Kaiser's Tengelmann: Ein letztes Krisentreffen soll die Lösung bringen

Kaiser's Tengelmann: Ein letztes Krisentreffen soll die Lösung bringen

, aktualisiert 06. Oktober 2016, 09:08 Uhr
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Kommt eine Lösung nicht zustande, will Tengelmann-Eigentümer Erivan Haub angesichts der weiter auflaufenden Verluste sofort mit dem Einzelverkauf der Filialen beginnen.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Zukunft von Kaiser's Tengelmann hängt am seidenen Faden. In einem letzten Krisentreffen soll nun eine Lösung gefunden werden. Ob das gelingt, ist fraglich. Tausende Jobs stehen auf dem Spiel.

Kurz vor Ablauf der Frist zur Lösung des Streits um die Zukunft von Kaiser's Tengelmann haben die beteiligten Unternehmen ein Spitzentreffen angesetzt. Spitzenvertreter von Tengelmann, Edeka, Rewe und Markant hätten vereinbart, gegen 14 Uhr in Frankfurt Gespräche aufzunehmen, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. "Das Treffen steht", sagte einer der Insider. Im September hatten die Supermarkt-Chefs bereits unter Vermittlung der Gewerkschaft Verdi über die Zukunft der Kette verhandelt.

Für Kaiser's Tengelmann läuft dabei die Zeit ab. Eigentümer Karl-Erivan Haub hat für die Zukunft der Kette mit rund 15.000 Beschäftigten ein Ultimatum gestellt. Gibt es bis Freitag um Mitternacht keine tragfähige Lösung für Kaiser's Tengelmann, will er mit der Zerschlagung beginnen. Märkte an guten Standorten in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Berlin könnten dann an verschiedene Interessenten gehen, den übrigen droht die Schließung.
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Auf einer Betriebsversammlung von Mitarbeitern des Bezirks Nordrhein hatte der Sprecher der Geschäftsführung von Kaisers's Tengelmann, Raimund Luig, zuvor ebenfalls von weiteren Verhandlungen gesprochen. Ob es gelingt, die verlustreiche Supermarktkette vor einer Zerschlagung zu bewahren, ist ungewiss. 2016 habe das Unternehmen „enorme Verluste gemacht, die Umsätze sind weiter gesunken und der Wettbewerbsdruck durch die Discounter steigt“, sagte der Manager.

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Tengelmann-Eigentümer Erivan Haub hatte eine Frist bis zu diesem Freitag gesetzt, um noch eine Einigung zwischen Kaiser's Tengelmann und Branchenprimus Edeka auf der einen Seite und den Konkurrenten um Rewe, Markant und Norma auf der anderen zu erzielen. Über den Verlauf der Verhandlungen, an welchen auch die Gewerkschaft Verdi beteiligt ist, haben die Unternehmen Stillschweigen vereinbart.

Kaiser’s Tengelmann Kaiser's bis zu 21 Prozent teurer als die Konkurrenz

Die Preise von Kaiser's Tengelmann sind nicht konkurrenzfähig. Identische Produkte gibt es bei Aldi, Lidl und dm im Schnitt 18 bis 21 Prozent günstiger. Um 14 Uhr soll es ein weiteres Spitzentreffen in Frankfurt geben.

Quelle: dpa

Kommt eine Lösung nicht zustande, will Haub angesichts der weiter auflaufenden Verluste sofort mit dem Einzelverkauf der Filialen beginnen. Tausende Arbeitsplätze wären dann bedroht, vor allem in Nordrhein-Westfalen. Dort könnte es zur Schließung von zahlreichen Filialen kommen, für die sich kein Käufer findet.

Als ein möglich Interessent soll sich inzwischen Medienberichten zufolge auch der österreichische Immobilienunternehmer René Benko ins Spiel gebracht haben. Seine Gesellschaft Signa, die vor wenigen Jahren die Karstadt Warenhäuser übernommen hatte, könnte an einzelnen Standorten interessiert sein.

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Der Machtkampf um Kaiser's Tengelmann. Quelle: Montage

Die Gewerkschaft Verdi und Edeka favorisieren die Komplettübernahme von Kaiser's Tengelmann durch den Branchenprimus Edeka. Das würde die meisten Arbeitsplätze retten. Den geplanten Kauf durch Edeka hatte das Bundeskartellamt zunächst untersagt, war dann aber durch eine Ministererlaubnis ausgehebelt worden. Konkurrenten um Rewe, Norma und Markant klagten und das OLG Düsseldorf legte die Genehmigung auf Eis.

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Bei Kaiser's Tengelmann sind viele Arbeitsplätze in Gefahr. Quelle: dpa
Quelle:  Handelsblatt Online
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