Johannes Neckermann: "Der Name Neckermann zieht doch noch immer"

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Johannes Neckermann: "Der Name Neckermann zieht doch noch immer"

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Johannes Neckermann, jüngster Sohn des Firmengründers Josef Neckermann meint: "Es wäre doch Wahnsinn, wenn man die Marke Neckermann aufgibt."

von Henryk Hielscher

Die Qualität ist gut, die Marke hat noch Kraft. Johannes Neckermann, Sohn des Gründers, will nicht glauben, dass das Ende des Versandhauses besiegelt ist.

WirtschaftsWoche: Herr Neckermann, wann haben Sie das letzte Mal etwas beim Versandhaus Neckermann bestellt?

Neckermann: Das ist noch gar nicht so lange her. Ich habe bis zuletzt Artikel aus dem Katalog bestellt, Anzüge waren dabei, Hemden und Hosen. Mein ganzer Schrank ist voller Kleidung von Neckermann. Teilweise steht da noch der alte Neckermann-Schriftzug drauf, der inzwischen längst verschwunden ist, so gut war die Qualität.

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Bald könnte der Unternehmensname ganz verschwinden. In der vergangenen Woche hat die von Ihrem Vater gegründete Firma Insolvenz angemeldet.

Die Entwicklung ist tragisch. Die Familie ist vor einigen Tagen noch in Frankfurt zusammen gekommen, um bei der Eröffnung des Neckermann-Archivs in Dreieich bei Frankfurt dabei zu sein. Wir wussten, dass es schlecht steht um das Unternehmen. Aber dass die Insolvenz ansteht, hat mich schon überrascht.

Haben Sie versucht, mit dem Eigentümer, dem Finanzinvestor Sun Capital, Kontakt aufzunehmen?

Das hatte ich versucht. Mein Winterquartier ist in Florida und Sun Capital sitzt im Grunde nur 15 Meilen entfernt von dort. Ich habe denen vor einiger Zeit mal geschrieben, aber der Kontakt verlief im Sande. Dann habe ich dem Neckermann-Chef Henning Koopmann geschrieben, aber da kam auch nichts zurück.

Versandhandel Management trieb Neckermann in den Ruin

Die Versandhaus-Ikone Neckermann scheiterte nicht nur, weil der amerikanische Finanzinvestor Sun Capital den Geldhahn zudrehte. Auch das Management in Frankfurt patzte.

Quelle: dpa/Montage

Woran ist Neckermann gescheitert?

Es fehlten einige Millionen Euro bei der Finanzierung des Sanierungskonzeptes und der Eigentümer hat in amerikanischer Manier den Geldhahn zugedreht. Ich kann und will mir aber nicht vorstellen, dass das jetzt das endgültige Aus für Neckermann ist, dass die Firma aufgegeben und geschlossen wird.

Das Unternehmen schreibt seit Jahren rote Zahlen. Woher nehmen Sie die Hoffnung, dass es weiter geht?

Der Name zieht doch immer noch. Es wäre doch Wahnsinn, wenn man diese Marke aufgibt. Zu den Hochzeiten Mitte der Siebziger Jahre gab es mal einen Markenvergleich zwischen Volkswagen, Mercedes, BMW und Neckermann. VW lag ganz vorne in der Publikumsgunst und Bekanntheit, danach kam aber auch schon Neckermann.

Auch wenn der frühere Glanz sicherlich etwas verblasst ist, bin ich überzeugt, dass die Marke nach wie vor ein gutes Image hat. Ich wohne ja seit vielen Jahren in Florida, aber wann im ich irgendwo in Deutschland bin, fragt jeder: ‚Haben Sie etwas mit dem Unternehmen zu tun?‘  Die Bekanntheit des Namens ist immer noch ganz phantastisch.

Hätten Sie denn selbst Interesse daran, Neckermann zu übernehmen?

Dafür bräuchte ich erst einmal das nötige Kleingeld, es geht ja um Millionenwerte.

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