Karstadt: Aufsichtsratssitzung endet ohne spektakuläre Beschlüsse

Karstadt: Aufsichtsratssitzung endet ohne spektakuläre Beschlüsse

In Essen trafen sich die Karstadt-Aufsichtsräte zur ersten Sitzung im neuen Jahr. Trotz der nach wie vor angespannten Lage bei der Warenhauskette wurden jedoch keine einschneidenden Beschlüsse gefasst.

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Die Warenhauskette Karstadt ist angeschlagen. Ein weiteres Sanierungskonzept ist in Planung.

Der Karstadt-Aufsichtsrat hat am Donnerstag in Essen die aktuelle Situation der angeschlagenen Warenhauskette beraten. Dabei sei auch das weitere Sanierungskonzept besprochen worden, hieß es nach der Sitzung aus informierten Kreisen. Weitreichende Entscheidungen seien jedoch nicht getroffen worden
Die Treffen des Kontrollgremiums werden zurzeit von vielen Beschäftigten mit Unruhe beobachtet. Denn der neue Karstadt-Chef Stephan Fanderl hat angekündigt, den Warenhauskonzern mit harter Hand sanieren zu wollen. Schon unmittelbar nach seiner Ernennung im Oktober vergangenen Jahres kündigte er nicht nur die Schließung von sechs Häusern an. Er signalisierte auch, dass zahlreiche weitere Filialen, die rote Zahlen schreiben, auf dem Prüfstand ständen.
Zuletzt hatten Anfang Februar Berichte für Schlagzeilen gesorgt, Karstadt wolle jeden 10. Arbeitsplatz in den Filialen streichen. Nach früheren Gewerkschaftsangaben plant die Unternehmensführung neben der bereits beschlossenen Schließung von sechs Häusern den Abbau von insgesamt rund 2000 Stellen.
Doch selbst wer seine Stelle behält, soll nach dem Willen der Karstadt-Führung finanzielle Opfer bringen. Fanderl will etwa Einsparungen beim Weihnachts- und Urlaubsgeld durchsetzen. Außerdem plant die Karstadt-Führung Verdi zufolge, 1100 Mitarbeiter von Verkaufsberatern zur Regaleinräumern zu degradieren. Die Betroffenen sollten pro Monat 300 Euro weniger verdienen als bisher, berichtete die Gewerkschaft.
Auch nach dem Einstieg des österreichischen Immobilieninvestors René Benko kämpft die Warenhauskette weiterhin mit sinkenden Umsätzen. Im wichtigen Weihnachtsgeschäft blieben die Umsätze deutlich unter dem Vorjahresniveau. Finanzvorstand Miguel Müllenbach hatte deshalb in einem Mitarbeiterbrief Anfang Januar die Notwendigkeit einer harten Sanierung des Essener Traditionsunternehmens bekräftigt. „Es besteht kein Zweifel daran, dass einschneidende personelle Veränderungen auf der Fläche in den Filialen und insbesondere auch im Service Center in Essen unausweichlich sind“, betonte er.

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