Kaffee-Magnat Schultz zieht sich zurück: Will Mr. Starbucks bald Mr. President werden?

Kaffee-Magnat Schultz zieht sich zurück: Will Mr. Starbucks bald Mr. President werden?

, aktualisiert 02. Dezember 2016, 16:23 Uhr
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Der 63-Jährige wechselte nach einer Auszeit 2008 zurück an die Starbucks-Spitze – und versechsfachte den Börsenwert des Konzerns seither. Nun gibt er den Vorsitz ab.

Quelle:Handelsblatt Online

Talentiert, politisch engagiert, sozial verantwortlich: Starbucks-Chef Howard Schultz ist eine Ausnahmeerscheinung von einem Manager. Nun gibt er den Vorsitz ab. Das nährt Spekulationen über einen Wechsel in die Politik.

DüsseldorfLange hat Howard Schultz über seinen Abschied nachgedacht, alles genau vorbereitet, den Nachfolger ausgewählt und vorbereitet. Jetzt ist es Zeit für den großen Schritt: Der Starbucks-Chef wird Anfang April den Vorstandsvorsitz an Kevin Johnson abgeben, der derzeit das operative Geschäft des Kaffee-Riesen leitet.

Für den Konzern aus Seattle mit seinen 25.000 Filialen in 75 Ländern, ist das eine Zäsur. Schultz hat Starbucks von einem kleinen Unternehmen, das in Seattle Kaffeebohnen verkaufte, zur weltgrößten Kaffeehauskette gemacht, mit zuletzt 21,3 Milliarden Dollar Umsatz.

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Der große, schlaksige Mann mit dem strahlenden Lächeln und der sanften Stimme ist kein gewöhnlicher Konzernmanager. Wie kein anderer hat er sich und den Konzern in politische und soziale Themen eingemischt. Nach den Unruhen in den Südstaaten forderte er seine Baristas in den USA auf, mit den Kunden über Rassismus zu diskutieren. 2011 überzeugte er andere US-Konzerne, alle politischen Spenden einzufrieren, bis sich die Parteien in Washington auf einen neuen Haushalt einigen würden.

In der Debatte um zu hohe Studienkredite initiierte Schultz ein eigenes Programm, mit dem er seinen Teilzeitkräften einen Bachelor-Abschluss finanziert. Schon früh in der 31-jährigen Geschichte des Unternehmens führte er eine Krankenversicherung ein, die auch die Teilzeitkräfte abdeckt – in den USA ist das ungewöhnlich großzügig.

„Wenn sich Unternehmen nur auf ihre Profitabilität konzentrieren, dann ist das ein schwaches Ziel“, erklärte er vor ein paar Jahren in New York, als er eine neue Filiale in einer rauen Gegend in Harlem eröffnete. „Vor allem die Manager von börsennotierten Unternehmen werden feststellen müssen, dass sie nur dann wirklich erfolgreich sein können, wenn sie ihren Erfolg teilen.“


In Rente gehen kommt für Schultz nicht in Frage

Schultz versteht es, Gutes zu tun und das mit einem Sinn fürs Geschäft zu verbinden. Er weiß: Nur wenn die Erfahrung mit der Marke stimmt, sind Kunden auch bereit, fünf Dollar und mehr für gezuckerte Kaffeegetränke auszugeben.

Schon einmal hatte er sich aus dem operativen Geschäft zurückgezogen. Der 63-Jährige gab im Jahr 2000 den Vorstandsvorsitz abgegeben und sich auf den Verwaltungsratsposten zurückgezogen. Als der Konzern wegen liebloser Führung in eine Krise rutschte, kam Schultz 2008 zurück und begann eine groß angelegte Qualitätsoffensive. Der Börsenwert der Kaffeehauskette hat sich seit dem von 15 Milliarden Dollar auf 84 Milliarden Dollar fast versechsfacht.

Einfach in Rente zu gehen kommt für Schultz, der in einem Armenviertel von Brooklyn aufgewachsen ist und mit Starbucks zum Milliardär geworden ist, nicht in Frage. Als sogenannter Executive Chairman wird er aus dem Verwaltungsrat die Geschicke steuern und sich zudem um ein neues Projekt kümmern: Luxus-Kaffeehäuser, die derzeit in Manhattan und in Shanghai entstehen und in den kommenden Jahren in mehreren Metropolen eröffnet werden sollen.

Sein Rückzug nährt auch Spekulationen, ob Schultz in vier Jahren für das Amt des US-Präsidenten kandidieren will. Er hatte einen engen Draht zu Präsident Barack Obama, unterstütze auch die demokratische Kandidatin Hillary Clinton und gilt als großer Kritiker des künftigen Präsidenten Donald Trump. Noch gibt sich der Starbucks-Chef bedeckt. „Ich konzentriere mich ganz auf Starbucks und habe keine Pläne, mich für ein politisches Amt zu bewerben“, sagte er in einem Interview mit der „New York Times“, in der er auch seinen Rückzug verkündete.

Ob sich das in Zukunft ändern könnte? Schultz weicht aus. „Das ist das, was ich heute darüber denke.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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