Irreführende Werbung: Foodwatch verklagt Unilever

Irreführende Werbung: Foodwatch verklagt Unilever

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Wenigstens sagen die Lebensmittelhersteller nicht, dass Butter das Cholesterin senkt.

Weil Nahrungsmittelwerbung nicht der Wahrheit entspricht, verklagen Verbraucherschützer die Lebensmittelfirmen. Jetzt trifft es Unilever wegen einer Margarine.

Einfach nur fett aufgetragen: Lebensmittelhersteller preisen in ihrer Werbung oft Margarine als vermeintlich gesundes Produkt an. Dabei thematisieren sie die Omega-3-Fette, die angeblich in dem Brotaufstrich enthalten sind, oder betonen die vermeintlich positiven Effekte für den Cholesterinspiegel. Ob das faktisch richtig ist oder nicht, steht auf einem anderen Blatt geschrieben.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat da ihre Zweifel und möchte das nun gerichtlich prüfen lassen: Foodwatch hat beim Landgericht Hamburg eine Unterlassungsklage gegen Unilever eingereicht.

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Die Unterlassungsklage richtet sich gegen die unter Berufung auf Wissenschaftler getroffene Aussage des Konzerns, dass es bei der Margarine Becel Pro.Activ "aus wissenschaftlicher Sicht keinen Hinweis" auf Nebenwirkungen gebe. Die von Unilever hergestellte Margarine Becel Pro.Activ soll angeblich den Cholesterinspiegel senken.

Foodwatch ist dagegen der Meinung, dass der Margarine zugesetzten Pflanzensterine unter Experten höchst umstritten seien. Sie stünden im Verdacht, "genau das zu verursachen, was sie eigentlich verhindern sollen: nämlich Ablagerungen in Gefäßen und ein erhöhtes Risiko für Herzkrankheiten" - also die gefährlichen Effekt des Cholesterin.

Nicht die erste Klage gegen Lebensmittelhersteller
Mit der Klage wolle Foodwatch verhindern, dass Unilever bedenkliche Risiken und Nebenwirkungen seiner cholesterinsenkenden Margarine verschleiere.

"Die Behauptung, es gebe keine Hinweise auf Nebenwirkungen, ist absolut haltlos", zitiert die Nachrichtenagentur AFP den Foodwatch-Experten Oliver Huizinga. Unilever würde kritische wissenschaftliche Stimmen und ernst zu nehmende Hinweise auf Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Pflanzensterinen einfach ausblenden.Es ist nicht das erste Mal, dass eine Verbraucherschutzorganisation eine Klage gegen Lebensmittelhersteller einreicht.

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Foodwatch hatte bereits im November von Unilever gefordert, Becel Pro.Activ wegen möglicher Gesundheitsrisiken nicht zu verkaufen. Doch der Lebensmittelkonzern hatte die Vorwürfe damals als falsch und irreführend zurückgewiesen. Die gesundheitliche Risiken seien nicht bekannt, Becel Pro.Activ sei sicher. "Sollten wir Zweifel an der Produktsicherheit haben, würden wir die Becel Pro.Activ-Produkte nicht weiter vertreiben", teilte der Konzern in Hamburg damals mit.

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