Jahresziele in Gefahr: Metro braucht ein bombiges Weihnachtsgeschäft

Jahresziele in Gefahr: Metro braucht ein bombiges Weihnachtsgeschäft

, aktualisiert 03. November 2011, 08:26 Uhr
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Bei Metro würde man sich nach all dem personellen Hickhack gern wieder aufs Wesentliche konzentrieren.

Quelle:Handelsblatt Online

Verrückte Wochen bei der Metro: Rücktritt von Konzernchef Cordes und ein Bieterwettkampf um die Tochter Kaufhof. Mitten hinein platzen da heute die Quartalszahlen. Und die werden durch die Euro-Krise erheblich belastet.

DüsseldorfDer Handelsriese Metro gerät nach seiner Führungskrise nun auch im Tagesgeschäft unter Druck. Der Konzern könne sein Ziel einer Steigerung des operativen Gewinns (Ebit) vor Sonderfaktoren um rund zehn Prozent 2011 nur dann erreichen, wenn das Weihnachtsgeschäft deutlich besser läuft als noch im Vorjahr, teilte Metro am Donnerstag in Düsseldorf mit.

Das Gewinnziel sei „mit erhöhten Risiken“ durch die „europäische Staatsschuldenkrise und die abflachende Konjunktur“ behaftet. Bei einem „normalen Verlauf“ des Weihnachtsgeschäfts sei nur eine Ergebnissteigerung „mindestens im Rahmen der aktuellen Markterwartung von fünf Prozent“ zu erwarten. Seine bereits revidierte Umsatzprognose bekräftigte der Konzern. Die Erlöse sollen demnach 2011 über dem Vorjahresniveau liegen.

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Im dritten Quartal musste Metro beim Umsatz Federn lassen, konnte aber dank des vom scheidenden Vorstandschef Eckhard Cordes eingeleiteten Sparprogramms mehr verdienen. „Wir haben in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld unser Ergebnis erneut deutlich gesteigert“, betonte Cordes, der seinen im kommenden Oktober auslaufenden Vertrag nach einem langen Machtkampf nicht verlängern will.

Von Juli bis September verbuchte der Handelsriese bei einem Umsatz von 15,97 (Vorjahr: 16,29) Milliarden Euro einen operativen Gewinn (Ebit) vor Sonderfaktoren von 614 (445) Millionen Euro. Nach Sonderfaktoren blieb ein Ebit von 563 Millionen Euro. Der Nettogewinn nach Anteilen Dritter lag bei 190 (149) Millionen Euro. Dem Gewinn half auch der Verkauf von Immobilien in Italien auf die Sprünge.

Von Reuters befragte Analysten hatten bei einem Umsatz von 16,02 Milliarden Euro ein Ebit vor Sonderfaktoren von 593 Millionen Euro und einen Überschuss nach Anteilen Dritter von 235 Millionen Euro erwartet.


Einbruch in Deutschland

Im deutschen Heimatmarkt verbuchte Metro im dritten Quartal ein leichtes Umsatzminus, im Westeuropa insgesamt schrumpften die Erlöse deutlich um 4,5 Prozent. Hier ist Metro auch in Ländern wie Spanien oder Griechenland vertreten, die besonders unter den Schulden-Krise leiden - die Verbraucher schnallen wegen der drastischen Sparpakete der Regierungen den Gürtel enger. In Asien konnte Metro dagegen ein deutliches Plus verbuchen. Beim Gewinn konnte das bisherige Sorgenkind Media-Saturn, Europas größter Elektronikhändler, wieder zulegen. Die Kette verbuchte ein Ebit vor Sonderfaktoren von 141 (124) Millionen Euro.

Die Warenhauskette Kaufhof verbuchte dagegen deutliche Rückgänge bei Umsatz und Ertrag. Die Erlöse sanken im dritten Quartal auch wegen Umstellungen des Sortiments um 6,3 Prozent, der operative Verlust vor Sonderfaktoren lag in den ersten neun Monaten 2011 bei 40 (Minus 27) Millionen Euro.

Metro stand in den vergangenen Tagen und Wochen so häufig wie selten in den Schlagzeilen. Zunächst wurde der Rücktritt von Unternehmenschef Eckhard Cordes. Der 60-Jährige hatte vor rund drei Wochen mitgeteilt, seinen bis Oktober 2012 geltenden Vertrag nicht verlängern zu wollen.

Diesem Schritt vorausgegangenen waren interne Machtkämpfe. Der Vorstandsvorsitzende hatte den Rückhalt im Aufsichtsrat verloren. Als sich abzeichnete, dass es für seine Vertragsverlängerung im Gremium keine Mehrheit geben würde, zog er die Konsequenzen.

Und seit gestern gibt es einen Bieterkampf um die Tochter Kaufhof, denn es tauchte ein weiterer prominenter Name auf: Wendelin Wiedeking. Der Ex-Porsche-Chef ist „seit geraumer Zeit Mitaktionär bei Signa“, sagte René Benko, Geschäftsführer und Gründer der Signa-Gruppe, im Interview mit dem Handelsblatt. „Er war von Anfang an einbezogen in die Gespräche mit der Metro.“


Kampf um Kaufhof

Wie das Handelsblatt berichtete, hat die österreichische Immobilienfirma Signa ein Angebot für Kaufhof vorgelegt. Seit Wochen durchleuchten die Investoren die Geschäftszahlen der Tochter des Düsseldorfer Dax-Konzerns Metro. Gestern wurde zudem bekannt, dass auch Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen ein Angebot vorgelegt hat.

Wie das Handelsblatt aus Kreisen von Deutschlands größtem Handelskonzern erfuhr, war es Wiedeking, der vor ein paar Wochen mit (Noch-)Metro-Chef Eckhard Cordes über das Interesse der österreichischen Immobilienfirma an Kaufhof sprach. Die beiden Manager kennen sich schon länger. Laut Benko ist Wiedeking bei Signa in dem Geschäftsbereich engagiert, der die Immobilien der Gruppe in Innenstadt-Lagen – zum Beispiel in Wien, aber auch in München und Düsseldorf – besitzt. „Herr Wiedeking zieht gerade auch in den Beirat unserer Holding und in die Aufsichtsräte verschiedener Signa-Beteiligungen ein“, sagte Benko.

Für das operative Geschäft habe Berggruen alleine und für die Immobilien mit anderen Investoren Offerten abgegeben, hieß es aus Unternehmenskreisen. Jeder zweiter Standort des Warenhauses, das seit 1996 zum Metro-Konzern gehört und seit Anfang 2008 auf der Verkaufsliste steht, befindet sich im eigenen Besitz. Mit einer Trennung von Immobilien und operativem Geschäft sei Metro immer sehr vorsichtig gewesen und es sei fraglich, ob sie sinnvoll sei, hieß es weiter.

Quelle:  Handelsblatt Online
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