Kai-Uwe Weitz : Karstadts Interimschef muss gehen

Kai-Uwe Weitz : Karstadts Interimschef muss gehen

, aktualisiert 19. August 2014, 16:24 Uhr
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Nach einer kurzen Amtszeit muss der Karstadt-Interimschef Kai-Uwe Weitz das Unternehmen verlassen.

Der Interimschef des kriselnden Kaufhaus-Konzerns Karstadt, Kai-Uwe Weitz, muss das Unternehmen verlassen. Bis auf Weiteres soll der Finanzvorstand Miguel Müllenbach den Konzern führen.

Der angeschlagene Warenhausriese Karstadt steckt weiter tief in der Verlustzone. Im Bundesanzeiger veröffentlichte Zahlen belegen, dass das Traditionsunternehmen im Geschäftsjahr 2012/13 (per Ende September) einen Jahresfehlbetrag von 131 Millionen Euro geschrieben hat. Zugleich ging der Umsatz weiter zurück, wie dem Zahlenwerk der Karstadt Warenhaus GmbH am Dienstag zu entnehmen war. Die Erlöse sanken von Oktober 2012 bis September 2013 auf 2,672 (Vorjahr: 2,936) Milliarden Euro. Auch beim Betriebsergebnis schrieb Karstadt tiefrote Zahlen: Der Verlust im gewöhnlichen Geschäft belief sich auf 124 (Vorjahr: 30) Millionen Euro. Für das laufende Geschäftsjahr 2013/14 erwarte Karstadt "einen Verlust in knapp dreistelliger Millionenhöhe", heißt es in den Dokumenten weiter, die im Frühjahr und damit vor dem jüngsten Eignerwechsel erstellt worden waren.

Karstadt steht nach den im Bundesanzeiger veröffentlichten Prognosen eine weitere Durstrecke voraus: Für das Geschäftsjahr 2016/17 erscheine "erstmals ein positives Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit als realistisch". "Zusätzliche kostensenkende bzw. liquiditätsgenerierende Maßnahmen, die zur Fortbestandssicherung der Gesellschaft auch entsprechend greifen müssen, sind dann erforderlich wenn wider Erwarten zusätzliche derzeit noch nicht bekannte Ereignisse eintreten, die die Gesellschaft über die in der Planung einkalkulierten Eigenkapital- und Liquiditätsreserven hinaus belasten", heißt es weiter. "Gemäß Planung", steht in den Dokumenten, sollten die noch zu erwartenden Verluste "bis zum Zeitpunkt der Rückkehr in die Gewinnzone zu keiner Zeit zu einem Eigenkapital von weniger als 200 Millionen Euro führen". Der Abschluss war im April erstellt worden, erst jetzt wurde er im Bundesanzeiger veröffentlicht.

Der Warenhauskonzern war im Herbst 2010 vom Milliardär Nicolas Berggruen aus der Insolvenz heraus übernommen worden. Berggruen hat ihn an den österreichischen Immobilien-Investor Rene Benko und dessen Signa Holding weitergereicht, der nun eine Sanierung plant. Bilanzen wurden seit der Übernahme durch Berggruen nur noch im Bundesanzeiger veröffentlicht.

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