Kaffeekapseln: Wie Nespresso die Konkurrenz zerquetscht

Kaffeekapseln: Wie Nespresso die Konkurrenz zerquetscht

Der Kampf um die Kaffeekapseln wird heißer: Nestlé hat seine Kaffeeautomaten umgestellt. Die neuen Modelle öffnen nur noch original Nespressokapseln vorschriftsmäßig. Billige Konkurrenzprodukte werden zerquetscht.

Alle lieben Kapselkaffee. Oder zumindest Kaffeepads: Jedenfalls hat das Geschäft mit portioniertem Kaffee in Westeuropa Wachstumsraten von nahezu 20 Prozent. 2016 könnte es ein Drittel des Kaffee-Marktes ausmachen, wie Roland Weening, Marketingchef für Kaffee bei Mondelez sagt. Mondelez ist der US-Konkurrent von Nestlé, dem Hersteller der Nespresso-Kaffeeautomaten, für die George Clooney wirbt. Nespresso hat mit seinem Kapselsystem den Kaffeemarkt revolutioniert und erzielte im vergangenen Jahr 4,4 Milliarden Franken (3,6 Milliarden Euro) Umsatz. Gegen Unternehmen wie Ethical Coffee und den Schweizer Einzelhändler Denner, die billigere Konkurrenz-Kapseln für das Nespresso-System auf den Markt brachten, ging der in Vevey am Genfersee ansässige Konzern gerichtlich vor - bisher allerdings ohne Erfolg. Billigere Konkurrenzprodukte zu den "Nespresso"-Kaffeekapseln dürfen weiterhin mit dem Hinweis angepriesen werden, dass sie für diese Maschine geeignet sind.

Druckerpatronen & Co. Alles Abzocke?

Kaffeekapseln für 40 Cent das Stück, Druckerpatronen so teuer wie der Drucker selbst, Staubsaugerbeutel, die in kein anderes Modell passen. Zocken die Hersteller den Verbraucher wirklich ab?

Quelle: imago/imagebroker

Seit dem im Juni diesen Jahres auch noch die Patente abgelaufen sind, kämpft Netlé mit Nachahmern. In der Schweiz bietet Aldi Nespresso-kompatible Kapseln an, in Deutschland steht Douwe Egberts mit einer Kapselversion von Senseo in den Regalen und auch Mondelez will in Deutschland, der Schweiz und Österreich Kaffeekapseln für das Nespresso-System lancieren. "Wir erwarten ein sehr starkes Wachstum durch diese spezielle Markteinführung", sagte Weening von Mondelez. Jetzt hat sich die Marke Nespresso etwas Neues einfallen lassen, um sich der lästigen Konkurrenz zu entledigen: Sie verändert ihre Automaten. Die Nadel, die die Kaffeekapseln aufpiekst, ist nun so fein, dass sie nur noch Original Nespresso-Kapseln öffnet - alle anderen werden zerquetscht.

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Die Schweizer Zeitung "SonntagsBlick" hat die neuen Modelle U, Pixie und Inissia getestet und festgestellt: Mit Fremdkapseln kommt aus dem Automaten nur noch eine trübe Brühe, aber eben kein Kaffee - von Espresso & Co. ganz zu schweigen. "Besonders schlecht funktionieren die Jacobs-Kapseln des US-Herstellers Mondelez mit den neuen Nespresso-Maschinen. Bei sechs von zehn Versuchen wurde die Kapsel zerdrückt", heißt es in dem Bericht. "Nespresso zielt mit der Änderung ganz klar auf Mondelez ab", sagt ein Brancheninsider gegenüber der Zeitung. Seit Juli diese neuen "Injektoren" im Einsatz, wie Nespresso bestätigt. Dies sei "Teil einer Weiterentwicklung" des Kapselsystems. Und wer künftig fremde Kapseln in einer Nespresso-Maschine verwendet, muss Reparaturen selber zahlen. "In unseren Maschinen-Garantien ist explizit erwähnt, dass Beschädigungen, die vom Gebrauch fremder Kapseln verursacht wurden, nicht in der Garantieleistung inbegriffen sind", sagt Pascal Hottinger, Chef Nespresso Schweiz, gegenüber der Schweizer Handelszeitung. Ein Schelm, der Nespresso Abzocke unterstellt.

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