KaDeWe Group: Verdi besiegelt Tarifeinigung für Karstadt-Luxushäuser

KaDeWe Group: Verdi besiegelt Tarifeinigung für Karstadt-Luxushäuser

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Der Eingang des Kaufhauses KaDeWe.

Für die Luxus-Warenhäuser des angeschlagenen Warenhauskonzerns Karstadt hat Verdi einer ersten Tarifeinigung zugestimmt. Die Verhandlungen für die übrigen Beschäftigten des Karstadt-Konzerns dauern indes noch an.

Im Tarifstreit des angeschlagenen Warenhauskonzerns Karstadt hat die Gewerkschaft Verdi einer ersten Einigung mit dem Management zugestimmt. Die in der KaDeWe Group gebündelten Luxus-Warenhäuser in Berlin, München und Hamburg mit rund 1000 Mitarbeitern kehrten in die Tarifbindung zurück, teilte Verdi am Donnerstag mit.

Die Tarifkommission habe einer entsprechenden Vereinbarung zugestimmt, die auch betriebsbedingte Kündigungen ausschließe. "Nach fast zweijähriger Tarifflucht haben die Beschäftigten der KaDeWe Group endlich wieder Sicherheit", erklärte Verdi-Verhandlungsführer Arno Peukes. Sie könnten nun auch wieder mit Sonderzahlungen wie dem Urlaubsgeld planen.

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Karstadts Krisen-Chronik

  • Keine Wende

    Mit seinem früheren Mutterkonzern Arcandor war Karstadt 2009 in die Insolvenz gerutscht. Im Juni 2010 stieg Investor Nicolas Berggruen ein. Von seinem Einspringen wurde die Wende erhofft. Die Chronik der Krise.

  • 2009

    Für die wichtigsten Arcandor-Gesellschaften - darunter die Karstadt Warenhaus GmbH - wird am 1. September 2009 das Insolvenzverfahren eröffnet.

    Am 1. Dezember wird bekannt, dass zehn Karstadt-Standorte mit teils mehreren Häusern nach Angaben der Insolvenzverwaltung geschlossen werden sollen. Etwa 1200 Mitarbeiter sind betroffen.

  • Erstes Halbjahr 2010

    Beim Essener Amtsgericht wird am 15. März ein Insolvenzplan vorgelegt. Am 12. April stimmen die Gläubiger dem Plan zu. Am 1. Juni haben von bundesweit 94 Kommunen bis auf drei bereits alle einem Verzicht auf die Gewerbesteuer zugestimmt. Die im Insolvenzplan geforderte Zustimmungsquote von 98 Prozent gilt damit als sicher. Nur sechs Tage später erhält die Berggruen Holding vom Gläubigerausschuss den Zuschlag zur Übernahme. Einen Tag später unterschreibt Berggruen den Kaufvertrag unter Vorbehalt. Berggruen fordert vom Karstadt-Standortvermieter Highstreet deutliche Mietsenkungen. Am 14. Juni endet eine erste Verhandlungsrunde zu den künftigen Mieten ohne Ergebnis. Am 20. Juni lehnt Berggruen ein Angebot von Highstreet über Mietsenkungen von mehr als 400 Millionen Euro ab.

  • Zweites Halbjahr 2010

    Am 26. August hat sich Berggruen mit der Essener Valovis-Bank geeinigt: Die Bank hatte Highstreet ein Darlehen über 850 Millionen Euro gewährt und dafür im Gegenzug 53 Waren-, Sport- und Parkhäuser als Sicherheit erhalten. Man habe sich unter anderem darauf verständigt, dass Berggruen dieses Darlehen bis 2014 ablösen könne, heißt es. Am 2. September stimmen die Highstreet-Gläubiger den geforderten Mietsenkungen zu.

    Am 30. September hebt das Essener Amtsgericht das Insolvenzverfahren auf. Damit erhält Berggruen zum 1. Oktober die Schlüsselgewalt für die Karstadt Warenhaus GmbH. 40.000 Gläubiger verzichten auf zwei Milliarden Euro. Die Belegschaft verzichtet auf 150 Millionen Euro.

    23. November: Der frühere Woolworth-Manager Andrew Jennings wird zum neuen Karstadt-Chef bestellt. Er beginnt Anfang Januar 2011.

  • 2011

    Jennings legt am 6. Juli das Konzept „Karstadt 2015“ vor: Modernisierung der Warenhäuser, stärkeres Online-Geschäft und Expansion der Sporthäuser sind der Kern.

  • 2012

    Am 16. Juli kündigt Karstadt die Streichung von 2000 Stellen an.

  • 2013

    Karstadt kündigt am 13. April 2013 eine „Tarifpause“ für die Beschäftigten an. Am 9. Juni bestätigt das Unternehmen, dass der Vertrag von Karstadt-Chef Jennings zum Jahresende ausläuft.

  • 2014

    Im Februar kommt Ikea-Managerin Eva-Lotta Sjöstedt nach Essen und übernimmt den Geschäftsführerposten. Am 7. Juli legt Sjösted nach nur fünf Monaten alle Ämter nieder. Als Grund dafür nennt sie, dass die „Voraussetzungen“ für den von ihr angestrebten Weg nicht mehr gegeben seien.

  • Der Neue

    Der Österreicher René Benko kauft Karstadt im August für nur einen Euro. Der bisherige Eigentümer Nicolas Berggruen zieht sich komplett zurück. Die Sanierungsaufgaben bleiben gewaltig.

Die Tariflöhne würden über einen Zeitraum von vier Jahren auf das Niveau der Flächentarifverträge des Einzelhandels angehoben, hatte der Eigner der Warenhäuser, die Signa Group des Tiroler Immobilieninvestors Rene Benko, bereits angekündigt.

Die Verhandlungen für die übrigen Beschäftigten des Karstadt-Konzerns dauern indes noch an. Signa hatte dazu erklärt, die traditionellen Warenhäuser als auch die Sportgeschäfte befänden sich in einer schwierigen Sanierungsphase. Anders als bei den Premiumhäusern würden bei diesen beiden Unternehmen Sanierungstarifverträge verhandelt, "die zwingend weitgreifende Personalkosteneinsparungen zur Folge haben müssen."

Der mit Umsatzrückgängen kämpfende Karstadt-Konzern hatte im Mai 2013 eine "Tarifpause" für seine damals noch rund 17.000 Beschäftigten ausgerufen - der Warenhausriese sparte sich so anders als Konkurrent Kaufhof Lohnerhöhungen. Verdi läuft dagegen Sturm und fordert auch für die übrigen Konzernteile neben den Luxus-Häusern eine Rückkehr in die Tarifbindung. Karstadt-Chef Stephan Fanderl pocht dagegen auf tiefe Einschnitte.

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