Kampagne mit Vergewaltigungswitz: Wiesenhof im Shitstorm

Kampagne mit Vergewaltigungswitz: Wiesenhof im Shitstorm

, aktualisiert 25. Juni 2016, 16:34 Uhr
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Wiesenhof ist nach der einer sehr fragwürdigen PR-Kampagne in Erklärungsnot.

von Tanja KönemannQuelle:Handelsblatt Online

„Nach dieser Wurst müssen Gina und Lisa erst Mal zur Traumatherapie“ – mit diesen Worten preist Comedian Atze Schröder eine Bratwurst des Geflügel-Produzenten Wiesenhof an. Twitternutzer sind entsetzt.

Düsseldorf Ein Werbespot des Geflügelproduzenten Wiesenhof hat im Netz für Aufregung gesorgt. In dem Video, das bereits am 30. März auf Youtube veröffentlicht wurde, preist Comedian Atze Schröder eine Wiesenhof-Bratwurst mit den Worten „Nach dieser Wurst müssen Gina und Lisa erst Mal zur Traumatherapie“ an. Twitternutzer sehen einen Zusammenhang zu der mittlerweile abgewiesenen Vergewaltigungsklage des Model Gina-Lisa Lohfink und machen ihrer Empörung in zahlreichen Tweets Luft.

#wiesenhof zählt am frühen Samstagnachmittag neben dem EM-Spiel Schweiz gegen Polen (#SUIPOL), dem Grimme-Online-Award (GOA16) und dem SPD-Parteiprogramm (#spdprogramm) zu den Trends des Kurznachrichtendienstes. Einige Twitternutzer fordern dazu auf, den Spot beim Werberat anzuzeigen, ebenso die Facebook-Seite Feminismus im Pott, die zu diesem Zweck eine Anleitung erstellt hat. Wieder andere wenden sich an Wiesenhof-Sponsor Werder Bremen und verlangen von dem Verein, die Zusammenarbeit mit dem Geflügelproduzenten zu beenden.

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Gina-Lisa Lohfink hatte im Jahr 2012 zwei Männer der Vergewaltigung bezichtigt, die Klage war aber abgewiesen worden. Die Männer wurden wegen der Verbreitung eines Videos, das sie und Lohfink beim Sex zeigt, belangt und Lohfink erhielt von der Justiz einen Strafbefehl wegen falscher Vorwürfe über 24.000 Euro. Dagegen geht sie aktuell vor.

Dass die ehemalige Germany’s-Next-Top-Model-Kandidatin vor Gericht unterlag, obwohl sie in dem Video „Nein“ gesagt hatte, wurde vielfach als Paradebeispiel für die Schwierigkeiten gewertet, Vergewaltigungen vor Gericht nachzuweisen und die Peiniger hinter Gitter zu bringen. Insbesondere im Netz schlug Lohfink eine Welle der Sympathie entgegen. Vereinzelt wurde ihr aber auch unterstellt, Profit aus den Vorfällen schlagen zu wollen.

Wiesenhof war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Am Nachmittag war das Video allerdings nicht mehr abrufbar.

 

Quelle:  Handelsblatt Online
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