jedoch ausgerechnet der härteste Konkurrent.
Bild: APPlatz 6: Mercedes-Benz
Mercedes ist die einzige Automarke in den Top 10 der beliebtesten Marken der Deutschen, die seine Position sowohl der Männer wie auch der Frauen verdankt. Während andere Automarken bei den Frauen eher auf wenig Resonanz stießen, kommt Mercedes immerhin auf drei Prozent der Stimmen. 3,5 Prozent der Männer bezeichnen Mercedes als ihre Lieblingsmarke.
Bild: PressePlatz 5: Volkswagen
VW wiederrum hätte es ohne seine Schar aus männlichen Fans wohl nicht in die Top 10 geschafft. Beim schönen Geschlecht erzielten die Wolfsburger 2,2 Prozent – bei den Männern immerhin 4,4 Prozent. Einer der Erfolgsfaktoren des Autoherstellers ist offenbar die Nähe und Erreichbarkeit für die Verbraucher. Volkswagen steht für bezahlbare Qualität – und zieht deshalb auch Konkurrenten aus der Luxussparte wie Ferrari oder Porsche davon.
Bild: rtrPlatz 4: BMW
Auch Rang vier geht an einen Autohersteller. BMW ist eines der sechs deutschen Unternehmen, die in den Top 10 vertreten sind. „Deutsche Marken sind so beliebt, weil sie mittlerweile nicht nur für Produktqualität stehen, sondern auch für exzellentes Design und Lifestyle“, sagt Andreas Pogoda von der Brandmeyer Markenberatung.
Bild: rtrPlatz 3: Esprit
Mehr als die Bronzemedaille war für Esprit nicht drin. Höher kam kein ausländisches Unternehmen. Die Brandmeyer Markenberatung, die das Forsa-Institut mit der Umfrage beauftragt hatte, macht fünf Erfolgsfaktoren für Marken aus: Eine klare Differenzierung von der Konkurrenz, überzeugende Produkte, attraktives Design, viel und die richtige Werbung sowie Präsenz im Alltag und auch Nähe zum Verbraucher. Luxusgüter, die für den Verbraucher unerschwinglich erscheinen, gehören eher nicht zu den Lieblingen.
Bild: obsPlatz 2: Audi
Fragt man nur die Männer, gibt es keine Debatte: Audi gehört an Platz eins. Ganze 7,2 Prozent der Männer stehen auf Audi wie auf keine andere Marken. Bei den weiblichen Befragten nennen allerdings nur 1,6 Prozent Audi als Lieblingsmarke.
Bild: dpaPlatz 1: Adidas
Adidas läuft allen davon: Der Sportartikelhersteller ist die beliebteste Marke der Deutschen. 7,4 Prozent der Befragten erklären Adidas zu ihrer Lieblingsmarke. Betrachtet man nur die weiblichen Befragten, liegt Adidas sogar mit 8,8 Prozent vorn. Sportlichkeit, Qualität und Jugend verkörpert die Marke, die vor allem bei der jüngeren Generation punkten kann. 21 Prozent der Befragten zwischen 14 und 17 Jahren nennt die Marke mit den drei Streifen aus Herzogenaurach als ihre Lieblingsmarke. Damit wird Adidas in dieser Zielgruppe fast doppelt so oft genannt wie der Hauptkonkurrent Nike.
Platz 10: Samsung
Samsung hat mit seinem Smartphone Galaxy und dem Tablet-PC Galaxy Tab (Bild) in den vergangenen Jahren auf dem Elektronikmarkt aufgeholt und steht in direkter Konkurrenz zu Apple. Auch die Fernseher und Haushaltsgeräte des Elektronikunternehmens gehören zu den beliebtesten ihrer Art. Damit hat sich Samsung den zehnten Platz der beliebtesten Marken Deutschlands verdient.
Das Ranking wurde vom Forsa-Institut im Auftrag der Markenberatung Brandmeyer in einer repräsentativen Umfrage ermittelt. Forsa fragte 3.019 Bundesbürger über 14 Jahren nach ihrer Lieblingsmarke, von denen 1.815 antworteten.
Sie könnten Ihre Produkte doch über den Lebensmittelhandel verkaufen, wie es die Brezelkette Ditsch macht.
Es gibt erste Überlegungen und Gespräche mit Lebensmittelhändlern, und wir werden sicherlich testen, ob es funktioniert. Schließlich käme das vielen Kunden entgegen, die nach dem Einkauf nicht noch extra zum Bäcker wollen. Klar ist aber auch: Wir würden nur einen Teil des Sortiments, etwa Bestseller wie unsere Streuselschnecken oder unsere Wuppis, ein Quarkgebäck, anbieten, und die Preise würden sich nicht von den Filialangeboten unterscheiden.
























