Kaiser's Tengelmann: Zerschlagungspläne zunächst gestoppt

Kaiser's Tengelmann: Zerschlagungspläne zunächst gestoppt

, aktualisiert 23. September 2016, 14:35 Uhr
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Die Zerschlagung der Kette wurde vorerst gestoppt.

Karl-Erivan Haub gibt Kaiser's Tengelmann noch eine letzte Chance: Innerhalb von zwei Wochen soll eine Lösung gefunden werden. Gelingt dies nicht, werde die Kette zerschlagen.

Atempause für Kaiser's Tengelmann: Die Zerschlagungspläne für die Supermarktkette sind nach dem Krisengespräch zur Zukunft des Unternehmens zunächst gestoppt worden. Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub kündigte am Freitag an, er wolle dem „Runden Tisch“ mit Konkurrenten und Gewerkschaft zwei Wochen Zeit geben, eine Lösung zu finden. Scheitern die Verhandlungen, soll jedoch nach Ablauf der Frist sofort mit dem Einzelverkauf der Filialen begonnen werden.

In den vergangenen Tagen war aus mit den Vorgängen vertrauten Kreisen noch signalisiert worden, auf der Aufsichtsratssitzung könnten bereits die Weichen für eine Zerschlagung des Unternehmens gestellt werden.

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Haub, Edeka-Chef Markus Mosa, Rewe-Chef Alain Caparros und der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske hatten sich am Donnerstagabend zu einem letzten Versuch getroffen, den Konflikt um die Übernahme der Supermarktkette durch Edeka beizulegen. Dabei gelang es offenbar, Bewegung in die festgefahrenen Fronten zu bringen.

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Bei Kaiser's Tengelmann sind viele Arbeitsplätze in Gefahr. Quelle: dpa

Nach den harten Auseinandersetzungen der vergangenen Monate verständigten sich die Handelskonzerne unter Vermittlung der Gewerkschaft darauf, die Bemühungen um „eine für alle Beteiligten und die Beschäftigten von Kaiser's Tengelmann tragfähige, gemeinsame Lösung“ zeitnah fortzusetzen.

Bei den Beschäftigten weckte das Hoffnung auf eine Rettung von Kaiser's Tengelmann in letzter Minute. Der Berliner Betriebsratsvorsitzende Volker Bohne sagte, er setze nach wie vor eine Komplettübernahme des Konzerns durch Edeka, „weil es die einzige Möglichkeit ist, alle Arbeitsplätze zu erhalten“.

Das ist Kaiser's Tengelmann

  • Umsatz und Mitarbeiter

    Verglichen mit Edeka oder Rewe ist die Supermarktkette Kaiser's Tengelmann ein Zwerg. Sie betrieb Ende 2015 noch 446 Filialen in Deutschland und erwirtschaftete mit knapp 15 300 Mitarbeitern einen Nettoumsatz von 1,78 Milliarden Euro.

    Quelle:dpa

  • Filialnetz

    Einst bundesweit vertreten, finden sich die Filialen heute nur noch im Großraum Berlin, in München und Oberbayern sowie in Teilen Nordrhein-Westfalens. Die meisten Geschäfte - insgesamt 188 - gab es zum Jahresanfang noch in München und Oberbayern. Im Großraum Berlin betrieb die Kette weitere 133 Supermärkte, 125 Filialen lagen im Rheinland. Aktuell dürften es allerdings schon wieder einige weniger sein. Denn die Geschäftsführung geht davon aus, dass zum Ende des Jahres nur noch 405 Filialen vorhanden sein werden.

  • Lange Historie, hohe Verluste

    Das Familienunternehmen kann auf eine lange Geschichte zurückblicken, die bis ins Jahr 1876 zurückreicht. Damit ist Kaiser's Tengelmann nach eigenen Angaben das älteste Lebensmittel-Handelsunternehmen Deutschlands. Doch summierten sich die Verluste seit der Jahrtausendwende auf mehr als 500 Millionen Euro.

Vor dem Treffen schienen die Fronten noch verhärtet. Während Edeka und Tengelmann weiter am Ziel einer Komplettübernahme festhielten, forderte Rewe-Chef Caparros, der den Zusammenschluss vor Gericht hatte stoppen lassen, eine Aufteilung der über 400 Kaiser's Tengelmann-Standorte unter den Wettbewerbern. Doch brachte das Treffen nun offenbar Bewegung in die erstarrten Positionen.

Branchenprimus Edeka sowie Kaiser's Tengelmann hatten die Fusion vor etwa zwei Jahren beschlossen. Doch das Bundeskartellamt legte sein Veto ein, weil es Wettbewerbsbehinderungen und Preiserhöhungen befürchtete. Zwar hebelte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) das Zusammenschlussverbot über eine sogenannte Ministererlaubnis aus. Doch gelang es Rewe und Markant mit einer Klage vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf, die Umsetzung der Ausnahmegenehmigung vorläufig zu stoppen.

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Daniel Zimmer, bis März Vorsitzender der Monopolkommission, erklärt, warum das Spitzentreffen zu Kaiser's Tengelmann wenig nutzen wird und warum auch eine Aufteilung unter Edeka und Rewe kaum Chancen auf Erfolg hat.

Quelle: imago
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